Von Plattwürmern und Piwis


©  Picture-Alliance/Klett GmbH
Ein internationales Forscherteam hat kleine RNA-Moleküle als zentrale Steuerelemente der Regeneration von Plattwürmern identifiziert. Aufgrund der erstaunlichen Ähnlichkeit vieler Plattwurm-Gene mit denen beim Menschen versprechen sich die Forscher hiervon und über weitere Studien tiefere Einblicke in menschliche Regenerationsmechanismen. mehr

Hundertster Medizinnobelpreis für Erkenntnisse über Chromosomenenden


Bekamen am 10. Dezember 2009 den Nobelpreis für Medizin verliehen: Carol Greider, Elizabeth Blackburn und Jack Szostak (v.l.n.r.; ©  picture alliance)
Der diesjährige Medizinnobelpreis geht an die drei US-amerikanischen Forscher Elizabeth Blackburn, Carol Greider und Jack Szostak für ihre Entdeckungen, wie Chromosomen durch die Telomere und das Enzym Telomerase geschützt sind. Sie wurden für ihre Arbeiten bereits im Jahr 2006 mit dem Albert Lasker Award for Basic Medical Research geehrt – ein Preis, der als höchste medizinisch-wissenschaftliche Auszeichnung in den USA und als Indikator für den späteren Medizinnobelpreis gilt. mehr

Fortschritt durch molekulare Ingenieurskunst


Grafische Darstellung eines Antikörpers (©  vfa)
Monoklonale Antikörper werden zunehmend für therapeutische Zwecke eingesetzt. Sie sind das Ergebnis jahrelanger intensiver Forschung und haben in vielen Bereichen die Therapiemöglichkeiten von schweren und lebensbedrohlichen Krankheiten nachhaltig verbessert. Inzwischen gibt es eine Fülle von Forschungsanstrengungen, weitere mAbs zu entwickeln, aber auch völlig neue Antikörperderivate herzustellen, wobei mittels „molekularer Ingenieurskunst“ der therapeutische Nutzen der gezielt veränderten Antikörper weiter verbessert werden soll. mehr

Produktion von Biopharmazeutika: Deutschland ist weiterhin Europameister


Gentechnische Herstellung von monoklonalen Antikörpern für die Therapie (©  Roche Penzberg)
Bei den Fermenterkapazitäten zur gentechnischen Herstellung von Biopharmazeutika ist Deutschland Europameister und nach den USA Vizeweltmeister. In Europa nimmt Deutschland weiterhin unangefochten den ersten Platz ein. Weltweit haben nur die USA mehr Produktionskapazitäten. Derzeit noch weit abgeschlagen folgen die Länder Indien und Japan. mehr

Antikörper als Motor medizinischer Innovationen

Pharmaforscher vor Struktur eines Antikörpers
Monoklonale Antikörper sind ein wichtiges Gebiet für die Entwicklung innovativer Therapien von Krankheiten. In vielen Indikationen bieten monoklonale Antikörper erstmalige oder bessere Behandlungsoptionen für Patienten mit Krebs- oder Autoimmunerkrankungen; und auch für einige seltene Krankheiten sind monoklonale Antikörper bereits entwickelt worden oder befinden sich in verschiedenen Stadien der klinischen Forschung. mehr

Molekulare Ursache der Arthrose


Deutsche Wissenschaftler haben gemeinsam mit Kollegen aus Seoul molekulare Mechanismen identifiziert, die zum Abbau von Knorpelsubstanz und damit zur Entstehung von Arthrose führen. Sie machen dafür das Molekül Syndecan-4 verantwortlich, das auf der Oberfläche von Knorpelzellen vorkommt. mehr

Dreidimensionale Struktur des HIV-Erbguts aufgeklärt

Lebenszyklus eines HI-Virus
Lebenszyklus eines HI-Virus (©  National Cancer Institute / Trudy Nicholson)
US-amerikanische Forscher haben kürzlich die komplexe dreidimensionale Struktur des HIV-Erbguts veröffentlicht. Dieses Wissen könnte nun die Grundlage liefern, um das therapeutische Arsenal bei einer HIV-Infektion zu erweitern, da für den Infektionsprozess nicht nur die primäre Struktur des viralen Erbguts entscheidend ist, sondern darüber hinaus dessen räumlicher Struktur eine wichtige regulatorische Rolle zukommt mehr

Das internationale Krebsgenomprojekt


©  Roche
Das Bundesforschungs- ministerium und die Deutsche Krebshilfe werden gemeinsam die Beteiligung deutscher Forscher beim International Cancer Genome Consortium unterstützen. Das ICGC hat sich das Ziel gesetzt, im Rahmen eines internationalen Krebsforschungsprojekts mindestens 50 Tumoren genetisch zu charakterisieren und die daraus resultierenden Ergebnisse mit den entsprechenden klinischen Befunden zu korrelieren. mehr

