• Forschende Pharma-Unternehmen begrüßen die G20-Initiative zur Stärkung der Gesundheitsinfrastruktur auch in ärmeren Ländern

  • Öffentlich-private Partnerschaften sind für G20 ein wichtiges Förderinstrument für die Entwicklung von Impfstoffen zur Epidemie-Prävention

  • Forschende Pharma-Unternehmen entwickeln Impfstoffe gegen von der WHO priorisierte Erreger, die zu Epidemien führen könnten, wie Lassa-Fieber und Zika


Berlin (vfa). Erstmals wurde bei einem G20-Gipfel über globale Gesundheit beraten. „Die forschenden Pharma-Unternehmen begrüßen die Unterstützung der G20-Staaten für die Stärkung von Gesundheitssystemen auch in Schwellen- und Entwicklungsländern. Denn medizinische Notlagen in Regionen ohne Gesundheitsinfrastruktur lassen sich nicht einfach durch Sonderlieferungen von Medikamenten beseitigen. Wird aber zugleich eine funktionierende Gesundheitsinfrastruktur aufgebaut, können Medikamente auch wirklich der dortigen Bevölkerung zugutekommen.“ So Birgit Fischer, die Hauptgeschäftsführerin des Verbands der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa), zum Abschlussdokument des G20-Gipfels am 7./8. Juli in Hamburg.

„Wie problematisch eine unzureichende Infrastruktur für gesundheitliche Fortschritte ist, hat sich bei der Bekämpfung von Wurmerkrankungen und anderen vernachlässigten Tropenkrankheiten in ärmeren Ländern gezeigt, für die Pharma-Unternehmen seit Jahren Medikamente spenden“, so Fischer weiter. Um diese Medikamente einzusetzen, mussten von den betroffenen Staaten zusammen mit der Weltgesundheitsorganisation WHO und Hilfsorganisationen erst Distributionssysteme aufgebaut werden. Inzwischen werden aber jährlich mehr als eine Milliarde Menschen erreicht, von denen viele zu den Ärmsten der Armen zählen. In dem Maße, in dem Gesundheitssysteme gestärkt werden, können auch diese Programme in die allgemeine Gesundheitsversorgung integriert werden.


Epidemien vorbeugen

Sowohl für die Verhinderung von Epidemien als auch für die Überwindung der Antibiotikaresistenz-Problematik sehen die Gipfelteilnehmer großen Bedarf für Forschung und Entwicklung. Die forschenden Pharma-Unternehmen begrüßen, dass auch die G20 auf öffentlich-private Partnerschaften setzen, wenn es um das Entwickeln von dringend benötigten Impfstoffen geht. Denn solche Partnerschaften unter Beteiligung vieler Pharma-Unternehmen haben sich bereits für die Entwicklung anderer und Medikamenten ohne kommerzielles Potenzial bewährt.

Das Abschlussdokument nennt an dieser Stelle ausdrücklich die auch von der deutschen Regierung geförderte Coalition for Epidemic Preparedness Innovations (CEPI), die auf eine beschleunigte Entwicklung von Impfstoffen gegen von der WHO in ihrem R&D Blueprint priorisierte Infektionskrankheiten hinarbeitet. Viele Pharma-Unternehmen haben sich darum beworben, mit CEPI an einer Beschleunigung der Impfstoffentwicklung zu arbeiten. Mehrere haben auch schon mit der Entwicklung von Impfstoffen gegen acht der elf von der WHO genannten Krankheitserreger begonnen, darunter Lassa-Fieber und Zika. Für den ersten Ebola-Impfstoff könnte in diesem Jahr sogar eine Zulassung beantragt werden.


Resistenzbrechende Antibiotika entwickeln

Dem globalen Problem der multiresistenten Keime soll laut Abschluss-dokument sowohl durch verantwortungsvolleren Umgang mit den vorhandenen Antibiotika als auch durch Neuentwicklung von Antibiotika begegnet werden. Zur Koordination der betreffenden Forschung schlagen sie einen neuen internationalen R&D Collaboration Hub vor, an dem sich möglichst viele Länder beteiligen sollen.

Forschende Pharma-Unternehmen arbeiten bereits an neuen resistenzbrechenden Antibiotika, häufig im Rahmen öffentlich-privater Partnerschaften wie der TB Alliance, doch eine wesentliche Ausweitung dieser Aktivitäten ist nötig, wenn die globale Gesundheitsversorgung dauerhaft die Oberhand über die Keime behalten soll.

Da die meisten neuen Antibiotika bewusst nur als Mittel der letzten Reserve eingesetzt werden sollen, lassen sich ihre Entwicklungskosten über den Einsatz der Präparate nicht refinanzieren. Die G20-Regierungschefs betonen deshalb, dass dafür neue Formen der Incentivierung über Marktmechanismen geprüft werden müssen. Dazu sagt Fischer: „Es gibt nicht die eine Fördermaßnahme, die imstande wäre, die Markt- und Investitionssituation komplett zu verändern. Vielmehr werden dafür intelligente komplementäre Förder- und Kooperationsmöglichkeiten entlang des ganzen Entwicklungswegs für neue Antibiotika gebraucht. Nur so können anderweitig unfinanzierbare Projekte durchführbar gemacht werden.“


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