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Nebenwirkungen


9. Dezember 2009

Ist es nicht besser auf ein Medikament zu verzichten, das gefährliche Nebenwirkungen hervorrufen kann?

 
Ist es nicht besser auf ein Medikament zu verzichten, das gefährliche Nebenwirkungen hervorrufen kann?

Damit ein Arzneimittel von der Zulassungsbehörde für den Markt zugelassen wird, muss das Pharma-Unternehmen die Wirksamkeit, Sicherheit und Unbedenklichkeit des Produktes nachweisen. Dabei muss der Nutzen eines Medikamentes das Risiko um ein Vielfaches übersteigen. Absolute Sicherheit gibt es aber nicht, dafür sind die einzelnen Menschen und ihre Lebensumstände einfach zu unterschiedlich. Welche Art von Nebenwirkung akzeptiert werden kann, hängt davon ab, ob das Medikament gegen eine leichte oder eine schwere bzw. lebensbedrohliche Krankheit wirksam ist.

Forschende Pharma-Unternehmen versuchen, spätere Nebenwirkungsrisiken schon in den Forschungs- und Entwicklungsstadien eines neuen Arzneimittels so weit wie möglich auszuschließen. Dies ist ein wesentlicher Grund dafür, dass von ursprünglich etwa zehn Substanzen, die nach einer rigorosen Vorauswahl in die klinische Prüfung kommen, letztendlich nur eine einzige die Zulassung erhält. Auch wenn die Medikamente bereits zugelassen und auf dem Markt sind, überwachen die Pharma-Unternehmen ständig die Wirksamkeit und Unbedenklichkeit ihrer Präparate - führen also eine ständige Nutzen-Risiko-Abwägung durch.

In Sorge um mögliche Nebenwirkungen sollte niemand ein vom Arzt verordnetes Medikament ohne Rücksprache mit diesem absetzen. Denn das Risiko, Schaden durch die abrupte Beendigung der Behandlung zu erleiden, ist ungleich höher als das Risiko eines Schadens durch unerwünschte Nebenwirkungen.

Statistiker haben ausgerechnet, was geschehen würde, wenn man zwecks Risikovermeidung alle Arzneimittel und Impfstoffe vom Markt nähme: An Nebenwirkungen würde zwar niemand mehr sterben, und durch die Eliminierung aller Arzneimittelrisiken ließe sich die durchschnittliche Lebenserwartung theoretisch um 37 Minuten verlängern. Ohne Arzneimittel und Impfstoffe aber würden wieder viele Menschen vorzeitig an Krankheiten sterben. Die daraus resultierende Abnahme der durchschnittlichen Lebenserwartung läge bei etwa 15 Jahren.

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