Forschende Arzneimittelhersteller versorgen mehr als 800.000 Aidspatienten in Entwicklungsländern

Krankenschwester in Uganda
(Foto: © Boehringer Ingelheim)
Die forschenden Arzneimittelhersteller sind an zahlreichen Hilfsprojekten in den Entwicklungsländern beteiligt. Die AAI ist ein hervorragendes Beispiel für diese Partnerschaften.
Die AAI wurde im Mai 2000 mit dem Ziel gegründet, den Zugang zur HIV Aids Behandlung in Entwicklungsländern zu verbessern. Es handelt sich um eine Partnerschaft von fünf UN-Institutionen (UNAIDS, WHO, UNICEF, UNFPA, Weltbank), und sieben forschenden Arzneimittelherstellern (Abbott, Boehringer Ingelheim, Bristol-Myers Squibb, Gilead, GlaxoSmithKline, Hoffmann-La Roche, Merck& Co Inc.). Im Rahmen eines breit angelegten Aktivitätenspektrums aus Betreuung, Behandlung und Unterstützung wird dabei ein bezahlbarer Zugang zu antiretroviralen Medikamenten sichergestellt. Die Führung obliegt dabei den betroffenen Ländern, die ihre Prioriäten und ihren Bedarf auf nationaler Ebene selbst festlegen.
Unzureichende medizinische Infrastruktur ist das zentrale Problem
So erfreulich die Entwicklung der AAI-Projekte ist: Es darf dabei nicht übersehen werden, dass die Zahl der Menschen, die einer Behandlung bedürfen, noch um ein Vielfaches größer ist. Dass es nicht schon jetzt viel mehr Behandelte sind, ist nicht etwa auf mangelnden Willen oder mangelnden Einsatz zurückzuführen. Tatsache ist vielmehr, dass die Behandlung von HIV/Aidspatienten in Entwicklungsländern eine äußerst komplexe und schwierige Aufgabe darstellt.
Im Gegensatz zur landläufigen Meinung fehlt es grundsätzlich nicht an preiswerten Medikamenten. Die AAI ist dafür ein Beispiel. Das Problem besteht vielmehr darin, diese Medikamente bedarfsgerecht zur Verfügung zu stellen, zu verteilen und ordnungsgemäß einzusetzen. Angesichts der herrschenden Armut und der mangelnden logistischen und medizinischen Infrastruktur in vielen Ländern der Dritten Welt müssen Hilfsprojekte wie die der AAI diese Aufgaben mit übernehmen.
So fehlen nach WHO-Schätzungen z. B. in Afrika etwa zwei Millionen medizinische Fachkräfte. Darüber hinaus ist vielen betroffenen Patienten die Krankheit HIV/Aids und ihre Übertragung nicht bekannt, oder sie lassen sich aus Angst vor Ausgrenzung nicht testen. In solchen Fällen ist zunächst Aufklärungsarbeit und Vertrauensbildung notwendig. Diese grundlegenden Aufgaben kosten viel Zeit und Geld.

Afrika fehlen 2 Millionen medizinische Fachkräfte
(Foto: © Boehringer Ingelheim)
Dies wurde auch bei einer vom VFA, der GTZ und action medeor veranstalteten Fachtagung in Berlin deutlich. Namhafte internationale Referenten beleuchteten die Behandlung von HIV/Aids in Entwicklungsländern und analysierten die Herausforderungen und Chancen. Dabei wurde eines offenkundig: Ohne die partnerschaftliche Zusammenarbeit von öffentlichen und privaten Organisationen können die vielfältigen und schwierigen Aufgaben vor Ort nicht bewältigt werden. Die forschenden Arzneimittelhersteller waren und sind bereit, ihre Aufgabe in solchen Partnerschaften zu übernehmen. Vor allem aber stehen sie für die Erforschung und Entwicklung neuer Wirkstoffe und Darreichungsformen, die die Grundlage für die Bekämpfung von HIV/Aids und anderer Infektionskrankheiten sind (siehe Pressemitteilung und Materialien dazu).
Zugang zu Gesundheitsleistungen ist die Aufgabe

HIV-Patient in anti-retroviraler Behandlung
(Foto: © Boehringer Ingelheim)
Verwandte Artikel:
Aktuell
vfa legt Beschwerde gegen "heute journal" ein:"Wir sind empört!"
vfa korrigiert Pinkwart:
"5 % und 5 Mrd. sollte man nicht verwechseln"
vfa zur CDU/CSU-
"Der Himmel auf Erden sieht anders aus!"
Cornelia Yzer warns
Quick Fixes Do Not Help Sick People
Publikationen
Ethik-Handbuch Ethisches Verhalten bei der Zusammenarbeit der forschenden Arzneimittelhersteller mit Ärzten, Patientenorganisationen und den anderen Partnern im Gesundheitswesen
Download PDF Zur Bestellung
vormerken
Weitere Publikationen...
Aus F&E
PharmakogenetikIn Deutschland zugelassene Arzneimittel für die individualisierte Medizin
Arzneimittelentwicklung:
Patienten und Ärzte hoffen auf bessere Behandlungsmöglichkeiten - und die Chancen dafür sind gut: Bis Ende 2013 können gegen rund 130 Krankheiten neue Medikamente herauskommen
Gerinnungshemmer:
Thrombosen, Embolien und Schlaganfälle: Besser vorbeugen