Berlin (VFA). "Universal access, also Zugang zu Aidsmedikamenten für alle Bewohner Afrikas bis 2010, ist das gemeinsame Anliegen der G8-Staaten, internationaler Organisationen und der Pharmaindustrie. Für die Realisierung dieses anspruchsvollen Zieles hat der G8-Gipfel wichtige Impulse gesetzt. Sie werden auch unseren Unternehmen ermöglichen, dazu noch umfassender als bisher beizutragen." So kommentierte Dr. Dr. Andreas Barner, Vorsitzender des Verbands Forschender Arzneimittelhersteller (VFA), die Erklärung "Growth and Responsibility in Africa" des G8-Gipfels in Heiligendamm.

"Die Erklärung erkennt an, dass unsere Industrie schon seit Jahren viel dafür getan hat, den Zugang zu Aidsmedikamenten für Patienten in Afrika zu erleichtern. Sie zeigt auch, dass unsere intensive Arbeit an neuen Medikamenten und an Impfstoffen gegen HIV wahrgenommen wird", so Barner. Auf beiden Feldern würden sich die Unternehmen - wie in der Abschlusserklärung verlangt - auch künftig unvermindert engagieren. "Dem Ziel allgemeinen Zugangs zu Aidsmedikamenten nahe zu kommen, erfordert Voraussagen über die benötigten Präparatemengen. Für die Hersteller bedeutet eine effizientere Produktionsplanung auch, die Preise knapper kalkulieren zu können. Es ist deshalb gut, dass die Abschlusserklärung die Weltgesundheitsorganisation und die Hilfsorganisationen dazu auffordert, systematische Bedarfsplanung zu etablieren."

Barner weiter: "Die Abschlusserklärung betont zu Recht, dass universal access den afrikanischen Staaten nicht von außen übergestülpt werden kann, sondern von den jeweiligen Regierungen gewollt und gefördert werden muss." Die Erklärung nennt hier konkret den Ausbau des Gesundheitswesens und die Abschaffung der noch immer weit verbreiteten Einfuhrzölle und Steuern auf Medikamente als wirksame Beiträge der betroffenen Staaten zur Besserung der Zugangssituation. "Es ist wichtig, dass die Länder so den Boden für mehr internationale Hilfe unter Beteiligung unserer Unternehmen bereiten", so Barner.

Als Beispiel für das Engagement forschender Pharmaunternehmen für Afrika verwies Barner auf die Accelerating Access Initiative (AAI). Im Rahmen dieser 2000 gegründeten Initiative versorgen sieben Originalhersteller HIV-Infizierte in Entwicklungsländern mit Aids-Medikamenten zu "no profit, no loss"-Konditionen. Mittlerweile versorgt AAI mit über 800.000 Patienten (davon über 460.000 in Afrika) mehr als 40 Prozent aller Patienten, die in Entwicklungsländern überhaupt Zugang zu einer HIV-Therapie haben (vgl. http://www.vfa.de/pk20070531).

Das Beispiel AAI zeige auch, dass die Rolle von Patenten für den allgemeinen Zugang zur Aidstherapie meist falsch eingeschätzt werde, so Barner. "Patente stehen dem Zugang für arme Patienten nicht im Wege, im Gegenteil: Gäbe es sie nicht, hätten die Unternehmen höchstwahrscheinlich gar keine Medikamente gegen HIV entwickeln können. Und weitere Forschung ist, hier sind sich alle einig, ausgesprochen dringlich und darf nicht durch Patentdiskussionen gefährdet werden."

Der Rolle von Patenten für den Zugang zu Medikamenten geht auch ein aktuelles Blog unter http://blogs.vfa.de nach, an dem sich Mitglieder des Bundestags sowie Vertreter von Industrie und Nichtregierungsorganisationen beteiligt haben.

Die Gipfelerklärung "Growth and Responsibility in Africa" findet sich unter http://www.g-8.de/Webs/G8/DE/G8Gipfel/GipfelDokumente/gipfel-dokumente.html; HIV/Aids wird ab Abschnitt 48 behandelt.

Der Verband Forschender Arzneimittelhersteller e.V. (VFA) ist der Wirtschaftsverband der forschenden Arzneimittelhersteller in Deutschland. Er vertritt die Interessen von 43 weltweit führenden Herstellern und ihren über 100 Tochter- und Schwesterfirmen in der Gesundheits-, Forschungs- und Wirtschaftspolitik. Die Mitglieder des VFA repräsentieren rund zwei Drittel des gesamten deutschen Arzneimittelmarktes und beschäftigen in Deutschland rund 95.000 Mitarbeiter. 16.500 davon arbeiten in Forschung und Entwicklung. Die Pressekonferenzen des VFA - ab sofort auch im Internet. Mehr dazu unter: http://www.vfa.de/onlinepk