In der 10. Klasse haben wir im Biologieunterricht Autoimmunkrankheiten durchgenommen. Jeder konnte einen Urin-Teststreifen ausprobieren und sich auf Diabetes untersuchen. Nachdem sich der Teststreifen bei mir verfärbt hatte, brachte ein zweiter Test beim Arzt die Gewissheit: Ich habe Diabetes. Eigentlich hatte ich bis dahin keine Beschwerden. Außer dass ich extrem viel gegessen und getrunken habe – bis zu sechs Liter am Tag – und dabei nicht zunahm. Aber das fiel keinem sonderlich auf.
Nach der Diagnose verbrachte ich zwei Wochen in der Kinderklinik in Ulm. Dort durchlief ich ein so genanntes „Trainingsprogramm“. Der Blutzuckerspiegel musste langsam gesenkt werden und ich wurde mit Insulin eingestellt. Ich musste in der Klinik erst einmal üben, mir die Insulinspritzen selbst zu geben. Ich lernte auch, meine Ernährungsgewohnheiten umzustellen. Eine Ernährungsberaterin erklärte mir genau, was ich essen darf und in welchen Mengen.
Meine Familie hat mich immer sehr unterstützt. Es hat mir und meiner Familie sehr geholfen, dass man mich in der Klinik so behandelt hat, als sei Diabetes etwas ganz Normales. Das hat uns die Angst genommen und mir gezeigt, dass ich mit meiner Erkrankung normal umgehen und leben kann.
Ich muss täglich vor jeder Mahlzeit meinen Blutzucker messen und Insulin spritzen. Insofern musste ich mich an feste Rituale gewöhnen.
Ich kann heute ganz normal am Leben teilnehmen, mit Freunden ausgehen oder Sport treiben. Natürlich muss ich auf meine Ernährung – insbesondere auf die Kohlenhydrate – achten und meinen Blutzuckerspiegel regelmäßig überprüfen. Ich habe das Denken für meine Bauchspeicheldrüse übernommen. Dank verschiedener Insulinpräparate kann ich je nach Beanspruchung flexibel über einige Stunden bis zu einem Tag mit einer Insulinspritze auskommen. Gerade in meinem Volontariat in einer Filmagentur kommt mir das sehr zu gute.
Ohne meine Insulinpräparate könnte ich nicht das Leben führen, das ich jetzt lebe. Momentan habe ich schon ein Medikament, das meinen Blutzuckerspiegel einen Tag lang einstellen kann. Ich erhoffe mir, dass sich in der Diabetes-Forschung in den nächsten Jahren noch einiges tun wird und die Therapiemöglichkeiten sich weiter verbessern. Ich bin dankbar für die Freiheit, die ich durch die Medikamente habe.
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