Drucken
öffnen / schließen
Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter oder Google in die USA übertragen und unter Umständen auch dort gespeichert. Näheres erfahren Sie hier: https://www.heise.de/ct/artikel/2-Klicks-fuer-mehr-Datenschutz-1333879.html

London Declaration

Sie ist eine der größten Gesundheitsinitiativen der Welt und erreicht jährlich gut eine Milliarde Menschen: die Bekämpfung vernachlässigter Tropenkrankheiten. Ein Meilenstein war im Jahr 2012 die „London Declaration“ zur Eindämmung und Ausrottung von, so der englische Begriff, Neglected Tropical Diseases oder kurz NTDs.

Eine junge Ärztin aus Afrika blickt aus einer Gruppe von Kolleginnen und Kollegen über ihre Schulter in Richtung des Betrachters

Mit dieser Erklärung verpflichteten sich 13 forschende Pharma-Unternehmen aus Industrienationen zur kostenfreien Abgabe von Medikamenten für Prävention und Therapie, zu mehr Arzneimittelforschung sowie zur Förderung von Gesundheitskampagnen und medizinischen Einrichtungen vor Ort. Partner der London Declaration waren und sind die Bill & Melinda Gates Foundation, die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und andere internationale Gesundheitsorganisationen, die Weltbank sowie mehrere Regierungen.

Von NTDs sind weltweit deutlich mehr als eine Milliarde Menschen betroffen; weitere zwei Milliarden sind von ihnen bedroht. Die meist durch Bakterien, Viren, Einzeller oder Würmer hervorgerufenen Krankheiten treten vor allem in den ärmsten Regionen der Entwicklungs- und Schwellenländer auf. Fast alle von ihnen können durch Medikamente wirksam bekämpft werden. Unbehandelt führen NTDs jedoch oft zu dauerhaften Behinderungen und beeinträchtigen die Entwicklung Heranwachsender, was wiederum die wirtschaftliche Entwicklung ganzer Regionen hemmt. Um diesen Teufelskreis zur durchbrechen, hatte die WHO im Jahr 2012 einen Fahrplan zur Bekämpfung vernachlässigter Tropenkrankheiten veröffentlicht, die „NTD Roadmap 2020“.

Zusagen wurden eingehalten

Guter Auftakt, neue Strategie

Bei vier Krankheiten war das bisherige Engagement besonders erfolgreich. So konnten Elephantiasis, afrikanische Schlafkrankheit und viszerale Leishmaniose stark zurückgedrängt werden; die Medinawurm-Erkrankung steht sogar kurz vor der Ausrottung. Insgesamt kann man heute sagen, dass die London Declaration eine Entwicklung angestoßen hat, die ausgesprochen positiv verlaufen ist.

Das ursprüngliche Ziel jedoch, zehn NTDs in weniger als zehn Jahren unter Kontrolle zu bringen oder ganz zu eliminieren, wurde nur zum Teil erreicht. Ein Grund dafür sind defizitäre Strukturen in vielen von NTD betroffenen Staaten, die immer wieder verhindern, dass die Medikamente tatsächlich zum Patienten gelangen. Diese Probleme hat auch die WHO erkannt. Ihr neuer Fahrplan, die „NTD 2030 Roadmap“, setzt auf eine Integration der NTD-Bekämpfung in die nationalen und regionalen Gesundheitssysteme, eine eng getaktete Fortschrittskontrolle und die verstärkte Kooperation aller Akteure. Zu diesem Kreis gehören weiterhin die Partner der London Declaration, einschließlich forschender Pharma-Unternehmen.