• Zu den diesjährigen Trägern des Nobelpreises für Chemie gehören die Erfinder der Phagen-Display-Technik
  • Pharma-Unternehmen nutzen die Phagen-Display-Technik zur gezielten Entwicklung monoklonaler Antikörpern zur Therapie unterschiedlichster Krankheiten


Berlin (vfa). Heute wurde in Stockholm verkündet, dass George P. Smith und Sir Gregory P. Winter für die Entwicklung der Phagen-Display-Technik den diesjährigen Nobelpreis für Chemie erhalten (neben Frances H. Arnold für gerichtete Evolution von Enzymen). Dazu sagt Dr. Siegfried Throm, Geschäftsführer Forschung des Verbands der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa): „Die Phagen-Display-Technik hat sich als sehr hilfreich für die Arzneimittelforschung erwiesen. Pharma-Unternehmen nutzen sie insbesondere für die gezielte Entwicklung neuer monoklonaler Antikörper, mit denen unterschiedlichste Krankheiten behandelt werden können. So trägt diese heute prämierte Technik entscheidend dazu bei, dass Patienten besser geholfen werden kann.“

Monoklonale Antikörper

Monoklonale Antikörper sind im Labor entwickelte Varianten von natürlichen Abwehrmolekülen aus dem menschlichen Körper. Anders als ihre natürlichen Vorbilder binden sie in der Regel nicht an Erreger, sondern an körpereigene Moleküle, um in fehlgesteuerte Prozesse einzugreifen. So gibt es mittlerweile unter anderem monoklonale Antikörper zur Bekämpfung von Tumorzellen, Entzündungskrankheiten wie Rheuma oder Schuppenflechte, Augenerkrankungen, Osteoporose und erhöhtem Cholesterinspiegel. Gegen Alzheimer-Demenz sind ebenfalls mehrere monoklonale Antikörper in Erprobung.
Um als Medikament geeignet zu sein, müssen monoklonale Antikörper so entwickelt werden, dass sie gezielt an bestimmte Moleküle im Körper binden, nicht aber an andere. Dafür ist die Phagen-Display-Methode eine viel genutzte Technik.

Der vfa ist der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen in Deutschland. Er vertritt die Interessen von 43 weltweit führenden Herstellern und ihren über 100 Tochter- und Schwesterfirmen in der Gesundheits-, Forschungs- und Wirtschaftspolitik. Die Mitglieder des vfa repräsentieren rund zwei Drittel des gesamten deutschen Arzneimittelmarktes und beschäftigen in Deutschland mehr als 80.000 Mitarbeiter. Mehr als 16.000 davon arbeiten in Forschung und Entwicklung. Folgen Sie uns auf Twitter: www.twitter.com/vfapharma