Jahrelang hatte ich Schmerzen im Unterleib. Mein Urologe hat dann meine Prostata abgetastet und meinen PSA-Wert gemessen. Dieser Wert kann ein Indikator für Prostatakrebs sein. Allerdings konnte er nie etwas feststellen.
Dann begann der PSA-Wert zu steigen. Eine Biopsie brachte 2002 dann die traurige Gewissheit: Es ist Prostatakrebs. Zum Glück war der Krebs im Frühstadium und hatte noch nicht gestreut.
Weil die Krankheit noch im Frühstadium war, hat mein Arzt mir versichert, dass ich Zeit habe, mich in Ruhe für eine Therapie zu entscheiden. Dieses Wissen hat mir Gelassenheit gegeben. Dann habe ich mit der Recherche begonnen und mich beraten lassen, um für mich die richtige Therapie zu finden. Ich habe mich dann gegen eine Operation und für eine medikamentöse Behandlung durch eine Hormonblockade entschieden. Während dieser Hormonblockade habe ich mich zusätzlich noch bestrahlen lassen.
Durch die medikamentöse Hormonblockade wird der Tumor am Wachstum gehindert. Die Medikamente haben sich aber auch insgesamt positiv auf meine Lebensqualität ausgewirkt. Das schnelle Abfallen des PSA-Wertes, also das Zeichen, dass die Therapie anschlägt, hat mir auch psychisch sehr geholfen. Das war sehr wichtig für mich: Das Wissen, der Krebs wächst nicht mehr! Ich konnte relativ gelassen mit der Diagnose Krebs umgehen.
Zum Glück muss ich zurzeit keine Medikamente gegen den Krebs mehr nehmen. Ich kann rückblickend nur sagen, das war für mich die richtige Therapiewahl. Wenn es Anzeichen für einen Rückfall geben sollte, würde ich wieder zur Hormontherapie greifen. Ich kann meinen Hobbys nachgehen. Ich singe beispielsweise als Solist und in einem Chor. Ehrenamtlich helfe ich krebserkrankten Männern, und ich bin außerordentliches Mitglied im „Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe“. Krebs ist in Deutschland immer noch ein Tabu. Dagegen arbeiten wir.
Die Bedingungen für Forschung müssen verbessert werden, denn wenn Forschung in Deutschland für Wissenschaftler nicht mehr attraktiv ist, gehen uns die besten Leute verloren. Auch im Bereich Prostatakrebs gibt es noch viel zu forschen. Wir brauchen dringend mehr Studien! Männer mit fortgeschrittenem Prostatakrebs hoffen auf baldige positive Forschungsergebnisse. Für mich ist es deshalb eine Selbstverständlichkeit, die Informationskampagne zu unterstützen.
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