Das AMNOG wollte Differenzen über Arzneimittelpreise beenden und Versorgungsprobleme verhindern. Deshalb hat es einen klaren Mechanismus etabliert: Erst medizinische Bewertung eines Arzneimittels, dann Preisverhandlungen darüber.

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Bislang war klar, dass dabei für ein Arzneimittel auch ein einheitlicher Preis gelten soll. Die Frage ist aber, was passieren soll, wenn es für ein Arzneimittel mehrere und unterschiedliche Bewertungen des Zusatznutzens gibt, wenn also verschiedene Patientengruppen (sogenannte Subgruppen) innerhalb eines Arzneimittels bewertet werden. Das ist in fast 60% der Zusatznutzenbewertungen der Fall gewesen.

Bislang haben Krankenkassen und pharmazeutischer Unternehmer in diesen Fällen einen Mischpreis verhandelt, also einen zusatznutzengerechten Durchschnittspreis. Das ist praktikabel und macht das AMNOG funktionsfähig. Denn hinter dem Mischpreis steht der Gedanke: Ein Medikament, ein Preis. Diese Praxis wurde aber durch Urteile des Landessozialgerichts Berlin-Brandenburg in Frage gestellt. Deshalb liegt die Frage beim Bundessozialgericht, das voraussichtlich noch diesen Sommer entscheiden wird.

Sowohl die Kassenärztliche Bundesvereinigung als auch der vfa sehen die drohende Auflösung der klaren Struktur des AMNOG und des Mischpreises mit Sorge. Das zeigt eine aktuelle Veröffentlichung der Ärzte Zeitung:

https://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/arzneimittelpolitik/article/963305/erstattungsbeitraege-innovationenvfa-mischpreis-immer-kompromiss.html

https://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/arzneimittelpolitik/article/963304/erstattungbeitraege-innovationenvfa-mischpreis-pragmatisch-fair-wirtschaftlich.html