„Umschulung“ von Körperzellen in Stammzellen

Pharmaforscherin am Mikroskop
©  vfa / Martin Joppen
Mehreren Forschergruppen ist es unabhängig voneinander gelungen, Körperzellen in Stammzellen umzuwandeln ohne Zugabe der bis dahin erforderlichen Viren und schließlich sogar ohne Hinzufügen von Genen. mehr

Universeller Grippeimpfstoff: Von der Achillesferse der Grippeviren


Influenza-Virus in der schematischen Darstellung (© Roche)
Bisher muss jedes Jahr ein neuer Grippeimpfstoff entwickelt werden. Nun haben zwei US-Forschergruppen unabhängig voneinander einen Antikörper hergestellt, der eine bestimmte Region auf der Hülle einer Vielzahl von Grippeviren erkennt. Dazu zählen auch die Erreger der Vogelgrippe und der sogenannten Spanischen Grippe. Ob auch die Erreger der Schweinegrippe von diesem neuartigen Antikörper erkannt werden, ist noch offen. mehr

Medizinische Biotechnologie in Deutschland 2009 – Wirtschaftsdaten von Biopharmazeutika und Therapiefortschritt durch Antikörper


Diese aktuelle Studie zur Lage der medizinischen Biotechnologie in Deutschland liegt jetzt vor. Sie wurde von The Boston Consulting Group für vfa bio erstellt. Als einziger erfasst dieser jährlich erscheinende Bericht alle Aktivitäten der medizinischen Biotechnologie in Deutschland – in Startups wie in Großunternehmen. mehr

Vorteile für Patienten durch individualisierte Medizin


©  Bayer HealthCare
Die forschenden Pharma- und Biotech-Unternehmen sind auf dem Gebiet der individualisierten Medizin sehr aktiv, um die Grundlage dafür zu schaffen, dass Arzneimittel immer häufiger individualisiert, also auf den Patienten bzw. bestimmte Patientengruppen abgestimmt werden können. mehr

Mehr als 50 Medikamente für Patienten mit seltenen Krankheiten zugelassen


(©  Boehringer Ingelheim)
Allein in den beiden letzten Jahren hat sich die Zahl der in Deutschland zugelassenen Medikamente gegen seltene Krankheiten fast verdoppelt. Die europäische Orphan-Drug-Gesetzgebung von 2000 zeigt Wirkung: Bis April 2009 haben rund 650 Arzneimittel die Zuerkennung des Orphan-Status erhalten, wovon inzwischen bereits 51 zugelassen sind. Mit diesen zugelassen Präparaten können in der EU knapp drei Millionen Patienten mit seltenen Krankheiten behandelt werden, und bei vielen weiteren Patienten kommen die in Entwicklung befindlichen Arzneimittel im Rahmen klinischer Prüfungen zur Anwendung. mehr

Medizinische Biotechnologie wächst trotz Krise um 9 Prozent


Produktionsanlagen zur Biopharmazeutischen Herstellung bei Boehringer Ingelheim. (©  Boehringer Ingelheim)
In der Wirtschaftskrise zeigt sich die medizinische Biotechnologie bislang resistent. 2008 sind die Biopharmazeutika-Umsätze in Deutschland mit 9 Prozent doppelt so stark gewachsen wie der Gesamtpharmamarkt. Mit unverändert rund 34.000 hoch qualifizierten Mitarbeitern leistet die medizinische Biotechnologie zudem einen wichtigen Beitrag zum Wirtschafts- und Forschungsstandort Deutschland. mehr

Paul-Martini-Preis 2009


(©  Paul-Martini-Stiftung / Thomas Böhm)
Gleich zwei medizinische Leistungen wurden in diesem Jahr mit dem Paul-Martini-Preis gewürdigt: Prof. Ralf C. Bargou wurde ausgezeichnet für den ersten Beleg, dass ein neuartiger Antikörper gegen eine Form von Lymphknotenkrebs wirksam ist. Prof. Frank Martin Brunkhorst und Dr. Christoph Engel erhielten den Preis für den Nachweis, dass zwei Maßnahmen, mit denen Sepsispatienten viele Jahre lang behandelt wurden, unwirksam sind. mehr

Studien mit Kinderimpfstoffen: "Die Sicherheit der Kinder steht an erster Stelle"


© Wyeth Pharma
Impfstoffe leisten einen wesentlichen Beitrag dazu, dass Kinder immer weniger durch Infektionskrankheiten gefährdet werden. Jeder neue Impfstoff muss sich jedoch vor seiner Zulassung erst in Studien bewähren. Impfstoffstudien mit Kindern unterliegen ganz besonderen Anforderungen, wie Dr. Peter-Andreas Löschmann, Medizinischer Direktor der Wyeth Pharma GmbH in Münster, im Interview erläutert. mehr

