Design-Elememt

Thomas-Jürgen Muhs: Knochenmarkskrebs



"Ohne Medikamente wäre eine Stammzelltransplantation nicht möglich gewesen. Heute gelte ich als geheilt."

Herr Muhs, wann haben Sie erfahren, dass Sie an Knochenmarkskrebs leiden?

Es begann Anfang 2001 auf Curacao. Ich hatte starke Rückenschmerzen. Zuerst glaubte ich an einen Bandscheibenvorfall. Zurück in Deutschland erhielt ich dann jedoch die niederschmetternde Diagnose Plasmozytom, eine Form von Knochenmarkskrebs.

Wie wurde die Erkrankung behandelt?

Ich musste über zwei Monate stationär behandelt werden. In dieser Zeit erhielt ich mehrfach Chemotherapien. Nach einer Hochdosistherapie wurden mir im Oktober eigene Stammzellen transplantiert. Im Februar 2002 erhielt ich dann eine Knochenmarksspende von meiner Schwester. Die Transplantation wurde damals in Hamburg durchgeführt und das NDR-Fernsehen dokumentierte die Operation. Der Therapieverlauf war überraschend gut.

Welche Rolle spielten Medikamente nach der Stammzelltransplantation?

Ohne Medikamente wäre eine Stammzelltransplantation nicht möglich gewesen, da sonst Immunreaktionen aufgetreten wären. Nach der Transplantation musste ich zeitweise bis zu zwölf unterschiedliche Präparate einnehmen, damit es nicht zu Abstoßungsreaktionen kam. Es war übrigens nicht das erste Mal, dass mir Medikamente geholfen haben. Ich hatte bereits 1956 eine Kinderlähmung und 1996 das Dengue-Fieber überstanden.

Wie beschreiben Sie Ihre jetzige Situation?

Die Akutbehandlung nach der Transplantation wurde bereits 2003 beendet. Heute muss ich keine Medikamente mehr nehmen. Seit Anfang 2009 gelte ich sogar als geheilt, weil fünf Jahre lang keine Krankheitssymptome mehr aufgetreten sind. Dies ist für meine Erkrankung eigentlich sehr ungewöhnlich, weil sie in den meisten Fällen chronisch verläuft und nur für eine bestimmte Zeit aufgehalten werden kann.

Hat sich Ihr Leben seit der Krankheit verändert?

Heute lebe ich viel bewusster als früher und habe auch meine Arbeitszeit reduziert. In meiner Freizeit verreise ich gern und widme mich meinen klassischen Automobilen. In meiner Familie hatten wir leider bereits viele Schicksalsschläge. Ich lasse mich jedoch nicht entmutigen und schaue immer nach vorne.

Warum haben Sie sich entschieden, bei der Informationskampagne "Forschung ist die beste Medizin." mitzumachen?

Eine so schwere Erkrankung wie das Plasmozytom lässt sich nicht mit Kräuterwickeln therapieren. Ich habe an meinem eigenen Leib erfahren, wie wichtig die Forschung ist. Ich bin dankbar, dass es moderne Medikamente gibt, sonst würde ich heute wahrscheinlich nicht mehr leben.

Icon Seite weiterempfehlenSeite weiterempfehlen Icon Seite druckenSeite drucken Icon Seite bookmarkenSeite bookmarken
Service
Das Forum für die medizinische Biotechnologie in Deutschland
Banner rechte Spalte vfa bio

Was wir bieten und unsere Schwerpunktthemen
weiter lesen

Bilder der Forschung 2010

Hier finden Sie alle Siegerbilder und die Nominierten.
weiter lesen