Kapitel 4

Finanzierung

Die Gesundheitsausgaben in Deutschland sind – gemessen an ihrem Anteil am Bruttoinlandsprodukt – stabil. Die Entwicklung der Arzneimittelausgaben liegt dabei seit Jahren konstant unter der Entwicklung der Gesamtausgaben. Bei den Herstellern kommen von jedem Euro, der für Medikamente bezahlt wird, nur rund 50 Cent an: Die anderen 50 Cent gehen an den Staat (Mehrwertsteuer), die Kassen (Rabatte) sowie Apotheken und Großhändler.

Der Anteil der Arzneimittelausgaben an den gesamten Gesundheitsausgaben in Deutschland beträgt rund 15 Prozent. Fast drei Viertel dieser Ausgaben werden von der Gesetzlichen Krankenversicherung bezahlt.


Während sich die Gesundheitsausgaben und das Bruttoinlandsprodukt seit dem Jahr 2009 in etwa parallel entwickelt haben, hat sich die Ausgabenentwicklung für Arzneimittel schwächer entwickelt. Das zeigt: Die Entwicklung der Arzneimittelausgaben in Deutschland ist mehr als stabil.


Ein Drittel der Ausgaben der GKV entfallen auf den Krankenhausbereich. Nach der ärztlichen Versorgung (17 Prozent) kommen Arzneimittel auf Platz 3 (16 Prozent).


Im internationalen Vergleich liegt Deutschland beim Anteil der Arzneimittelausgaben an den Gesundheitsausgaben insgesamt im Mittelfeld.


Vom Listenpreis eines verschriebenen Arzneimittels erhält der pharmazeutische Unternehmer etwa die Hälfte. Die andere Hälfte verteilt sich auf die Umsatzsteuer, die Rabatte, welche von den pharmazeutischen Unternehmen und den Apotheken der GKV gewährt werden müssen, und die Vergütung für die Dienstleistung der Apotheken und des Großhandels.


Nur rund 6 Prozent der Gesamtausgaben der GKV entfallen auf patentgeschützte Medikamente. 10 Prozent der Ausgaben entfallen auf sonstige Medikamente (etwa Generika). Das heißt: 84 Prozent des gesamten GKV-Ausgaben gehen in andere Bereiche des Gesundheitswesens.


Deutschland ist eines der wenigen Länder in Europa, das den vollen Mehrwertsteuersatz auf Medikamente erhebt. In den meisten anderen Ländern wird nur der ermäßigte Satz erhoben, teilweise sogar gar keine Mehrwertsteuer.


Den Mehrausgaben für neue Medikamente stehen Einsparungen durch die Patentabläufe früherer Innovationen, die aus dem Markteintritt von Generika und dem dadurch ausgelösten Wettbewerb resultieren, gegenüber. Mehrausgaben und Einsparungen kompensieren sich weitgehend.