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Forschende Pharma-Unternehmen unterstützen betroffene Länder bei der Bewältigung der Corona-Krise

Eine wachsende Zahl von Ländern sind von der Corona-Krise hart getroffen. Forschende Pharma-Unternehmen unterstützen das Gesundheitswesen dort mit Geld- und Sachspenden.

Krankenschwester schiebt Versorgungswagen über den Flur einer Krankenhaus-Station in China

Forschende Pharma-Unternehmen und assoziierte Stiftungen haben stark betroffenen Ländern mittlerweile Sach- und Geldspenden im Gesamtwert von mehreren Millionen Euro zukommen lassen: als Hilfe bei der Versorgung der vielen Patienten mit Covid-19, der vom neuen Virus SARS-CoV-2 verursachten Atemwegserkrankung. Unternehmen stellen auch Geld in Fonds bereit, das Einrichtungen in betroffenen Regionen für Maßnahmen für Patienten und andere Betroffene beantragen können. Einige Unternehmen helfen dabei mit, das hohe Testaufkommen für Corona-Test zu bewältigen.

Geld- und Sachspenden international

Zahlreiche Hilfsorganisationen in der ganzen Welt haben von Pharma-Unternehmen Spendengelder erhalten. In China beispielsweise das chinesische Rote Kreuz, aber auch die Organisationen Direct Relief und Project HOPE, die mit Partnern vor Ort das Gesundheitswesen in den betroffenen Gebieten Chinas unterstützen. Finanziell unterstützt werden auch die Weltgesundheitsorganisation WHO, UNICEF, AMERICARES, IsraAID und viele weitere Hilfsorganisationen sowie medizinische Einrichtungen in Italien, in den USA und anderen Ländern.

Zu den Sachspenden zählen Schutzkleidung (einschließlich Masken) für das Personal, Desinfektionsmittel und Medikamente zur Behandlung von Komplikationen bei Covid-19-Patienten (z.B. Antibiotika gegen zusätzliche bakterielle Infektionen, Geräte für Operationen). Gespendet oder zur Verfügung gestellt wurden aber beispielsweise auch Geräte zur Virusdiagnose. Eine Unternehmensgruppe stellt nun selbst verstärkt Desinfektionsmittel her, um sie medizinischen Einrichtungen in mehreren betroffenen Ländern zur Verfügung zu stellen. Ein anderes Unternehmen stellt mehreren deutschen Kliniken Beatmungsgeräte zur Verfügung.

Zu den Spendern zählen unter anderem die vfa-Mitgliedsunternehmen AbbVie, Amgen, AstraZeneca, Bayer, Boehringer Ingelheim, Bristol-Myers Squibb, Eisai, GSK, Lundbeck, Johnson & Johson (in Deutschland: Janssen), Menarini Group (in Deutschland: Berlin-Chemie), MSD(1) , Novo Nordisk, Roche und Takeda sowie die Pfizer Foundation und die Amgen Foundation. Bei Novartis können Einrichtungen in betroffenen Regionen Geld aus einem Fonds beantragen.

Unterstützung Deutschlands in der Krise

Das Unternehmen Bayer stellt seit einigen Wochen medizinischen Einrichtungen in Deutschland zahlreiche für die Virusdiagnostik geeignete Geräte aus der eigenen Forschungsabteilung zur Verfügung. Darüber hinaus hat es an seinem Berliner Standort ein eigenes Covid-19-Testlabor ein, das von Mitarbeitern betrieben wird.

Novartis Pharma, Novartis Onkologie und Sandoz Deutschland haben gemeinsam einen Solidaritätsfonds in Höhe rund 910.000 Euro geschaffen, der für gemeinnützige Organisationen und staatliche Einrichtungen bestimmt ist, die sich lokal für Betroffene der Pandemie engagieren. Die Mittelvergabe erfolgt auf Basis von Vorschlägen von Novartis-Mitarbeitern. Zu den ersten, die Mittel aus diesem Fond erhalten, gehören verschiedene Stellen der Tafel Deutschland e.V. Darüber hinaus hat Novartis dem Bundesministerium für Gesundheit 100.000 Atemschutzmasken zur Verfügung gestellt, die dieses an medizinische Einrichtungen verteilt.

Merck unterstützt Darmstadt und dessen italienische Partnerstadt Brescia in der Krise durch Spenden von Desinfektionsmittel und Atemschutzmasken. Das Desinfektionsmittel stellt das Unternehmen seit einigen Wochen selbst her. Zudem produziert Merck Gesichts-Schutzschilde mit den 3D-Druckern seines Innovationszentrums, die normalerweise zur Fertigung von Prototypen neuartiger Produkte dienen.

Pfizer hat im Verbund mit zwei weiteren Pharmaunternehmen ein Freiwilligen-Programm ins Leben gerufen: KollegInnen mit medizinischer oder pharmazeutischer Ausbildung können freigestellt werden, um Einrichtungen des Gesundheitssystems bei der Diagnose, Behandlung oder an anderer Stelle zu unterstützen. In Deutschland läuft dazu derzeit die interne Rekrutierung. Parallel unterstützt das Unternehmen Initiativen und Projekte finanziell, damit diese ihre Arbeit fortsetzen können. Als Online-Mentoren können Pfizer-Mitarbeiter im Rahmen von "Volunteer Vision" Jugendlichen dabei helfen, sich auf die Schule und ihre berufliche Laufbahn vorzubereiten. Im Rahmen der Malteser Redezeit telefonieren Pfizer-Mitarbeiter regelmäßig mit Menschen, die allein und hilfsbedürftig sind.

Auch bei Bristol-Myers Squibb können sich Mitarbeiter mit relevanter medizinischer Ausbildung (approbierte/r Arzt/Ärztin und/oder geprüfte Gesundheits-/Pflegefachkraft) freiwillig bei der Patientenversorgung in deutschen Krankenhäusern engagieren und werden dafür befristet bei fortlaufendem Gehalt freigestellt.

GSK hat ebenfalls die Möglichkeit geschaffen, dass Mitarbeiter mit relevanter medizinischer Ausbildung befristet medizische Einrichtungen unterstützen können. Auch andere Mitarbeiter können sich einen Tag lang vor Ort bei Hilfsprogrammen engagieren. Zudem hat das Unternehmen die Stiftung Ambulantes Kinderhospiz in München mit 10.000 Euro unterstützt und Einmalhndschul an Health Care Bayern e.V. gespendet. Für 50 Senioren in München, die über den Verein Lichtblick Seniorenhilfe unterstützt werden, kümmert sich das Unternehmen an jedem Wochentag um ein kostenloses Mittagessen.

Gleiches gilt für Janssen: Auch dieses Unternehmen stellt medizinisch ausgebildete Mitarbeiter für den Kampf gegen Covid-19 frei – für bis zu 14 Wochen innerhalb eines Jahres und bei vollem Gehalt.

Und bei MSD können Mitarbeiter mit medizinscher Ausbildung für die Arbeit in Gesundheitseinrichtungen der Region freigestellt werden. Darüber hinaus hat MSD dem Bundesministerium für Gesundheit 80.000 Masken zur Verfügung gestellt, die an Kliniken, kassenärztliche Vereinigungen und Pflegeeinrichtungen verteilt werden.

Auch viele weitere Mitgliedsunternehmen unterstützen Einrichtungen in Deutschland auf vielfältige Weise bei der Bewältigung der Krise.

(1) in den USA: Merck & Co., Inc. (nicht Merck KGaA)