HIV/AIDS im Fadenkreuz der Gentherapie


(©  VFA/Reimann)
Patienten mit einer HIV-Infektion wurden in einer aktuellen Studie dahingehend untersucht, ob sich mit einer Gentherapie die Anzahl der HI-Viren reduzieren und das Immunsystem stabilisieren lässt. Im Ergebnis konnte eine Abnahme der Viruslast nach Ablauf von rund neun Monaten festgestellt werden; die Anzahl der für die Immunabwehr wichtigen T-Helferzeller war im Verlauf der gesamten Studie erhöht. Spezifische Nebenwirkungen der Gentherapie wurden nicht beobachtet. mehr

Von Pflanzen und Erbkrankheiten

Blüten und Samenschoten der Ackerschmalwand, botanisch Arabidopsis thaliana.© Medical Picture
© Medical Picture
Deutsche Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie in Tübingen haben bei dem Unkraut Arabidopsis thaliana (Ackerschmalwand) einen Gendefekt entdeckt, der in ähnlicher Form beim Menschen für schwere Nervenkrankheiten verantwortlich ist.

Das macht Arabidopsis zu einem guten Modellorganismus, um die Entstehung und Wirkung dieser Art von Gendefekten über mehrere Generationen hinweg zu erforschen, was beim Menschen auf Grund der langen Generationszeit ausgesprochen langwierig wäre. mehr

Warum Forscher „süße“ Biopharmazeutika herstellen


©  Takeda Pharma
Der deutsche Chemiker Emil Fischer hat Ende des 19. Jahrhunderts erstmalig die Struktur eines Zuckers - der Glukose (Traubenzucker) - aufgeklärt. 1902 erhielt er in Anerkennung seiner Arbeiten den Nobelpreis für Chemie. Rund ein Jahrhundert später wurde der Begriff Glykobiologie geprägt. Darunter versteht man die Wissenschaft von der Synthese, Struktur und Biologie von Zuckern. mehr

Therapeutische Impfstoffe: Krebszellen im Visier des eigenen Immunsystems

Impfstoff-Injektion
©  Chiron Vaccines
Bislang werden Impfstoffe fast ausschließlich eingesetzt, um Infektionskrankheiten vorzubeugen. Therapeutische Impfstoffe sollen dagegen nicht der Prävention, sondern der Therapie von Krankheiten, insbesondere von Krebserkrankungen dienen. Pharmaforscher testen solche therapeutischen Impfstoffe aber auch gegen chronische Viruserkrankungen wie beispielsweise die Leberinfektion Hepatitis C, zur Therapie von Patienten mit Alzheimer oder Bluthochdruck sowie zur Raucherentwöhnung. mehr

Viren machen Viren krank

Bakteriophage (T2 mit DNS-Strang, Mikroaufnahme, Vergrößerung 4500:1)
(© picture alliance)
Die Natur hält auch im 21. Jahrhundert noch Neuentdeckungen für die Wissenschaftler bereit. So haben französische Forscher im Wasser industrieller Kühlanlagen vor kurzem ein neues Virus aus der Gruppe der sogenannten Mimiviren gefunden. Darüber hinaus haben sie zudem ein weiteres neues Virus identifiziert, das im Gegensatz zu den riesigen Mimiviren eine extrem kleine Virusart repräsentiert und bis dato unbekannt war. mehr

Drei Nobelpreise für einen unscheinbaren Wurm

Fadenwurm Caenorhabditis elegans
(©  picture alliance)
Caenorhabditis elegans steht in engem Zusammenhang mit gleich drei Nobelpreisen. Dabei ist der Fadenwurm nur etwa 1 mm lang und hat den Durchmesser eines menschlichen Haares. Trotz seines einfachen und winzigen Körperbaus verfügt er über ein Nervensystem, weist alle Merkmale eines „echten“ Tieres auf - und ist damit ein prädestinierter Modellorganismus für die Naturwissenschaften. mehr

Wie Biopharmazeutika Kindern und Jugendlichen nutzen

Biopharmazeutika-Hersteller kümmern sich auch um Arzneimittel für Kinder<br><br>© Sanofi-Aventis
© Sanofi-Aventis
Wie Biopharmazeutika Kindern und Jugendlichen nutzen
Anders als viele chemisch-synthetisch hergestellte Arzneimittel wurden Biopharmazeutika - also gentechnisch hergestellte Medikamente - häufig von Anfang an auch für Kinder und Jugendliche mit entwickelt. Das war schon bei den ersten Biopharmazeutika- Humaninsulin und Wachstumshormon so. Heute sind fast zwei Drittel der zugelassenen Biopharmazeutika (65%) auch für Minderjährige zugelassen - sie haben die verschiedensten Anwendungsgebiete. Insgesamt müssen aber immer noch Lücken in der "Kinderapotheke" geschlossen werden. Die europäische Verordnung für Kinderarzneimittel wird hier zur treibenden Kraft für Neuentwicklungen. mehr

