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Jens-Rainer Schukat: Lymphdrüsenkrebs



Ich habe dem Krebs den Kampf angesagt. Zwei Monate später war der Tumor völlig verschwunden. Ich hatte den Krebs besiegt.

Herr Schukat, wie haben Sie denn von Ihrer Krankheit erfahren?

Im Frühjahr 2003 bekam ich plötzlich Schmerzen auf der linken Seite unter den Rippen. Zunächst dachte ich noch an eine Sportverletzung, immerhin spielte ich damals Bundesliga-Football. Doch die Ärzte konnten nichts erkennen. Erst als die Schmerzen nach drei Monaten immer stärker wurden, machte man eine Computer-Tomographie. Die Ärzte stellten fest, dass meine gesamte Milz bereits vom Krebs umschlossen war und sich auch schon Metastasen an der Wirbelsäule gebildet hatten. Meine Überlebenschance lag zu diesem Zeitpunkt wohl bei höchstens 20 Prozent.

Wie hat sich die Krankheit dann weiter entwickelt?

Ich habe sofort mit der Chemo-Therapie begonnen. Aufgrund meiner Körpergröße und -masse bekam ich die höchste Dosis, die in Deutschland zugelassen ist. Als der Tumor nach sieben Therapie-Sitzungen nicht weiter schrumpfen wollte, begann eine Stammzellen-Therapie, bei der das Immunsystem komplett ausgeschaltet wird. Sechs Wochen lang lag ich völlig erschöpft in einem Quarantäne-Zimmer. Selbst für längeres Lesen oder Fernsehen war ich zu schwach.

Wann haben Sie denn gespürt, dass es wieder bergauf geht?

Mir ging es nur ganz allmählich besser. Als ich in der Silvester-Nacht 2003/2004 auf dem Dach der Freiburger Uni-Klinik stand und mir das Feuerwerk anschaute, sprach ich den Tumor ganz direkt an: Du wirst mich nicht fertig machen. Ich mache Dich fertig! Ich habe dem Krebs den Kampf angesagt. Zwei Monate später, also Ende Februar 2004, war der Tumor völlig verschwunden. Ich hatte den Krebs besiegt.

Welche Rolle spielten Medikamente bei diesem Heilungsprozess?

Die Chemo-Therapie war eine harte Zeit. Ich verlor alle Haare, war sehr schwach und dauernd müde. Auch die Übelkeit und Mundtrockenheit machten mir zu schaffen. Aber ich habe gekämpft – und gesiegt. Die Medikamente haben mir dabei sehr geholfen. Ohne sie hätte ich es nicht geschafft.

Warum machen Sie bei der Informationskampagne "Forschung ist die beste Medizin." mit?

Ohne den medizinischen Fortschritt wäre ich heute nicht mehr am Leben. Noch vor wenigen Jahren wäre die Krankheit sicher tödlich verlaufen. Ich will anderen Menschen ein Beispiel sein und ihnen Mut machen, den Kampf nicht aufzugeben und der modernen Medizin zu vertrauen. Denn die war die Basis für mein Überleben.

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