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Forschungsförderung ist Zukunftssicherung! Forschung schafft die Wissensbasis für neue Produkte, Anwendungen und Problemlösungen und ist deshalb Deutschlands wichtigste Ressource. Aber nur, wer im Standortwettbewerb um industrielle Forschung mitkämpft, hat die Chancen auf neue Hightech-Arbeitsplätze und die Exportgüter von morgen! Unternehmen brauchen gute Argumente, weshalb sie Forschungsinvestitionen gerade in Deutschland tätigen sollten. Deshalb ist es sinnvoll, eine steuerliche Forschungsförderung für forschende Unternehmen aller Branchen einzuführen – wie sie es in den meisten OECD-Ländern seit langem gibt.

USA, Frankreich, Japan: Steuergutschriften und -abzüge

Aus diesem Grund setzt sich der vfa wie der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) schon seit Jahren dafür ein, dass Deutschland eine steuerliche Forschungsförderung implementiert. Im Herbst 2017 machten sich dafür auch 22 Wissenschaftsorganisationen und Wirtschaftsverbänden in ihrer Stellungnahme „Wissenschaft und Forschung als Fundament unserer Zukunft weiter stärken“ stark.

Fast alle Wettbewerber-Nationen in der EU wie auch Japan und die USA haben eine steuerliche Forschungsförderung implementiert: Firmen können hier ihre Aufwendungen für Forschung und Entwicklung (F&E) direkt steuermindernd geltend machen. Firmen, die noch vor der Vermarktung erster Produkte oder Dienstleistungen stehen (also noch keine zu versteuernden Einnahmen haben), erhalten eine Steuergutschrift. Frankreich wirbt beispielsweise intensiv mit einem 50-prozentigen Steuerabzug im ersten Jahr um die Ansiedlung innovativer Firmen, und Österreich hat seinen Steuerabzug seit 2018 auf 14 % erhöht.

Laborforschung, klinische Entwicklung, Produktionsprozesse

Fischer weiter: „Das Bundesforschungsministerium verfolgt den konsequenten Ansatz, die steuerliche Forschungsförderung nicht nur auf kleine und mittlere Unternehmen zu beschränken. Denn sonst würde zwar sicherlich inhaltlich wertvolle Forschung gefördert, doch ein substanzieller Effekt bliebe aus. Kleine und mittlere Unternehmen erbringen maximal ein Achtel der industriellen Forschungsleistung in Deutschland, und das oft auch erst dank Kooperation mit großen Firmen.“

Der Beitrag forschender Pharma-Unternehmen zur deutschen Forschungsleistung besteht aus Laborforschung für neue Medikamente, der klinischen Entwicklung neu erfundener Medikamente unter Beteiligung zahlreicher Krankenhäuser und Arztpraxen sowie in der Entwicklung neuer Produktionsprozesse. Einen Teil ihrer Forschung und Entwicklung betreiben die forschenden Pharma-Unternehmen inhouse, aber sie vergeben auch F&E-Aufträge an externe Unternehmen.