Im Rahmen der Konsensgespräche, die die Regierungsparteien mit der Opposition im Juli 2003 zur Gesundheitsreform geführt haben, ist eines der umstrittensten Instrumente bei der Neuordnung des deutschen Arzneimittelmarktes, die Positivliste, aufgehoben worden. Formal wurde dies im Gesetz zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenversicherung - GMG, das am 1.1.2004 in Kraft trat, mit der Aufhebung des § 33 a im Sozialgesetzbuch V festgeschrieben. Die Vorschriften dieses Paragraphen sahen die Einführung einer Liste erstattungsfähiger Arzneimittel in der gesetzlichen Krankenversicherung vor. Bereits zuvor waren die Arbeiten an einem Arzneimittel-Positivlisten-Gesetz eingestellt worden.

Der VFA hat die Abschaffung dieses umstrittenen Regelwerkes begrüßt, da im Entwurf zu einem Arzneimittel-Positivlisten-Gesetz deutlich geworden ist, dass die Positivliste auch innovative Arzneimittel in ihrer Verordnungsfähigkeit ausgegrenzt bzw. eingeschränkt hätte und sich so zu einer Innovationsbremse zu entwickeln gedroht hätte.

Das durch den Verzicht auf die Positivliste nicht realisierbare Einsparvolumen von circa 800 Millionen Euro kann nach Aussage des Bundesgesundheitsministeriums über andere Maßnahmen erzielt werden. Das betrifft die seit 01. Januar 2004 im Rahmen der Gesundheitsreform beschlossene Herausnahme rezeptfreier Arzneimittel sowie von Lifestyle-Arzneimitteln aus der Erstattung durch die Krankenkassen. Hierzu wurde im März 2004 eine entsprechende Ausschlussliste von Lifestyle-Arzneimitteln vom Gemeinsamen Bundesausschuss beschlossen. Des Weiteren wurde die Nutzenbewertung von Arzneimitteln sowie eine neue Festbetragsregelung für patentgeschützte Arzneimittel eingeführt, um hierdurch weitere Kosten für die gesetzliche Krankenversicherung einzusparen.