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Markt und Kosten für Krebsmedikamente

Die Kostenentwicklung in der Krebstherapie verläuft moderat. Es droht keine Rationierung und auch keine Unbezahlbarkeit. Was die Gesetzlichen Krankenkassen für die Krebsmedikamente bezahlen müssen, wird – wie bei allen anderen Medikamenten auch – zwischen Hersteller und den Krankenkassen ausgehandelt. Das verhindert, dass Hersteller mittel- und langfristig „Mondpreise“ erzielen können.

Kostenentwicklung

Ein wesentlicher Teil der Krebsbehandlungen wird mittlerweile ambulant durchgeführt. Die Kosten für die dafür eingesetzten Medikamente haben sich in den letzten Jahren moderat entwickelt:

Die Ausgaben der GKV für Onkologika im ambulanten Bereich beliefen sich in den Jahren 2011 bis 2014 auf 2,9 bis 3,4 Mrd. Euro. Dies waren stets zwischen 10,1 % und 11,2 % der gesamten GKV-Ausgaben für Medikamente, die sich 2014 auf 31,7 Mrd. Euro summierten (wobei es keinen Trend zur Steigerung des Anteils gab). Die mittlere jährliche Steigerungsrate für die Ausgaben betrug 5,5 % (wobei sie in einem Jahre negativ war, zweimal positiv).

Die Arzneimittelausgaben der GKV machen wiederum nur 16 % der GKV-Ausgaben aus. Auf Onkologika (im ambulanten Bereich) entfallen folglich nur rund 1,7 % der GKV-Ausgaben; und dieser Wert hat sich über die Jahre auch nicht wesentlich verändert. Und das, obwohl viele früher stationär durchgeführte Krebsbehandlungen jetzt ambulant erfolgen, und sich dieser Trend weiter fortsetzt!

Kostenschätzungen für die Zukunft

Die künftige Kostenentwicklung für die Krebstherapie lässt sich nicht leicht schätzen.

Kostensteigernd dürften sich auswirken:

  • die demographische Entwicklung (die meisten Krebsarten treten erst im Seniorenalter mit größerer Häufigkeit auf)
  • der Markteintritt vieler neuer Krebsmedikamente , die häufig zusätzlich zu etablierten Medikamenten eingesetzt werden.

Kostensenkend könnten sich auswirken:

  • Der Markteintritt von Generika und Biosimilars zu viel verwendeten Onkologika.
  • Weitere Verbesserungen der Prävention (z.B. Rauchverbote) und Diagnostik (z.B. Darm- und Hautkrebs-Screening), durch die Krebs weniger häufig auftritt bzw. in früheren Stadien diagnostiziert werden kann, wenn er noch weniger aufwendig und mit besseren Heilungschancen behandelbar ist.

Auch die Personalisierte Medizin hilft dabei, die Finanzmittel durch Vermeidung erfolgloser Therapieversuche effizienter einzusetzen.

Kommende Innovationen

Ein Drittel aller Projekte für neue Medikamente und Medikamenten-Anwendungen der forschenden Pharma-Unternehmen betreffen die eine oder andere Krebsart (Quelle: ).

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Die Entwicklung dieser Medikamente ist aufwendig und teuer. Wie bei anderen Medikamenten auch, geht der vfa von im Schnitt 1,0 bis 1,6 Mrd. US-Dollar Kosten pro zugelassenem neuem Krebsmedikament aus (Fehlschläge und Kapitalisierungskosten mitgezählt). Und auch nach der Zulassung werden im zugelassenen Anwendungsgebiet zahlreiche weitere Studien durchgeführt, mit deren Hilfe die Therapieschemata verbessert werden. Viele Krebsmedikamente werden zudem auch für Kinder erprobt (insbesondere Leukämie-Medikamente).

Dazu kommen noch weitere aufwendige Studienprogramme zur Erweiterung des Anwendungsgebiets für das betreffende Medikament. Sie kosten weniger als eine Neuentwicklung, doch ist der Aufwand auch hier beträchtlich, weil ein komplettes eigenes Studienprogramm ab Phase II erforderlich ist.

Längst nicht jedes Projekt hat selbst im Erfolgsfall die Chance auf große Umsätze. Dafür sind in vielen Fällen die Fallzahlen zu gering (etwa beim Hirntumor oder Bauchspeicheldrüsen-Krebs). In anderen Fällen werden sich die Umsätze auf eine ganze Reihe von Medikamenten verteilen.