Vorteile für Patienten durch individualisierte Medizin
Die forschenden Pharma- und Biotech-Unternehmen sind auf dem Gebiet der individualisierten Medizin sehr aktiv, um die Grundlage dafür zu schaffen, dass Arzneimittel immer häufiger individualisiert, also auf den Patienten bzw. bestimmte Patientengruppen abgestimmt werden können.
Individualisierte Medizin hat das Potenzial, die Qualität und Erfolgsquoten von Behandlungen entscheidend zu verbessern. Das zunehmend detailliertere Verständnis um die Rolle bestimmter Besonderheiten im Erbgut hat in den vergangenen Jahren bereits dazu geführt, dass Anwendung und Dosierung einiger Arzneimittel auf die genetische Ausstattung der Patienten zugeschnitten werden können. In diesen Fällen wird aus dem genetischen Status der Patienten abgeleitet, ob sich das Medikament für eine Therapie eignet oder nicht. Ist das Arzneimittel nicht geeignet, weicht der Arzt auf eine andere Therapieoption aus. Ebenso kann die angemessene Dosierung basierend auf den Gentests ermittelt werden. Für den Patienten bedeutet dies weniger unwirksame Therapieversuche und die Vermeidung unnötiger Nebenwirkungen. Für den Arzt hat es den Vorteil, dass er seinem Patienten zielgerichtet und damit schneller und zuverlässiger helfen kann.
Das Erbgut eines Menschen kann Einfluss darauf nehmen, was mit Arzneimitteln im Körper geschieht. Daraus ergibt sich, wie gut, wie schnell und wie lange sie wirken und welche Nebenwirkungen sie hervorrufen. Ebenso können genetische Veränderungen beispielsweise von Tumorzellen Resistenzen gegenüber bestimmten Krebsmedikamenten bewirken oder aber die Tumorzellen sogar besonders anfällig für ein bestimmtes Arzneimittel machen. Das Wissen darüber ist daher entscheidend für die Auswahl der bestmöglichen Therapie für den jeweiligen Patienten und damit für eine individualisierte Therapie.
Der Zukunftsreport „Individualisierte Medizin und Gesundheitssystem“[1], der im Auftrag des Büros für Technikfolgenabschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB) erstellt wurde, hat die Zukunftsoptionen der individualisierten Medizin analysiert. Die Autoren kommen zu folgendem Schluss:
Als Voraussetzung für die verbesserte Entwicklung von Präventions- und Behandlungsmöglichkeiten für komplexe Krankheiten wird eine möglichst umfassende Kenntnis aller relevanten Krankheitsfaktoren und ein Verständnis ihres Zusammenwirkens benannt. Biomarkern auf der Ebene des Genoms, Transkriptoms, Proteoms, Metaboloms sowie der Morphologie und Zellbiologie inklusive entsprechender Verfahren für ihre Messung (z. B. bildgebende Verfahren) kommt hierbei eine Schlüsselrolle zu. Aus Gründen der Wirtschaftlichkeit, der Praktikabilität und des Nutzens wird es in den meisten Fällen jedoch nicht möglich sein, die individualisierte Medizin auf der Ebene von Einzelpersonen zu realisieren; vielmehr wird sich die individualisierte Medizin bei bestimmten Patientengruppen durchführen lassen.
Insbesondere bei der Individualisierung der Krebs- und HIV-Therapie haben forschende Pharma- und Biotech-Unternehmen schon Erfolge vorzuweisen mit Gentests, die vorhersagen, ob ein Medikament bei einem Patienten voraussichtlich wirken oder ob der Patient dieses vertragen könnte. Bislang sind für elf Präparate Gentests vor der Anwendung vorgeschrieben, bei drei weiteren Medikamenten werden sie empfohlen.[2]
Weitere Forschungsaktivitäten bei der Identifizierung von Biomarkern – insbesondere auch auf Transkriptom-, Proteom- und Metabolomebene – werden Ärzte im Laufe der nächsten Jahre mehr und mehr in die Lage versetzen, ihre Patienten in der Praxis individualisiert zu behandeln. Damit ist die Biotechnologie auch in diesem Bereich unabdingbar, um die Medizin der Zukunft in die Gegenwart zu überführen.
