Die pharmazeutische Industrie ist auch in der Krise stabil. Grund dafür ist neben der hohen Innovationskraft der forschenden Pharma-Unternehmen der medizinische Bedarf im Inland wie im Ausland.

Das Auslandsgeschäft ist für die Arzneimittelhersteller in Deutschland in den letzten Jahren immer wichtiger geworden. Über die Hälfte der inländischen Produktion ist für den Export bestimmt, wobei die Zielländer der deutschen Ausfuhr überwiegend entwickelte Industriestaaten sind. Fast achtzig Prozent des deutschen Exports gehen in die EU-Länder und die USA. Wie in Deutschland bestehen in den meisten dieser Staaten geregelte Systeme zur Finanzierung der Krankenversicherung, die auf Steuern oder Versichertenbeiträgen basieren. Sie reagieren damit weniger auf Konjunkturschwankungen, was sich in der derzeitigen Krise als vorteilhaft erweist. Aber auch in den USA, in denen der rein privat finanzierte Anteil der Gesundheitskosten höher ist als in Europa, ist bisher kein signifikanter Einbruch der Nachfrage nach Arzneimitteln erkennbar.

Der Export pharmazeutischer Produkte aus Deutschland stieg in den ersten 4 Monaten 2009 um 7,9 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum. Der Export in die EU-Länder und die USA wuchs sogar um 10,0 Prozent. Rückläufig sind zur Zeit die Ausfuhren in die Russische Föderation und nach Afrika.

Für das zweite Halbjahr 2009 kann mit einer Fortsetzung der moderat positiven Entwicklung des Auslandsgeschäfts gerechnet werden. Der Index der Auftragseingänge aus dem Ausland zeigt - nach einem leichten Rückgang im Vorjahr – in den letzten Monaten wieder Aufwärtstendenzen.

Für die deutsche Volkswirtschaft liefert die Branche mit einer Bruttowertschöpfung von über 100.000 Euro pro Mitarbeiter einen bedeutenden Beitrag. Der Pharma-Sektor gilt als einer der Industriebereiche mit den besten Zukunftsaussichten. Auch im Bereich der Beschäftigten in Forschung und Entwicklung gibt es – bei leicht rückläufiger Gesamtbeschäftigung – einen weiteren Anstieg. Dies zeigt das hohe Potential Deutschlands als Forschungsstandort. Und die Unternehmen investieren weiter: Mit Investitionen von 1,53 Milliarden Euro in neue Produktions- und Forschungsanlagen hat die Branche 2008 einen neuen Spitzenwert erreicht.

Quelle: vfa