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"Ich lebe heute anders – viel bewusster, noch intensiver"

Vor mehr als fünf Jahren erkrankte Ingrid Ratensperger an Brustkrebs. „Ich konnte dem Krebs quasi beim Wachsen zusehen“, berichtet sie: „Es musste sofort etwas geschehen.“ Dank einer intensiven Chemotherapie konnten die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Operation geschaffen werden.

Medikamente waren der Schlüssel

Frau Ratensperger, Sie hatten Brustkrebs. Wie lange ist das mittlerweile her?

Im Februar 2000 entdeckte ich einen Knoten in meiner Brust, obwohl ich erst zwei Monate zuvor zur Vorsorgeuntersuchung beim Gynäkologen gewesen war. Es folgten verschiedene Untersuchungen von einer Tomografie bis zur Entnahme von Gewebeproben des Knotens. Nach vier Wochen wusste ich es dann definitiv: Es ist Krebs. Und wie sich herausstellte, handelte es sich um einen schnell wachsenden aggressiven Tumor. Ich konnte dem Krebs quasi beim Wachsen zusehen. Für mich war klar, es musste sofort etwas geschehen.

Wie gelang es Ihnen, den Krebs zu besiegen?

Ich wollte so schnell wie möglich mit der Behandlung beginnen, um dem Krebs keine Chance zu lassen. Die Therapie auf die lange Bank zu schieben, das wäre nicht meine Sache gewesen. Ich habe vier Mal eine Chemotherapie bekommen und mich dabei bewusst für die kürzesten Abstände entschieden, die möglich und meinem Körper zuzumuten waren. Das würde ich heute genauso wieder machen. Durch die intensive Chemotherapie gelang es, den Tumor zu bekämpfen. Dieser erste Erfolg war die Voraussetzung für die nachfolgende Operation.

Wie haben Sie diese schwere Zeit in Ihrem Leben gemeistert?

Als ich erfuhr, dass ich Brustkrebs habe, war das für mich eine völlig neue Situation. Ich musste erst lernen, mit der Erkrankung umzugehen. Doch Trübsinn ist nie da gewesen. Ich war mir immer sicher, dass ich das schaffe. Ich habe dabei auch große Unterstützung von meinem persönlichen Umfeld und meinem Arzt erfahren, der voller Zuversicht war - auch angesichts der zur Verfügung stehenden Medikamente. Er hat mir für die Chemotherapie Mut gemacht und mir gesagt: ,Sie packen das, das kann ich Ihnen im Voraus sagen.’ Ich denke, es war dieses gute Zusammenspiel: mein Umfeld, die Medikamente und der Arzt. In sie hatte ich Vertrauen.

Wie hat sich Ihr Leben durch Ihre Erkrankung verändert? Wie geht es Ihnen heute?

Ich habe nie gehadert oder gezweifelt. Ich war immer überzeugt, dass ich den Krebs besiegen kann. Nach der Chemotherapie und der Operation habe ich mich ins Leben gestürzt: Es kam eine Reise nach der anderen - Südafrika, New York. Ich hatte Nachholbedarf. Ich war der Meinung, etwas verpasst zu haben. Heute geht es mir gut, ich würde sogar sagen, es geht mir besser als je zuvor: Ich lebe heute anders - viel bewusster, noch intensiver.

Was würden Sie Frauen raten, die gerade erst erfahren haben, dass sie Brustkrebs haben?

Jede Frau, die mir heute erzählt, sie habe Brustkrebs, der würde ich sagen: Verlieren Sie keine Zeit und beginnen Sie sofort mit der Behandlung - sprich der Chemotherapie und der Operation. Wenn jemand lieber einen anderen Weg gehen möchte, dann würde ich davon dringend abraten. Denn dies ist bodenloser Leichtsinn. Dieser Gedanke ist mir nie gekommen, nicht ein einziges Mal, obwohl mir die Chemotherapie sehr zu schaffen gemacht hat. Aber während der Behandlung fühlte ich mich stets gut aufgehoben. Ich würde es heute wieder genauso machen, denn die Medikamente waren der Schlüssel zu meiner Genesung. Ohne sie hätte ich keine Chance gehabt.

Wie wichtig ist es Ihnen, dass Pharma-Unternehmen weiter an neuen Medikamenten gegen Brustkrebs forschen?

Ich sehe heute in meinem Bekanntenkreis, wie viele Frauen von Brustkrebs betroffen sind. In meinem engsten Freundeskreis würde ich sagen, ist es fast jede zweite. Diese Frauen brauchen eine Zukunft. Für sie ist die Forschung an neuen Medikamenten entscheidend. Nur durch Forschung kann es gelingen, dass immer mehr Frauen den Kampf gegen den Krebs gewinnen so wie ich.

Warum haben Sie sich entschieden, bei der Informationskampagne "Forschung ist die beste Medizin." mitzumachen?

Ich stand schon immer der Forschung sehr aufgeschlossen gegenüber. Und als ich selbst Brustkrebs hatte, hätte ich es ohne die richtigen Medikamente nicht geschafft. Das ist mir bewusst und dazu stehe ich. Auch habe ich von Anfang an offen über meine Krankheit gesprochen. Heute und vor fünf Jahren. Brustkrebs ist kein Verbrechen. Ich kann nichts für meine Erkrankung. Ich verstecke mich nicht.

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