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Was geben die Krankenkassen für Arzneimittel aus?

Für Arzneimittel gibt die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) in Deutschland rund 16% ihres Leistungs-Budgets aus. Arzneimittel liegen damit seit Jahren stabil auf dem dritten Platz, nach den Blöcken für die Versorgung in Krankenhäusern und für die ärztlichen Behandlungsleistungen. Im Jahr 2017 waren das für Arzneimittel 37,7 Milliarden Euro.

Welche Faktoren beeinflussen die Arzneimittelausgaben?

Die Entwicklung wird durch drei maßgebliche Faktoren bestimmt. Es spielen sowohl die Preise der Arzneimittel eine Rolle, aber auch der Bedarf an Medikamenten sowie neue therapeutische Standards. Und Politik, Krankenkassen und Ärzte reden bei alledem ein Wort mit:

  1. Die Preise von Arzneimitteln werden seit vielen Jahren reguliert. Etwa für neue, patentgeschützte Arzneimittel gilt seit 2011 das sogenannte „AMNOG-Verfahren“. Dabei werden Medikamente nach der Zulassung einer erneuten Bewertung unterzogen. Auf dieser Basis verhandelt der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen mit dem Pharma-Unternehmen einen Erstattungsbetrag. Bei Arzneimitteln, die sich schon länger im Markt befinden, wird das Preisniveau von den Krankenkassen u.a. über Festbeträge oder über Rabattverträge zwischen Kassen und Pharma-Unternehmen gesteuert. Im Gesamteffekt ist die Preisentwicklung bei Medikamenten über die Jahre rückläufig.
  1. Einen großen Einfluss auf die Ausgabenentwicklung hat der Verbrauch von Arzneimitteln. Der medizinische Bedarf an Medikamenten, insbesondere zur Behandlung chronischer Erkrankungen, ist gestiegen. Beispielsweise wurden in den vergangenen Jahren mehr Arzneimittel für Hepatitis C, Multiple Sklerose und Rheumatoide Arthritis benötigt. Auch steigt der Verbrauch durch die wachsende Zahl an Versicherten in der GKV.
  1. Zudem entwickeln sich therapeutische Ansätze weiter. Jedes Jahr kommen rund 30 Arzneimittel mit neuen Wirkstoffen auf den Markt. Für viele Krankheiten, die noch vor wenigen Jahren nur schlecht oder gar nicht behandelt werden konnten, gibt es heute bessere Therapien. Beispiele dafür sind die Behandlung von HIV oder von Hepatitis C. Auch die Therapiemöglichkeiten vieler Krebsarten schreiten voran. Dieser Fortschritt in der Forschung und Entwicklung neuer Medikamente spiegelt sich auch in den Arzneimittelausgaben wider.


Was ist wichtig in der Diskussion?

Es gibt große Erfolge in der Arzneimittelforschung. Dabei sind die Ausgaben für Medikamente insgesamt seit Jahren stabil und entwickeln sich maßvoll. Die Mehrausgaben dienen der bedarfsgerechten Versorgung einer immer älter werdenden Gesellschaft mit sich verändernden Krankheitsbildern. Patientinnen und Patienten profitieren so von den neuesten Therapiefortschritten. Vorteil ist dabei, dass diese innovativen Medikamente in Deutschland unmittelbar nach Markteinführung zur Verfügung stehen. Daher ist es wichtig, dass Ärztinnen und Ärzte neue Arzneimittel nach dem medizinischen Bedarf auswählen und finanzielle Einsparüberlegungen der Kassen nicht zum dominierenden Maßstab werden.