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4. August 2008

Forschende Arzneimittelhersteller versorgen mehr als 800.000 Aidspatienten in Entwicklungsländern

 
Krankenschwester in Uganda
(Foto: © Boehringer Ingelheim)
Mittlerweile erhalten weltweit mehr als 800.000 HIV/Aids-Patienten ihre Medikamente durch Projekte der Accelerating Access Initiative (AAI). Das von den forschenden Arzneimittelherstellern unterstützte Projekt ermöglicht die Versorgung mit Originalpräparaten zum Selbstkostenpreis. Die Zahl der so behandelten Patienten konnte in den vergangenen fünf Jahren vervierfacht werden - und wächst weiter unvermindert an.

Die forschenden Arzneimittelhersteller sind an zahlreichen Hilfsprojekten in den Entwicklungsländern beteiligt. Die AAI ist ein hervorragendes Beispiel für diese Partnerschaften.

Die AAI wurde im Mai 2000 mit dem Ziel gegründet, den Zugang zur HIV Aids Behandlung in Entwicklungsländern zu verbessern. Es handelt sich um eine Partnerschaft von fünf UN-Institutionen (UNAIDS, WHO, UNICEF, UNFPA, Weltbank), und sieben forschenden Arzneimittelherstellern (Abbott, Boehringer Ingelheim, Bristol-Myers Squibb, Gilead, GlaxoSmithKline, Hoffmann-La Roche, Merck& Co Inc.). Im Rahmen eines breit angelegten Aktivitätenspektrums aus Betreuung, Behandlung und Unterstützung wird dabei ein bezahlbarer Zugang zu antiretroviralen Medikamenten sichergestellt. Die Führung obliegt dabei den betroffenen Ländern, die ihre Prioriäten und ihren Bedarf auf nationaler Ebene selbst festlegen.

Unzureichende medizinische Infrastruktur ist das zentrale Problem



So erfreulich die Entwicklung der AAI-Projekte ist: Es darf dabei nicht übersehen werden, dass die Zahl der Menschen, die einer Behandlung bedürfen, noch um ein Vielfaches größer ist. Dass es nicht schon jetzt viel mehr Behandelte sind, ist nicht etwa auf mangelnden Willen oder mangelnden Einsatz zurückzuführen. Tatsache ist vielmehr, dass die Behandlung von HIV/Aidspatienten in Entwicklungsländern eine äußerst komplexe und schwierige Aufgabe darstellt.

Im Gegensatz zur landläufigen Meinung fehlt es grundsätzlich nicht an preiswerten Medikamenten. Die AAI ist dafür ein Beispiel. Das Problem besteht vielmehr darin, diese Medikamente bedarfsgerecht zur Verfügung zu stellen, zu verteilen und ordnungsgemäß einzusetzen. Angesichts der herrschenden Armut und der mangelnden logistischen und medizinischen Infrastruktur in vielen Ländern der Dritten Welt müssen Hilfsprojekte wie die der AAI diese Aufgaben mit übernehmen.

So fehlen nach WHO-Schätzungen z. B. in Afrika etwa zwei Millionen medizinische Fachkräfte. Darüber hinaus ist vielen betroffenen Patienten die Krankheit HIV/Aids und ihre Übertragung nicht bekannt, oder sie lassen sich aus Angst vor Ausgrenzung nicht testen. In solchen Fällen ist zunächst Aufklärungsarbeit und Vertrauensbildung notwendig. Diese grundlegenden Aufgaben kosten viel Zeit und Geld.

Afrika fehlen 2 Millionen medizinische Fachkräfte
(Foto: © Boehringer Ingelheim)
Es wäre auch niemandem geholfen, wenn antiretrovirale Medikamente unkontrolliert und ohne ausreichende Überwachung zum Einsatz kommen würden. Im Gegenteil: Dann wüchse die Gefahr von Resistenzen, die die bewährten und preiswerten Medikamentenkombinationen wirkungslos werden lassen.

Dies wurde auch bei einer vom VFA, der GTZ und action medeor veranstalteten Fachtagung in Berlin deutlich. Namhafte internationale Referenten beleuchteten die Behandlung von HIV/Aids in Entwicklungsländern und analysierten die Herausforderungen und Chancen. Dabei wurde eines offenkundig: Ohne die partnerschaftliche Zusammenarbeit von öffentlichen und privaten Organisationen können die vielfältigen und schwierigen Aufgaben vor Ort nicht bewältigt werden. Die forschenden Arzneimittelhersteller waren und sind bereit, ihre Aufgabe in solchen Partnerschaften zu übernehmen. Vor allem aber stehen sie für die Erforschung und Entwicklung neuer Wirkstoffe und Darreichungsformen, die die Grundlage für die Bekämpfung von HIV/Aids und anderer Infektionskrankheiten sind (siehe Pressemitteilung und Materialien dazu).

Zugang zu Gesundheitsleistungen ist die Aufgabe



HIV-Patient in anti-retroviraler Behandlung
(Foto: © Boehringer Ingelheim)
Neben HIV/Aids bedrohen noch viele weitere Infektionskrankheiten die Menschen in der Dritten Welt. Malaria, Tuberkulose sowie zahlreiche Durchfall- und Hautkrankheiten gehören dazu. Ihre Behandlung ist - Maßstäbe der industrialisierten Welt zugrunde gelegt - nicht schwierig. Die dazu benötigten Medikamente sind in der Regel relativ preiswert. In Ländern aber, in denen das Pro-Kopf-Einkommen einen Euro am Tag nicht überschreitet und deren Gesundheitssysteme praktisch nicht funktionsfähig sind, ist die medizinische Betreuung die Ausnahme und werden selbst die preiswertesten Medikamente unerschwinglich. Es geht daher nur zum Teil um die Frage, wie der Zugang zu Medikamenten möglich gemacht werden kann. Tatsächlich lautet die Aufgabe, den Zugang zu Gesundheitsleistungen insgesamt zu gewährleisten.
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