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Horst Glossat: Rheumatoide Arthritis



"Der Schock nach einem Verkehrsunfall hat vermutlich die latent vorhandene Krankheit ausgelöst. "

Herr Glossat, wann wurde die Krankheit bei Ihnen festgestellt?

Das war 1970, da war ich 35 Jahre alt. Ich hatte einen Verkehrsunfall. Drei Tage später sind meine Gelenke angeschwollen. Mein Arzt hat dann auch direkt die richtige Diagnose gestellt: Rheumatoide Arthritis. Der Unfallschock hat vermutlich die latent vorhandene Krankheit ausgelöst.

Wie wurden Sie nach der Diagnose behandelt?

In den siebziger Jahren war die medizinische Forschung leider noch nicht so weit wie heute. Ich habe im Laufe der Jahre zahlreiche verschiedene Medikamente genommen, keines davon hat richtig geholfen. Zwischendurch habe ich es daher auch mit einer homöopathischen Therapie versucht, auch das ohne bleibenden Erfolg. Nichts konnte verhindern, dass sich verschiedene Gelenke, zum Beispiel Hand- und Sprunggelenke, versteift haben. Ich habe zahlreiche Operationen hinter mir. Dabei hatte ich oft unerträgliche Schmerzen. Am schlimmsten war für mich, dass ich meinen Beruf als Industrial-Designer nicht mehr wie erforderlich ausüben konnte. Für mich hat mit der Krankheit über die Jahre so auch ein sozialer Abstieg stattgefunden. Ich musste mit 50 aus dem Berufsleben aussteigen. Dadurch konnte ich mir aber auch meinen bisherigen Lebensstil nicht mehr leisten. Wir mussten aus unserem Haus ausziehen, meine Rente war niedriger als die Miete. Auch mein Familienleben hat darunter gelitten. Meine Ehefrau und ich haben uns schließlich getrennt. Mir ging es sehr schlecht.

Heute scheint es Ihnen deutlich besser zu gehen. Was ist passiert?

2001 kam für mich der Wendepunkt. Ein modernes Medikament ist auf den Markt gekommen. Ich hatte darüber gelesen und dafür gekämpft, dass ich es verschrieben bekomme. Und seitdem ist mein Leben für mich wieder lebenswert geworden, seitdem fühle ich mich gesund.

Wie hat sich Ihr Leben verändert, seit Sie moderne Medikamente nehmen?

Es ist, als hätte für mich ein zweites Leben begonnen. Ich bin wieder beweglicher geworden. Die Schmerzen sind weg. Ich bin wieder ein fast ganz normaler Mensch. Ich kann meinen Hobbies nachgehen. Ich spiele Trompete in einer Jazzband. Wir treten regelmäßig hier bei uns in Frankfurt auf. Ohne Medikamente hätte ich dazu wahrscheinlich schon nicht mehr die nötige Beweglichkeit in den Fingern.

Warum haben Sie sich entschieden, bei der Informationskampagne "Forschung ist die beste Medizin." mitzumachen?

Wenn es mein Medikament eher gegeben hätte, hätte ich meinen Beruf nicht aufgeben müssen und vieles in meinem Leben wäre anders verlaufen. Medizinischer Fortschritt hat mir aber heute meine Lebensqualität zurück gegeben. Forschung ist unerlässlich, sie muss immer weitergehen. Das ist wichtig, darauf möchte ich aufmerksam machen.

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