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DiGA Watchlist 05/2023

In diesem Monat gelingt Anbieter Selfapy die fünfte DiGA-Listung. Die digitale Gesundheitsanwendung gegen chronische Schmerzen schaffte den Übergang von einer vorläufigen in eine dauerhafte Aufnahme. Auch die Anwendung Kranus Edera wurde dauerhaft in das DiGA-Verzeichnis überführt.

Übersicht zu Anträgen und Aufnahmen im Vergleich zum Vormonat

Anträge auf vorläufige Aufnahme:
131
Anträge auf dauerhafte Aufnahme:
38
Abgelehnte Aufnahme:
16
Vorläufige Aufnahmen:
28
Dauerhafte Aufnahmen:
17
Zurückgezogene Aufnahmen:
94
*zum Vormonat

DiGA-Aufnahmen im Zeitverlauf

Der bereits gelistete DiGA-Hersteller Nichtraucherhelden GmbH bekommt einen neuen Firmennamen und heißt ab sofort Sanero Medical GmbH. Diese Namensänderung – mit Unterscheidung zwischen Produkt- und Firmennamen – soll der Grundstein für weitere DiGA sein (Link).

DiGA nach Indikation

Die Neuaufnahme von Selfapy bringt eine zweite chronische Schmerz DiGA in das Verzeichnis (Hello Better, teva ratiopharm). Im Vergleich fokussiert sich Selfapy allerdings auf Patient:innen mit chronischen Rückenschmerzen.

Art des positiven Versorgungseffekts

Nach beinahe zweijähriger Listung wurde am 21.04.2023 die Onkologie-DiGA Cankado, nach Prüfung der eingereichten Studien, aus dem Verzeichnis gestrichen. Die Anwendung war die Einzige, die ausschließlich eine positive Struktur- und Verfahrensverbesserung nachweisen wollte.

Risikoklassen

Die App für Erektionsstörungen Kranus Edera wurde dauerhaft in das DiGA-Verzeichnis überführt. Die App war im Dezember 2021 vorläufig gelistet worden und konnte nun den positiven Effekt nachweisen (Link).

Partnerschaften von DiGA

Partnerschaften spielen im Bereich der DiGA eine immer größere Rolle. Pharmaunternehmen haben bislang noch keine eigene DiGA auf den Markt gebracht, allerdings beteiligen sie sich bereits durch Kooperationen – in Form von Entwicklungs- und Vertriebspartnerschaften – an diesem Markt. Die neusten Partnerschaften schlossen die Gastroenterologie-DiGA Cara Care und Selfapy für die DiGA gegen chronische Schmerzen ab (siehe Infobox). Aber auch andere Branchen haben die DiGA bereits für sich entdeckt und deutlich tiefer in ihrem Produktportfolio verankert. Vorreiter sind hier Hilfsmittelhersteller wie medi und Sporlastic.

Partnerschaften

Cara Care von Hersteller HiDoc Technologies wurde im Dezember 2021 vorläufig in das DiGA-Verzeichnis aufgenommen. Zukünftig wird der Vertrieb durch das Pharmaunternehmen Viatris unterstützt. Das Unternehmen wurde erst im November 2020 gegründet und besteht in Deutschland aus mehreren Unternehmen (Viatris Healthcare, Viatris Pharma, Mylan Germany und MEDA Pharma) (Link).

Ärztin mit Tablet zeigt Apps

Gleichzeitig mit der vorläufigen Listung der DiGA für chronische Schmerzen wurde auch die Partnerschaft mit dem Pharmaunternehmen Pfizer bekanntgegeben. Pfizer unterstützt Selfapy bei der Markteinführung und Vermarktung des Produkts. Hierbei soll neben der Expertise auch das Netzwerk von Pfizer eingebracht werden (Link).

Medi (Orthesen und Bandagen) vertreibt die begleitende Patella-App. Auch wenn eine echte Bündelung bei DiGA nicht möglich ist, werden die Synergien zwischen den Produkten beispielsweise in Infomaterialien hervorgehoben.

Sportlastic und re.flex haben bereits 2019 ihre Partnerschaft zur gemeinsamen Entwicklung einer DiGA (inkl. Sensoren als Hardwarekomponente) gestartet. Auch hier wird die Synergie durch Co-Branding unterstützt.

Das auf Schlafapnoe und Atemwegserkrankungen spezialisierte MedTech-Unternehmen ResMed hat die Schlaf-DiGA somnio nach der BfArM- Listung übernommen und erweitert damit sein Portfolio um eine digitale Anwendung.

DiGA Meilensteine

In diesem Monat konnten mehrere Meilensteine genommen werden. Zum April treten neue Höchstbeträge und eine neue Gruppenzuordnung in Kraft. Gleichzeitig konnte GAIA als erster Hersteller gleich sieben DiGA in das Verzeichnis bringen – vier DiGA dauerhaft: deprexis, elevida, velibra und vorvida und drei DiGA vorläufig: levidex, optimune und priovi. Außerdem wurde mit Novego: Ängste überwinden die zweite DiGA des Hamburger Herstellers IVPNetworks gelistet. Das Unternehmen ist damit neben GAIA, HelloBetter, Selfapy und Kaia der fünfte Hersteller mit mehr als einer DiGA. Auch zukünftig ist zu erwarten, dass sich dieser Trend weiter fortsetzen wird und sich der Markt konsolidiert.

27.05.2020

Einreichen des 1. DiGA-Antrags:
Seit dem 27.05.2020 können DiGA-Hersteller einen Antrag auf Aufnahme in das BfArM-Verzeichnis stellen. Der erste Antragssteller ist nicht offiziell bekannt. Zum BfArM-Verzeichnis

24.02.2021

Erste durch Pharma vertriebene DiGA:
Für deprexis verantwortet mit Servier Deutschland erstmals ein Pharmakonzern die Vermarktung einer DiGA. Über deprexis

16.12.2021

Ergänzung der Rahmenvereinbarung durch Höchstbeträge und Schwellenwerte Link

Q1 2022

Gründung der gemeinsamen Stelle aus GKV-SV und Herstellerverbänden.

01.03.2022

DiGA können auch im stationären Sektor verordnet werden:
Nachdem der Rahmenvertrag „Entlassmanagement“ aktualisiert wurde, ist seit einigen Monaten die Verordnung von DiGA im Entlassmanagement möglich. Zum Rahmenvertrag

Q2 2022

Gruppenzuordnung abgeschlossen


Vergütung ärztlicher Leistungen im Kontext DiGA

Für die Verlaufskontrolle und Bewertung von dauerhaft gelisteten DiGA erhalten Ärzt:innen eine Vergütung von 7,35 Euro / 64 Punkten.

Für die Verlaufskontrolle und Bewertung von vorläufig gelisteten DiGA erhalten Ärzt:innen eine Vergütung von 7,12 Euro.

DiGA-Steckbriefe

Rückenschmerzen

Die Anwendung unterstützt Betroffene mit chronischen Schmerzen auf Basis von kognitiver Verhaltenstherapie. Es werden Übungen bereitgestellt und dokumentiert, um die Symptome zu mildern und dabei im Sinne einer multimodalen Schmerztherapie zu unterstützen.

Im Rahmen eines RCT soll ein medizinischer Nutzen in Form einer Reduktion der Beeinträchtigung durch Schmerzen nachgewiesen werden. Hierbei ist geplant Patient:innen mit chronischen Rückschmerzen zu inkludieren und gegen einen verspäteten Zugang zur Selfapy-Intervention zu vergleichen