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PRESSEMITTEILUNG 036/2006
Arzneimittelinnovationen


26. September 2006

Das Jahr der Impfstoffe

 
Berlin (VFA). Noch nie wurden in einem Jahr so viele neue Impfstoffe zugelassen wie in diesem. Gleich gegen drei Krankheiten sind erstmals Schutzimpfungen möglich: gegen Durchfall durch Rotaviren, gegen Gürtelrose und - ganz aktuell - gegen Gebärmutterhalskrebs. Zudem gibt es seit diesem Jahr Impfstoffe, die gleichzeitig vor Mumps, Masern, Röteln und Windpocken schützen. Bisher war nur ein gleichzeitiger Schutz vor Mumps, Masern und Röteln möglich und gegen Windpocken eine zusätzliche Impfung erforderlich.

Mit den neuen Impfstoffen dieses Jahres kann die Pharmaforschung mehr Schutz für Menschen jedes Alters anbieten:

  • Schwerer Durchfall durch Rotaviren trifft vor allem Säuglinge und Kleinkinder; er ist die häufigste Ursache, warum kleine Kinder ins Krankenhaus eingeliefert werden müssen; in der Europäischen Union geschieht dies jährlich rund 87.000 Mal.
  • An den "klassischen" Kinderkrankheiten Mumps, Masern, Röteln und Windpocken erkranken meist Klein- oder Schulkinder. Immer wieder kommt es zu regionalen Ausbrüchen wie zuletzt in Nordrhein-Westfalen mit mehr als 1.100 an Masern erkrankten Kindern.
  • Gebärmutterhalskrebs wird durch Humanpapillomaviren (HPV) verursacht, die beim Geschlechtsverkehr übertragen werden. Rund 6.500 Frauen erkranken jährlich in Deutschland an dieser Krebsart. Impfen kann vor den häufigsten krebsauslösenden HPV schützen.
  • Gürtelrose kann vor allem für ältere Menschen zum Problem werden, denn bei ihnen bleiben häufig nach Abklingen der eigentlichen "Rose" - der äußerlich sichtbaren Nervenentzündung durch Viren - über Monate anhaltende Schmerzen zurück. In der EU gibt es jährlich rund 1,5 Millionen Fälle von Gürtelrose.


"Mit neuesten biotechnologischen Verfahren wie Gen- und Zellkulturtechnik haben Pharmaforscher in der Impfstoffentwicklung im letzten Jahrzehnt vieles möglich gemacht, was zuvor undenkbar war", kommentierte Cornelia Yzer, Hauptgeschäftsführerin des Verbands Forschender Arzneimittelhersteller (VFA). So werden für die Impfstoffe gegen Gebärmutterhalskrebs auf gentechnischem Wege Viruseiweiße erzeugt und zu kugeligen Nanopartikeln zusammengefügt. Diese werden dann im Körper einer Geimpften mit echten Viren "verwechselt", woraufhin ein Immunschutz aufgebaut wird.

In den nächsten Jahren könnten Pharmaunternehmen weitere neuartige Impfstoffe herausbringen, darunter Impfstoffe gegen die Vogelgrippe, Pfeiffersches Drüsenfieber, Genitalherpes und Mittelohrentzündung. Auch an einer Impfung gegen HIV/Aids wird weiter intensiv geforscht; wann es sie geben kann, ist aber noch nicht absehbar.

Der Verband Forschender Arzneimittelhersteller e.V. (VFA) ist der Wirtschaftsverband der forschenden Arzneimittelhersteller in Deutschland. Er vertritt die Interessen von 40 weltweit führenden Herstellern und ihren über 100 Tochter- und Schwesterfirmen in der Gesundheits-, Forschungs- und Wirtschaftspolitik. Die Mitglieder des VFA repräsentieren rund zwei Drittel des gesamten deutschen Arzneimittelmarktes und beschäftigen in Deutschland rund 86.000 Mitarbeiter, darunter mehr als 15.000 in Forschung und Entwicklung.



Die Pressekonferenzen des VFA - ab sofort auch im Internet. Mehr dazu unter: http://www.vfa.de/onlinepk
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