Produktion von Biopharmazeutika in Pflanzen

Tabakpflanzen in Vakuumkammer
(©  HealthCare)
Über Jahrtausende waren Pflanzen und Pflanzenbestandteile die wichtigste natürliche Ressource für die Behandlung von Krankheiten. Nun eröffnet die moderne Biotechnologie die Möglichkeit, gezielt gentechnisch veränderte Pflanzen als „Biofabriken“ zur Herstellung von Arzneistoffen zu verwenden. Dies nennt man häufig auch „Molecular Pharming“, abgeleitet von „pharmaceutical“ und „farming“. mehr

Deutsche Langzeitstudie in den Startlöchern

Blutproben von Patienten
Blutproben von Patienten (© Takeda Pharma)
Eine medizinische Studie in einer Größenordnung, wie es sie bisher in Deutschland noch nicht gegeben hat, soll Aufschluss über die Ursachen häufiger Erkrankungen bringen, darunter Diabetes und ver-schiedene Herz-Kreislauf-, Krebs- und Demenzerkrankungen. mehr

Kann man Krebs riechen?


(© medicalpicture)
Wissenschaftler haben unlängst eine ganz spezifische Mischung von Duftstoffen charakterisiert, welche von Hautstellen stammen, die von Hautkrebs betroffen sind. Dazu verglichen die Forscher Duftproben von elf Hautkrebspatienten mit Proben von elf Gesunden. Im direkten Vergleich stießen sie dabei auf zwei Substanzen, die zwar bei Kranken wie Gesunden vorkamen. Allerdings war einer der beiden Stoffe bei den Hautkrebspatienten über dem Tumorareal in einer deutlich höheren und der andere in einer deutlich niedrigeren Konzentration vorhanden. In dieser ersten, kleinen Studie scheinen die Profile der chemischen Geruchsmarker somit charakteristisch für Hautkrebs im Vergleich zur Kontrollgruppe zu sein. mehr

Medizinische Biotechnologie in Deutschland 2008 – Wirtschaftsdaten und Innovationskraft

cover-bcg-2008
Die Boston Consulting Group (BCG) hat für VFA Bio den Bericht „Medizinische Biotechnologie in Deutschland 2008 – Wirtschaftsdaten und Innovationskraft“ erstellt. Als einziger erfasst dieser jährlich erscheinende Bericht alle Aktivitäten der medizinischen Bio-technologie in Deutschland – in Startups wie in Großunternehmen. mehr

Zugelassene gentechnische Arzneimittel in Deutschland


Hoffnungsträger Gentechnik: unheilbare Krankheiten besiegen
(Foto: © Roche)
Derzeit sind in Deutschland nach Recherchen des vfa mindestens 137 Arzneimittel mit 102 Wirkstoffen zugelassen, die gentechnisch hergestellt werden. (Stand: 28.01.2010) Diese so genannten rekombinanten Arzneimittel machen mit rund 4,4 Mrd. Euro bereits 16 Prozent des Arzneimittelumsatzes in deutschen Apotheken und Krankenhäusern aus (2008; gerechnet zu Herstellerabgabepreisen). Die wichtigsten Anwendungsbereiche sind gegenwärtig Diabetes (Insuline), Blutarmut (EPO-Präparate), rheumatoide Arthritis (Immunmodulatoren), Krebserkrankungen (monoklonale Antikörper) und angeborene Stoffwechsel- und Gerinnungsstörungen (Enzyme, Gerinnungsfaktoren) sowie Schutzimpfungen (Gebärmutterhalskrebs, Hepatitis B). mehr

Aktuell

Biotechnologie:
Hoffnungsträger in der Onkologie und anderen Indikationsbereichen


Gentechnik
Produktion von Biopharmazeutika: Deutschland ist weiterhin Europameister


Biopharmazeutika
In vielen Indikationen bieten monoklonale Antikörper erstmalige oder bessere Behandlungsoptionen für Patienten mit Krebs- oder Autoimmunerkrankungen.


Klinische Forschung:
Wirksamkeit und Verträglichkeit eines Arzneimittels soll sich voraussagen lassen


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Biotech in der Medizin

Regeneration
Steuerelemente der Regeneration von Plattwürmern könnten Einblicke in menschliche Regenerationsmechanismen liefern.


Ehrung
Hundertster Medizinnobelpreis für Erkenntnisse über Chromosomenenden


Forschung mit monoklonalen Antikörpern
Fortschritt durch molekulare Ingenieurskunst