Berlin (vfa). In Deutschland wird sich bis 2050 die Zahl der an Alzheimer-Demenz Erkrankten verdoppeln. "Große Hoffnungen richten sich daher auf neue Medikamente, die die Krankheit stoppen oder zumindest nachhaltig hinauszögern können. Daran arbeiten forschende Pharma-Unternehmen weltweit in 316 Projekten. 72 Präparate werden bereits mit Patienten erprobt. Somit bestehen trotz vieler Rückschläge in den letzten Jahren gute Chancen, dass sich Alzheimer künftig besser behandeln lässt als heute." Das sagte Cornelia Yzer, Hauptgeschäftsführerin des Verbands der forschenden Pharma-Unternehmen vfa, heute in Berlin mit Blick auf den Welt-Alzheimertag am 21. September.

Deutschland sei ein wichtiger Standort für die industrielle Therapieforschung zur Alzheimer-Demenz, betonte Yzer. So forschten sechs Unternehmen dazu in ihren hiesigen Labors. An 32 laufenden Studien zur Erprobung neuer Alzheimermedikamente und -diagnostika seien auch deutsche Kliniken beteiligt.

Auch die akademische Forschung zu Demenzen gewinne in Deutschland zunehmend an Bedeutung, etwa durch das vom Bundesgesundheitsministerium BMG geförderte Leuchtturmprojekt Demenz, das vom Bundesforschungsministerium BMBF initiierte Kompetenznetz Demenz und das "Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen", das mit BMBF-Förderung gerade in Bonn aufgebaut wird.

"Deutschland hätte damit die Chance, auf diesem Gebiet eine internationale Führungsposition zu erlangen", so Yzer. "Für ein so schwieriges Forschungsfeld, bei dem besonders viele Projekte nicht zum Erfolg führen, brauchen forschende Pharmafirmen allerdings auch finanziellen Spielraum." Der werde von der Politik derzeit systematisch eingeengt.

In jedem Falle müsse das Gesundheitssystem sich darauf vorbereiten, immer mehr Patienten mit Alzheimer- und anderen Demenzen zu versorgen. Yzer verwies auf eine aktuelle, vom vfa beauftragte Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach unter 115 Experten aus Gesundheitspolitik und -wissenschaft. 86 % der Experten aus der Politik und 68 % der Wissenschaftler sahen unser Gesundheitssystem für die Herausforderung Demenz noch ungenügend gerüstet.

Als besonders dringlich sahen 84 % der Befragten eine bessere Unterstützung der familiären Pflege an. 60 % betonten, es solle verstärkt in die Entwicklung neuer Medikamente investiert werden. Dabei zeigten sich 64 % der Befragten optimistisch, dass in den kommenden Jahren mit therapeutischen Fortschritten durch innovative Medikamente gerechnet werden könne.

Weitere Informationen zu Alzheimer finden sich unter:

http://www.vfa.de/de/arzneimittel-forschung/woran-wir-forschen/alzheimer.html



Der vfa ist der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen in Deutschland. Er vertritt die Interessen von 45 weltweit führenden Herstellern und ihren über 100 Tochter- und Schwesterfirmen in der Gesundheits-, Forschungs- und Wirtschaftspolitik. Die Mitglieder des vfa repräsentieren rund zwei Drittel des gesamten deutschen Arzneimittelmarktes und beschäftigen in Deutschland rund 90.000 Mitarbeiter. Mehr als 17.000 davon arbeiten in Forschung und Entwicklung. Die Pressekonferenzen des vfa - auch im Internet. Mehr dazu unter: http://www.vfa.de/onlinepk