Die Diagnose kam vor sechs Jahren. Ich wachte eines morgens auf und war auf einem Auge fast blind. Ich ging zunächst zum Augenarzt, doch der konnte keinerlei Störung feststellen und schickte mich zum Neurologen. Dort stellte man dann fest, dass ich an MS leide.
Die MS verläuft bei mir schubartig. Mal geht es mir besser, mal schlechter. Der letzte Entzündungsschub liegt nun aber schon länger zurück und im Moment geht es mir relativ gut. Allgemein bin ich ziemlich schnell erschöpft und leide an Konzentrations- und Gleichgewichtsstörungen. Daher habe ich auch einen Stock bei mir. Aber abgesehen von dem Stock sieht man mir meine Krankheit nicht an.
Meine Pläne, mich als Medienberater selbständig zu machen, musste ich leider aufgeben, das wäre zu riskant gewesen. Ich war dann in einer Werbeagentur tätig. Seit August 2007 bin ich Frührentner. Das ist schon manchmal ein komisches Gefühl. So hat mir neulich eine ältere Frau in der U-Bahn ihren Platz angeboten, als sie gesehen hat, dass ich am Stock gehe. Ich habe aber dankend abgelehnt.
Ich muss natürlich auf meine Ernährung und einen gesunden Lebensstil achten. Andererseits will ich der Krankheit nicht zu viel Raum in meinem Leben geben. Ich treibe viel Sport, mache Yoga oder sogar Tandemspringen. Außerdem engagiere ich mich bei der Deutschen Multiple Sklerose-Gesellschaft DMSG und organisiere MS-Stammtische.
Die Krankheit hat sich dank der Medikamente nicht so schnell ausgebreitet und die Abstände zwischen den einzelnen Entzündungs-Schüben wurden vergrößert. Ganz aufhalten kann man die Krankheitsentwicklung leider noch nicht, aber die Medikamente haben wesentlich dazu beigetragen, dass die MS bei mir nicht sehr viel stärker wurde.
Ich stehe absolut hinter der Medizin-Forschung. Noch ist Multiple Sklerose eine unheilbare Krankheit, doch ich hoffe sehr, dass es der Forschung irgendwann gelingt, ein Medikament gegen MS zu entwickeln. Ich will aber auch anderen Betroffenen zeigen, dass man mit der Diagnose MS ein relativ normales Leben führen kann.
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