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Schonender Umgang mit Ressourcen

Forschende Arzneimittelhersteller bekennen sich zum Leitbild der Nachhaltigkeit. Durch ihr langjähriges, international anerkanntes Engagement im Umweltbereich sind sie gut aufgestellt für die Herausforderungen der Zukunft.

Eine Mutter transportiert ihre kleine Tochter mit einem Lastenfahrrad.

Seit Jahren geht der Verbrauch von Energie und Rohstoffen deutlich zurück, es fallen weniger Abwasser und Abfälle an und der Ausstoß von Treibhausgasen sinkt: Dieser positive Trend gilt für die Chemieindustrie als Ganzes und für forschende Arzneimittelhersteller im Besonderen. Die Branche kommt damit nicht nur den steigenden Auflagen der Umweltgesetzgebung nach. Sie engagiert sich auch freiwillig und oft sogar deutlich über das vorgeschriebene Maß hinaus für den Schutz von Umwelt, Klima und natürlichen Ressourcen.

Das ist ganz im Sinne von Chemie3, der seit 2013 bestehenden Nachhaltigkeitsinitiative des Verbands der Chemischen Industrie (VCI), der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie und des Arbeitgeberverbands Chemie. Gemeinsames Ziel ist es, das ökologisch und oft auch ökonomisch sinnvolle Prinzip der Nachhaltigkeit als Leitbild der deutschen Chemie zu verankern.

Für Umwelt und Gesellschaft

Mit der eigenen Produktionsweise, aber auch durch ihre Innovationen soll die Branche zu einer umweltschonenden und sozial ausgewogenen Entwicklung weltweit beitragen. Damit will Chemie3 einen maßgeblichen Beitrag zu den Globalen Nachhaltigkeitszielen (SDG) der Vereinten Nationen leisten. Ihre Fortschritte, gemessen an 40 ökologischen und gesellschaftlichen Indikatoren, wird die Initiative regelmäßig öffentlich kommunizieren. Der Verband forschender Arzneimittelhersteller (vfa) bekennt sich ausdrücklich zu den Zielen von Chemie3.

Im Vergleich zur gesamten chemischen Industrie fallen die Umweltbelastungen durch forschende Arzneimittelhersteller gering aus, was vor allem mit den kleineren Produktionsmengen zu tun hat. Auskunft über ihre umweltrelevanten Aktivitäten geben die Unternehmen im Rahmen des internationalen Responsible-Care-Programms. Der VCI fasst die Daten aller Mitgliedsunternehmen in seinem jährlich erscheinenden Responsible-Care-Bericht zusammen. Als Teil der Initiative Chemie3 reflektiert dieser den Status quo der deutschen chemisch-pharmazeutischen Industrie im Bereich Umwelt und Sicherheit.

Erfolge, die anerkannt werden

Ihr ökologisches Engagement beschert der forschenden Pharmaindustrie beeindruckende Erfolge. Immer wieder kommen die Preisträger im jährlichen Responsible-Care-Wettbewerb aus ihren Reihen. Mit ihren Nachhaltigkeitsberichten und Nachhaltigkeitsaktivitäten schneiden deutsche forschende Arzneimittelhersteller hervorragend in internationalen Rankings ab.

Auf das positive Beispiel des Pharmasektors weist auch das Frankfurter Beratungsunternehmen Right in seiner Analyse der Klimabilanzen und Klimaziele aller dreißig DAX-Unternehmen hin. Dank ihrer vergleichsweise geringen Treibhausgas-Emissionen trage der Wirtschaftssektor bereits heute zu einer 1,6-Grad-Welt bei, heißt es in dem Bericht. Im Trend entspreche das der in den Pariser Klimazielen geforderten Begrenzung der Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad Celsius.

Vorbildliches Engagement

Das ausgeprägte Engagement forschender Arzneimittelhersteller in Sachen Klima- und Umweltschutz zeigen einige markante Beispiele:

PFIZER: Die grüne Fabrik

Hintergrund: Infografik "Grüne Fabrik" (PDF)Grüne Fabrik: unter diesem Begriff ist der hochautomatisierte Freiburger Unternehmensstandort zur Produktion von Arzneimitteln weithin bekannt. Mehr als 90 Prozent des benötigten Energiebedarfs des Pfizer-Standorts können aus erneuerbaren Energien gewonnen werden. Die mehrfach ausgezeichnete Anlage verfügt über einen der größten Holzpellet-Heizkessel in Europa und nutzt Solarenergie zur Aufbereitung von Prozessluft. Eine Geothermie-Anlage sorgt für klimafreundliche Heizung und Kühlung. Seit 2008 ging der CO2-Ausstoß am Produktionsstandort Freiburg um mehr als 90 Prozent zurück. Mehr als 200 große und kleine Maßnahmen haben zu dieser Bilanz der grünen Fabrik beigetragen.