Literaturtipps:
1http://www.tab.fzk.de/de/projekt/zusammenfassung/ab126.pdf
2Eine laufend aktualisierte Übersicht über diejenigen Wirkstoffe, bei denen bereits heute vor der Anwendung ein Gentest vorgeschrieben ist oder empfohlen wird, ist zu finden unter: http://www.vfa.de/individualisierte-medizin.de
Stand: 29.05.2009
Individualisierte Medizin hat das Potenzial, die Qualität und Erfolgsquoten von Behandlungen entscheidend zu verbessern. Das zunehmend detailliertere Verständnis um die Rolle bestimmter Besonderheiten im Erbgut hat in den vergangenen Jahren bereits dazu geführt, dass Anwendung und Dosierung einiger Arzneimittel auf die genetische Ausstattung der Patienten zugeschnitten werden können. In diesen Fällen wird aus dem genetischen Status der Patienten abgeleitet, ob sich das Medikament für eine Therapie eignet oder nicht. Ist das Arzneimittel nicht geeignet, weicht der Arzt auf eine andere Therapieoption aus. Ebenso kann die angemessene Dosierung basierend auf den Gentests ermittelt werden. Für den Patienten bedeutet dies weniger unwirksame Therapieversuche und die Vermeidung unnötiger Nebenwirkungen. Für den Arzt hat es den Vorteil, dass er seinem Patienten zielgerichtet und damit schneller und zuverlässiger helfen kann.
Das Erbgut eines Menschen kann Einfluss darauf nehmen, was mit Arzneimitteln im Körper geschieht. Daraus ergibt sich, wie gut, wie schnell und wie lange sie wirken und welche Nebenwirkungen sie hervorrufen. Ebenso können genetische Veränderungen beispielsweise von Tumorzellen Resistenzen gegenüber bestimmten Krebsmedikamenten bewirken oder aber die Tumorzellen sogar besonders anfällig für ein bestimmtes Arzneimittel machen. Das Wissen darüber ist daher entscheidend für die Auswahl der bestmöglichen Therapie für den jeweiligen Patienten und damit für eine individualisierte Therapie.
Der Zukunftsreport „Individualisierte Medizin und Gesundheitssystem“[1], der im Auftrag des Büros für Technikfolgenabschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB) erstellt wurde, hat die Zukunftsoptionen der individualisierten Medizin analysiert. Die Autoren kommen zu folgendem Schluss:
„Eine medizinische Versorgung, die durch frühzeitiges Erkennen individueller Risikoprofile und durch maßgeschneiderte Therapien besser an den einzelnen Patienten angepasst ist, könnte im Laufe der nächsten 20 Jahre in ihrer Qualität entscheidend verbessert werden – wenn es gelingt, viele der heute noch offenen Fragen zu klären“.
Als Voraussetzung für die verbesserte Entwicklung von Präventions- und Behandlungsmöglichkeiten für komplexe Krankheiten wird eine möglichst umfassende Kenntnis aller relevanten Krankheitsfaktoren und ein Verständnis ihres Zusammenwirkens benannt. Biomarkern auf der Ebene des Genoms, Transkriptoms, Proteoms, Metaboloms sowie der Morphologie und Zellbiologie inklusive entsprechender Verfahren für ihre Messung (z. B. bildgebende Verfahren) kommt hierbei eine Schlüsselrolle zu. Aus Gründen der Wirtschaftlichkeit, der Praktikabilität und des Nutzens wird es in den meisten Fällen jedoch nicht möglich sein, die individualisierte Medizin auf der Ebene von Einzelpersonen zu realisieren; vielmehr wird sich die individualisierte Medizin bei bestimmten Patientengruppen durchführen lassen.
Insbesondere bei der Individualisierung der Krebs- und HIV-Therapie haben forschende Pharma- und Biotech-Unternehmen schon Erfolge vorzuweisen mit Gentests, die vorhersagen, ob ein Medikament bei einem Patienten voraussichtlich wirken oder ob der Patient dieses vertragen könnte. Bislang sind für elf Präparate Gentests vor der Anwendung vorgeschrieben, bei drei weiteren Medikamenten werden sie empfohlen.[2]
Weitere Forschungsaktivitäten bei der Identifizierung von Biomarkern – insbesondere auch auf Transkriptom-, Proteom- und Metabolomebene – werden Ärzte im Laufe der nächsten Jahre mehr und mehr in die Lage versetzen, ihre Patienten in der Praxis individualisiert zu behandeln. Damit ist die Biotechnologie auch in diesem Bereich unabdingbar, um die Medizin der Zukunft in die Gegenwart zu überführen.
Literaturtipps:
1http://www.tab.fzk.de/de/projekt/zusammenfassung/ab126.pdf
2Eine laufend aktualisierte Übersicht über diejenigen Wirkstoffe, bei denen bereits heute vor der Anwendung ein Gentest vorgeschrieben ist oder empfohlen wird, ist zu finden unter: http://www.vfa.de/individualisierte-medizin.de
Stand: 29.05.2009
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