Berlin (VFA). Die durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland ist seit Beginn des 20. Jahrhunderts um mehr als 30 Jahre gestiegen. Derzeit liegt sie bei 82 Jahren für Frauen und bei 77 Jahren für Männer. Die Prognosen des Statistischen Bundesamts nehmen für das Jahr 2050 eine Lebenserwartung von 88 Jahren für Frauen bzw. 84 Jahren für Männer an.
Diese Entwicklung untersucht die Studie „Lebenserwartung der Deutschen: Analyse, Prognose und internationaler Vergleich“ des Rostocker Zentrums zur Erforschung des Demografischen Wandels, die im Auftrag des Verbandes Forschender Arzneimittelhersteller e.V. (VFA) angefertigt wurde.


Weniger Menschen sterben an Herzinfarkten, Schlaganfällen oder Krebs

„Einen großen Anteil an dieser positiven Entwicklung haben moderne Therapieformen. Besonders bei der Indikation Bluthochdruck trägt die gute Versorgung mit Medikamenten erheblich dazu bei, dass immer weniger Menschen an Herzinfarkten und Schlaganfällen sterben“, erläutert Prof. Dr. Gabriele Doblhammer-Reiter, Direktorin des Rostocker Zentrums, den Zusammenhang zwischen steigender Lebenserwartung und Innovationen bei Arzneimitteltherapien. „Der Rückgang der Sterblichkeit und die damit verbundene höhere Lebenserwartung hängen von mehreren Faktoren ab. Maßgeblich sind dabei die Qualität der medizinischen Versorgung, das sozioökonomische Umfeld, wie beispielsweise Einkommen und
Bildungsstand, Lebensstil- und Umweltfaktoren sowie präventive Maßnahmen. Insbesondere die sinkende Sterberate bei den Haupttodesursachen Herzinfarkt, Schlaganfall und Krebs führt zu einer steigenden Lebenserwartung“, so Doblhammer-Reiter weiter.

Dazu erklärt Cornelia Yzer, Hauptgeschäftsführerin des Verbandes Forschender Arzneimittelhersteller: „Viele der Meilensteine in der Arzneimittelforschung fallen in das 20. Jahrhundert. Dies zeigt, dass kaum eine andere Branche einen so zentralen Beitrag für die Verlängerung der Lebenszeit leistet wie die forschenden Pharma-Unternehmen. Mit ihrer Forschungsarbeit an innovativen Arzneimitteln tragen diese kontinuierlich dazu bei, dass Menschen länger und gesund leben.“

„Das Thema der alternden Bevölkerung ist noch immer weitgehend angstbesetzt. Im Hintergrund steht dabei die Frage, ob sich die Gesellschaft langfristig ein Leben im Wohlstand für alle leisten kann. Die zentrale Frage der Zukunft wird aber nicht so sehr sein, wie alt die Gesellschaft wird, sondern vielmehr, wie produktiv sie bleibt. Wenn künftig auch dank moderner Medikamente 70-Jährige durchaus die berechtigte Hoffnung haben dürfen, den Anforderungen ihres Berufes gewachsen zu sein, spricht nichts gegen die Annahme, dass auch eine alternde Gesellschaft insgesamt produktiv bleiben kann“, so Yzer weiter.


Japaner und Schweizer leben weltweit am längsten

Im internationalen Vergleich sind Japan und die Schweiz aktuell Spitzenreiter bei der durchschnittlichen Lebenserwartung. Japanische Frauen werden im Durchschnitt 85,8 Jahre alt, Schweizer Männer 79,1 Jahre alt. Auf vergleichbarem Niveau bewegen sich auch die skandinavischen Länder. Die durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland konnte diesen Spitzenwert bislang nicht erreichen. Seit den 50er Jahren entwickelt sie sich parallel zu den jeweils rekordhaltenden Ländern mit einer Differenz von etwa zwei bis vier Jahren unter der Höchstmarke. Schlusslicht bilden die osteuropäischen Länder, wie Russland und Weißrussland, in denen die allgemeine Lebenserwartung nahezu stagniert oder sogar abnimmt. Den stärksten Anstieg verzeichnen hingegen die südeuropäischen Länder wie Italien und Spanien, in denen die allgemeine Lebenserwartung in den letzten 50 Jahren überproportional angestiegen ist.


Baden-Württemberg ist das Bundesland mit der höchsten Lebenserwartung

Auch innerhalb Deutschlands gibt es regionale Unterschiede: So lag die Lebenserwartung in Baden-Württemberg im Jahr 2005 mit 83 Jahren für Frauen und 78 Jahren für Männer am höchsten, wohingegen in Mecklenburg-Vorpommern Frauen durchschnittlich nur 81,4 und Männer 74,5 Jahre alt wurden. Seit 1990 ist die Lebenserwartung in den Neuen Bundesländern stärker angestiegen als in den Alten: Frauen in Mecklenburg-
Vorpommern werden knapp sechs Jahre, Männer sieben Jahre älter, die Baden-Württemberger hingegen werden nur drei bzw. gut vier Jahre älter. Ost- und Westdeutschland gleichen sich dabei allmählich aneinander an.

Das Rostocker Zentrum zur Erforschung des Demografischen Wandels ist die gemeinsame und interdisziplinäre Forschungseinrichtung des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung (MPIDF) und der Universität Rostock (www.rostockerzentrum.de, www.zdwa.de). Es verbindet international renommierte Grundlagenforschung mit angewandter Interdisziplinarität. In der Hansestadt wird demografisches, volkswirtschaftliches, soziologisches und statistisches Wissen zusammengeführt, um praxisnahe Forschung zum demografischen Wandel voranzutreiben.

Der Verband Forschender Arzneimittelhersteller e.V. (VFA) ist der Wirtschaftsverband der forschenden Arzneimittelhersteller in Deutschland. Er vertritt die Interessen von 46 weltweit führenden Herstellern und ihren über 100 Tochter- und Schwesterfirmen in der Gesundheits-, Forschungs- und Wirtschaftspolitik. Die Mitglieder des VFA repräsentieren rund zwei Drittel des gesamten deutschen Arzneimittelmarktes und beschäftigen in Deutschland rund 91.000 Mitarbeiter. 17.000 davon arbeiten in Forschung und Entwicklung.

Die digitale Pressemappe finden Sie unter:
http://www.vfa.de/pk20080722

Den Abschlussbericht der Studie finden Sie als Download hier:
"Lebenserwartung in Deutschland: Trends, Prognose, Risikofaktoren und der Einfluss ausgewählter Medizininnovationen" [PDF, 2,9 MB]

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Mehr dazu unter: http://www.vfa.de/onlinepk