ROCHE: Die Sanierung der Kesslergrube

Hintergrund: Web-Special zur KesslergrubeMit der Sanierung von zwei Arealen der Altablagerung Kesslergrube am deutschen Standort Grenzach-Wyhlen übernimmt das Unternehmen Verantwortung für Umweltsünden der Vergangenheit: Zwei Jahrzehnte lang diente die Kesslergrube als Mischdeponie für Erdaushub, Bauschutt, Hausmüll und Abfälle der chemisch-pharmazeutischen Industrie. Im Rahmen eines mehrjährigen Großprojekts hebt Roche ihren Teil der Grube komplett aus und verfüllt diesen anschließend mit sauberem Erdmaterial. Das belastete Erdmaterial wird thermisch entsorgt. Es handelt sich dabei um eine der derzeit größten Altlastensanierungen in Deutschland. Voraussichtlich Ende 2020 wird der Roche-Teil der Kesslergrube frei von belastenden Substanzen sein. Für die Sanierungsarbeiten wendet das Unternehmen 239 Millionen Euro auf.

BAYER: Verantwortungsvoller Umgang mit Wasser

Hintergrund: Umwelt- und Klimaschutz bei BayerBayer legt traditionell großen Wert auf Ressourceneffizienz, Umwelt- und Klimaschutz. Im Rahmen der neuen Nachhaltigkeitsziele verstärkt der Konzern seine Anstrengungen noch einmal deutlich. Beispielsweise hat sich Bayer zum Ziel gesetzt, im Zeitraum 2020 bis 2030 klimaneutral zu werden. Zudem strebt das Unternehmen absolute Emissionsreduzierungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette an, indem das Unternehmen mit Lieferanten und Kunden zusammenarbeitet sowie in der Logistik und Verpackung nach Lösungen strebt.
Der sorgsame Umgang mit der Ressource Wasser und der Schutz der Gewässer sind für Bayer ebenfalls von besonderer Bedeutung. Seit langem wird im Konzern Wasser möglichst in geschlossenen Kreisläufen eingesetzt bzw. mehrfach verwendet und recycelt. Jetzt hat Bayer für alle Produktionsstandorte weltweit aus eigener Verantwortung für eine nachhaltige Produktion und Verarbeitung ein Konzept entwickelt, in dem auf der Basis einer Umweltrisikobewertung standortspezifische Konzentrationen von Wirkstoffen in den Abwassereinleitungen festgelegt und kontrolliert werden.

RENTSCHLER BIOPHARMA: Das ökologische Blockheizkraftwerk

Hintergrund: Qualität und Nachhaltigkeit bei Rentschler BiopharmaSeit 2013 betreibt das Unternehmen ein eigenes Blockheizkraftwerk auf dem Firmengelände in Laupheim. Mit der Anlage erzeugt Rentschler bis zu 75 Prozent des kompletten Strombedarfs selbst. Neben Strom liefert das Blockheizkraftwerk zusätzlich Dampf und Wärme für Heizung und Produktionsanlagen – eine besonders nachhaltige und effiziente Form der Energieversorgung. Der jährliche CO2-Ausstoß ist seit Inbetriebnahme der Anlage um 2500 Tonnen gesunken.

NOVO NORDISK: Klimaschutz-Strategie „Circular for Zero“

Hintergrund: Web-Special von Novo Nordisk Deutschland zur gesellschaftlichen Verantwortung des UnternehmensBis 2030 will das Unternehmen seine CO2-Emissionen an allen Standorten und bei Transporten weltweit auf Null senken, und langfristig völlig klimaneutral werden. Bereits in 2020 erreicht NovoNordisk als Mitglied der internationalen Nachhaltigkeitsinitiativen RE100 und CE100 sein erstes Etappenziel, die komplette Produktion mit erneuerbaren Energien zu betreiben. Mit seiner zukunftsweisenden Klimaschutz-Strategie „Circular for Zero“ möchte Novo Nordisk die Kreislaufwirtschaft auch in der pharmazeutischen Industrie voranbringen. Der Geschäftssitz von Novo Nordisk Deutschland in Mainz wird bereits seit mehreren Jahren mit Ökostrom versorgt. Um den ökologischen Fußabdruck weiter zu verringern, sammelt eine Fokusgruppe Vorschläge von Mitarbeitern – mit beeindruckender Resonanz, wie das Unternehmen mitteilt.

Mehr Energieeffizienz, weniger Treibhausgase, Sparsamkeit beim Rohstoffeinsatz und ein schonender Umgang mit Abwasser und Abfall: Diese Ziele verfolgen Mitgliedsunternehmen des vfa seit vielen Jahren. Vielerorts werden dazu neue, zukunftsweisende Lösungen entwickelt – zum Nutzen von Mensch und Umwelt.