Berlin (vfa). "Pharmaforscher sorgen dafür, dass die medikamentöse Behandlung von Krebs und anderen Krankheiten immer öfter individualisiert, also genau auf den Patienten abgestimmt werden kann. Leider gibt es in Deutschland auch entgegengesetzte Bestrebungen, alle Patienten über einen Kamm zu scheren und eine undifferenzierte Standardarzneimitteltherapie festzuschreiben. Eine Gesundheitspolitik, die sich zur 'Individualisierten Medizin' bekennt, sollte diesen gleichmacherischen Tendenzen Einhalt gebieten." Das unterstreicht Cornelia Yzer, Hauptgeschäftsführerin des vfa, heute mit Blick auf das Fachgespräch des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung im Bundestag über den "Zukunftsreport Individualisierte Medizin und Gesundheitssystem". Der Report entstand im Auftrag des Büros für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB).

Ein Arzt, der im Sinne der 'Individualisierten Medizin' vorgeht, sucht das für einen Patienten am besten geeignete Medikament nicht allein nach dessen Krankheit aus, sondern berücksichtigt zusätzlich bestimmte Gene oder Stoffwechselcharakteristika des Patienten. Forschende Pharma-Unternehmen ermitteln, bei welchen Medikamenten dies sinnvoll ist, und Diagnostika-Unternehmen entwickeln die hierfür benötigten Gen- oder Bluttests.

Yzer ist überzeugt: "Individualisierte Medizin hat das Potenzial, die Qualität und die Erfolgsquoten von Behandlungen entscheidend zu verbessern. Sie ist gut für die Patienten, denen dadurch unnötige Behandlungsversuche oder schwerwiegende Nebenwirkungen erspart bleiben. Ebenso ist sie gut für den Arzt, denn er kann seinen Patienten zielgerichtet und damit schneller und zuverlässiger helfen. Es ist deshalb erfreulich, dass in Deutschland die Diskussion voranschreitet, wie individualisierte Therapien optimal in den Versorgungsalltag integriert werden können.

Insbesondere bei der Individualisierung der Krebs- und HIV-Therapie haben forschende Pharma-Unternehmen schon Erfolge vorzuweisen: Gentests sagen für mehrere Präparate vorher, ob sie bei einem Patienten wirken werden; für andere zeigen sie, ob der Patient sie vertragen kann. Bislang sind für elf Präparate Gentests vor der Anwendung vorgeschrieben, und bei drei weiteren Medikamenten werden sie empfohlen (siehe http://www.vfa.de/individualisierte-medizin). Die Gene, die dabei untersucht werden, haben nichts mit der körperlichen oder geistigen Leistungsfähigkeit zu tun. Sie stehen entweder im Zusammenhang mit den Biomolekülen, an denen die Wirkstoffe der Arzneimittel ansetzen, oder mit dem Wirkstoffabbau im Körper.

Der vfa ist der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen in Deutschland. Er vertritt die Interessen von 47 weltweit führenden Herstellern und ihren über 100 Tochter- und Schwesterfirmen in der Gesundheits-, Forschungs- und Wirtschaftspolitik. Die Mitglieder des vfa repräsentieren rund zwei Drittel des gesamten deutschen Arzneimittelmarktes und beschäftigen in Deutschland knapp 90.000 Mitarbeiter. Mehr als 17.000 davon arbeiten in Forschung und Entwicklung. Die Pressekonferenzen des vfa - ab sofort auch im Internet. Mehr dazu unter: http://www.vfa.de/onlinepk