1981 erlitt ich einen Kreislaufzusammenbruch. Dieser war vermutlich nervlich bedingt und führte zur Bewusstlosigkeit. Nach ein paar Monaten bin ich erneut zusammengrbochen. Mein Herz war zu dieser Zeit bereits auf die doppelte Größe eines normalen Herzens angewachsen. Die Ärzte diagnostizierten mir eine „fortgeschrittene dilative Kardiomyopathie“. Das bedeutet, dass mein Herzmuskel bereits irreparabel geschädigt war und die Leistung des Herzens täglich abnahm.
In den Folgejahren verschlechterte sich mein Gesundheitszustand zunehmend. Ich wurde immer öfter stationär ins Krankenhaus eingeliefert, hatte massive Atemnot und war mehr und mehr ans Bett gebunden. Ich wurde auf die Warteliste für eine Herztransplantation gesetzt. Ohne Transplantation bescheinigte man mir damals eine Lebenserwartung von weiteren zwei bis drei Monaten. Nach Wochen zwischen Hoffen, Resignation, Zuversicht und Angst wurde mir nach nur zehn Tagen auf der Warteliste im Klinikum Großhadern in München ein Spenderherz transplantiert.
Es kam zwischenzeitlich zu Komplikationen wie Abstoßungsreaktionen gegenüber dem neuen Organ kurz nach der Transplantation, einer Lungenentzündung, Lähmungserscheinungen und auch Ohnmachtsanfällen. Dennoch erholte ich mich sehr schnell und meine Leistungsfähigkeit stieg rasch wieder an. Mittlerweile lebe ich bereits seit fast 22 Jahren mit dem Spenderherzen. Es sind nur wenige Fälle bekannt, bei denen ein transplantiertes Herz so lange schlägt. Vielleicht stelle ich ja in dieser Disziplin einen neuen Rekord auf.
Ohne Medikamente hätte ich sicherlich keine 22 Jahre nach der Herztransplantation überlebt. Dazu gehören vor allem Medikamente, die die Abstoßungsreaktion gegen das fremde Organ verhindern. Zusätzlich nehme ich einige weitere Arzneimittel ein, die den Blutdruck und den Cholesterinspiegel regulieren. Medikamente sind ein überlebenswichtiger Bestandteil meines Lebens und ich kann gut mit ihnen leben.
Ich halte mich am liebsten in der Natur auf und mache gerne Waldspaziergänge. Ich genieße sehr mein neu gewonnenes Leben. Meine Hauptbeschäftigung ist das Engagement als 1. Vorstand in der ArbeitsGruppe Organspende AGO.
Mein Leben wurde durch zwei wesentliche Elemente gerettet: Die Organspende und Medikamente. Moderne Arzneimittel ermöglichen eine erfolgreiche Organtransplantation erst, weil durch sie Abstoßungsreaktionen und weitere Komplikationen verhindert bzw. vermindert werden können. Deshalb unterstütze ich die Forschung. Im Rahmen der Informationskampagne habe ich außerdem die Chance, für eine größere Organspendebereitschaft in Deutschland zu werben.
Was wir bieten und unsere Schwerpunktthemen
weiter lesen