"Wenn sich bisher unbekannte Nebenwirkungen erst nach der Zulassung zeigen, gibt es dann so etwas wie ein Frühwarnsystem mit dem die bestmögliche Sicherheit der Patienten sichergestellt werden kann?"

Ja, es gibt bereits ein effizientes Frühwarnsystem. Neu zugelassene Medikamente werden im Rahmen eines mit der Zulassungsbehörde vereinbarten Risikomanagementplans einer intensiven Überprüfung bei ihrer Anwendung unterzogen. Jede beim Pharma-Unternehmen eingehende Meldung zu einer Nebenwirkung mit dessen Medikament wird erfasst, bewertet und – wenn schwerwiegend - innerhalb von 15 Tagen an die zuständige Zulassungsbehörde weitergeleitet, wo diese nochmals bewertet werden. Bei Gefahr im Verzug handeln die Hersteller eigenverantwortlich und treffen in Abstimmung mit den Zulassungsbehörden risikomindernde Maßnahmen. Dazu zählt z. B. der Versand von Warnungen an Ärzte und Apotheker per Rote-Hand-Brief. Die Zulassungsbehörden können zudem ein sogenanntes Stufenplanverfahren bei der Möglichkeit von Arzneimittelrisiken oder dem begründeten Verdacht auf ein gesundheitsliches Risiko durch ein Arzneimittel einleiten.