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Die Arzneimittelindustrie als Wirtschaftsfaktor

„Mit einer Nettowertschöpfung von fast 120.000 Euro je Beschäftigtem (2008) gehört die pharmazeutische Industrie zu den leistungsfähigsten Branchen in Deutschland.“

Produktion pharmazeutischer Erzeugnisse in Deutschland

2010 wurden in Deutschland Pharmazeutika im Wert von 27,0 Milliarden Euro produziert, ein Zuwachs von 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Produktionszuwachs 2010 hat sich bei den Unternehmen nicht in entsprechenden Mehrerlösen niedergeschlagen. Durch staatliche Eingriffe (u.a. gesetzlich verordnete Rabatte, Preisstopp) ging der Umsatz der Hersteller im Inland sogar um 2,1 Prozent zurück.



Produktion in Europa, Japan und USA

Im internationalen Vergleich hat Deutschland seine Stellung als Produktionsstandort für pharmazeutische Erzeugnisse knapp halten können. Acht Prozent der Pharmaproduktions aus Europa, Japan und USA, die sich im Jahre 2009 auf insgesamt rund 350 Milliarden Euro belief, stammte aus Deutschland. 1990 waren es noch neun Prozent. Im Vergleich zu Japan und den USA haben die Staaten der Euro-Zone in den letzten fünf Jahren von der Stärke ihrer Währung profitiert. Die pharmazeutische Produktion ausgeweitet haben vor allem mittelgroße europäische Länder wie Irland und die Schweiz.



Konjunkturelle Stabilität

Die Versorgung mit Arzneimitteln zählt zum Grundbedarf der Menschen und ist damit konjunkturellen Schwankungen weniger ausgesetzt als andere Bedürfnisse. Die pharmazeutische Industrie gehört damit zu den Wirtschaftsbereichen, die der wirtschaftlichen Entwicklung Kontinuität verleihen. Einer der wichtigsten Konjunkturindikatoren, der Index der Auftragseingänge, zeigt, dass die Konjunkturzyklen der letzten Jahre, insbesondere die Zyklen 1993 bis 1995, 1996 bis 1998, 1999 bis 2001 und der Boom 2006/07, die pharmazeutische Industrie kaum beeinflusst haben.



Wertschöpfung

Mit einer Nettowertschöpfung von fast 120.000 Euro je Beschäftigten im Jahr 2008 gehört die pharmazeutische Industrie zu den leistungsfähigsten und produktivsten Wirtschaftszweigen in Deutschland.



Exportquote der Arzneimittelhersteller in Deutschland

Der inländische Arzneimittelmarkt hat für die Hersteller in Deutschland aufgrund der vielfältigen Reglementierungen langfristig an Bedeutung verloren. Das Auslandsgeschäft ist dagegen immer wichtiger geworden. Der Exportanteil hat sich innerhalb der letzten 15 Jahre mehr als verdoppelt. Nach den jüngsten internationalen Statistiken ist Deutschland zusammen mit der Schweiz der weltweit drittgrößte Produktionsstandort (nach den USA und Japan).



Beschäftigte in den vfa-Mitgliedsunternehmen

Die Zahl der Beschäftigten in den vfa-Mitgliedsunternehmen hat sich 2010 gegenüber dem Vorjahr kaum verändert. Trotz der eingeschränkten Vergleichbarkeit mit den Vorjahren ist ein langfristiger Trend zu mehr Beschäftigten in FuE unverkennbar. Dies zeigt das hohe Potenzial Deutschlands als Forschungsstandort. Gerade die forschenden Arzneimittelhersteller sind auf qualifizierte Arbeitskräfte angewiesen, die sie in Deutschland finden.



Investitionen

Mit einem Investitionsanteil von 3,9 Prozent des Umsatzes gehört die pharmazeutische Industrie zu den überdurchschnittlich investierenden Branchen in Deutschland. Dies löst in erheblichem Maße zusätzliche Produktion und Beschäftigung in den übrigen Wirtschaftsbereichen aus, wie eine Studie des Instituts für Wirtschaftsforschung beweist. Diese indirekten Produktions- und Investitionseffekte erhöhen die Wertschöpfung der Branche noch einmal um rund 90 Prozent. Insbesondere Wirtschaftszweige mit hoher Wertschöpfungsquote und Beschäftigungsintensität werden von der pharmazeutischen Industrie mitgezogen, z. B. Forschungs- und Entwicklungsdienstleistungen. Jeder Arbeitsplatz in einem unserer Unternehmen schafft einen weiteren Arbeitsplatz in anderen Branchen.



Investitionen der vfa-Mitgliedsunternehmen

Das Investitionsvolumen der vfa-Unternehmen ist 2010 gegenüber dem Vorjahr leicht zurückgegangen, bewegt sich aber weiterhin auf dem Niveau der letzten Jahre.



Preisentwicklung

Bis 2003 haben sich die Preise für Arzneimittel kaum verändert. Danach sind sie deutlich gesunken. Arzneimittel sind heute zehn Prozent billiger als 2000. Dagegen sind die Preise für die gesamten Güter und Dienstleistungen des privaten Verbrauchs seit 2000 um rund 17 Prozent gestiegen.



Arzneimittelpreise im europäischen Vergleich

Arzneimittel sind in Deutschland nicht teurer als in vielen anderen Industriestaaten. Die jüngste Studie eines Forschungsinstituts, erstellt im Auftrag des norwegischen Gesundheitsministeriums, bestätigt dies. Untersucht wurden die Arzneimittelpreise von 200 der meist verkauften Wirkstoffe in zehn europäischen Staaten. Die Ergebnisse zeigen Deutschland im Mittelfeld der verglichenen Länder, gleichauf mit dem Vereinigten Königreich, Dänemark und Österreich.



Mehrwertsteuer auf Arzneimittel im europäischen Vergleich

In den meisten europäischen Ländern ist die Steuerbelastung für Arzneimittel reduziert oder entfällt ganz. In Deutschland wird auf Arzneimittel der volle Mehrwertsteuersatz erhoben.



Preisstruktur in Europa

Mit einem Hersteller-Anteil von 56 Prozent des Endpreises liegt Deutschland am unteren Ende der europäischen Rangskala. Zusammmen mit den gesetzlich vorgeschriebenen Rabatten der Hersteller und Apotheken beläuft sich der Abgabensatz in Deutschland auf 25 Prozent des Endpreises und ist damit der höchste in Europa. In den meisten anderen europäischen Ländern ist die Steuerbelastung für Arzneimittel reduziert oder entfällt ganz.



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