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Rainer Jambor: Prostatakrebs

Herr Jambor, wann wurde Ihre Erkrankung festgestellt?

Das war im Jahr 2000. Bei einer Vorsorgeuntersuchung wurde bei mir ein erhöhter PSA-Wert festgestellt. PSA ist ein Eiweißstoff, den die Prostata produziert. Ist dieser Wert erhöht, muss er weiter beobachtet werden, da dies auf Prostatakrebs hindeuten kann. Ein Jahr später war mein Wert bereits doppelt so hoch. Nach weiteren Untersuchungen wurde ein bösartiges Karzinom festgestellt.

Wie war der weitere Krankheitsverlauf?

Nach der Diagnose wurde meine Prostata in einer Operation komplett entfernt. Trotzdem stieg mein PSA-Wert erneut an. Auch eine Bestrahlung war nur kurzfristig erfolgreich. 2003 habe ich eine Behandlung mit einem Hormonpräparat erhalten. Dadurch konnte die Erkrankung vier Jahre stabil gehalten werden. 2008 sind meine Werte allerdings wieder stark angestiegen. Aus diesem Grund erhalte ich zur Zeit eine deutlich höhere Dosierung des Medikaments.

Welche Rolle spielt das Medikament bei Ihrer Erkrankung?

Das Medikament ermöglicht es mir, weiterzuleben. Es kapselt den Krebs ein, der sich noch irgendwo in meinem Körper befindet. Ohne dieses Präparat wäre ich vermutlich schon tot.

Hat sich Ihr Leben durch die Krankheit geändert?

Ich arbeite seit über 34 Jahren bei der Polizei. In dieser Zeit war ich überwiegend als Ermittler bei der Kriminalpolizei tätig. Für mich ist es extrem wichtig, dass ich meinen Beruf auch weiterhin ausüben kann. Ich bin zwar durch meine Krankheit eingeschränkt, aber aufgrund der Medikamente habe ich kaum Fehlzeiten. In meiner Freizeit verreise ich gerne zusammen mit meiner Ehefrau. Bevorzugtes Ziel ist Nordamerika.

Prostatakrebs ist eine Erkrankung, über die viele Betroffene nicht gerne reden. Wie gehen Sie in der Öffentlichkeit mit Ihrer Krankheit um?

Prostatakrebs ist eine lebensgefährliche Erkrankung, die jeden Mann treffen kann. Falsche Scham ist deshalb nicht angebracht. Eine frühzeitige Diagnose kann Leben retten. Die ist nur gewährleistet, wenn man regelmäßig zu Vorsorgeuntersuchungen geht. Aus diesem Grund gehe ich sehr offen mit der Krankheit um und ermutige alle meine Kollegen und Freunde zur regelmäßigen Vorsorge.

Warum haben Sie sich entschieden, bei der Informationskampagne "Forschung ist die beste Medizin." mitzumachen?

Moderne Medikamente ermöglichen mir das Überleben. Auch meine Frau ist schwer erkrankt und auf Arzneimittel angewiesen. Aus diesem Grund stehe ich der Pharma-Forschung sehr offen gegenüber. Sie gewährleistet es, dass es vielen Menschen besser geht.

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