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Leukämie: Arian Meidow hat den Kampf gewonnen

Arian Meidow hatte Leukämie. Jetzt – drei Jahre nach der Therapie – konnte er Abstand zu seiner Erkrankung gewinnen. Der Schüler besucht die 13. Klasse und bereitet sich auf die Abiturprüfung im nächsten Jahr vor.

Die Chemotherapie hat mir das Leben gerettet

Wie haben Sie von Ihrer Leukämie erfahren?

Im Dezember 2001 war ich wegen einer Bronchitis in ärztlicher Behandlung. Doch trotz Antibiotika bekam mein Arzt die Bronchitis nicht in den Griff. Über die Weihnachtsfeiertage ging es mir dann zunehmend schlechter. Ich verlor immer mehr an Gewicht und wurde schließlich ins Krankenhaus eingeliefert. In der Silvesternacht kamen noch starke Knochenschmerzen hinzu. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch keine Ahnung, dass es Leukämie sein könnte. Verschiedene Blutuntersuchungen und Tests brachten dann Klarheit: Die weißen Blutkörperchen hatten sich verändert. Es war Leukämie.

Wie wurde Ihre Leukämie behandelt?

Bereits wenige Tage nachdem die Diagnose feststand, begann ich mit der Chemotherapie. Sie zielte darauf ab, die kranken Zellen zu bekämpfen. Weitere Untersuchungen zeigten, dass ich zu einer so genannten Hochrisiko-Gruppe zählte. Das bedeutete für mich, dass neben der Chemotherapie zusätzlich Bestrahlung und Knochenmarktransplantation folgen sollten. Auch beschlossen die Ärzte, die Chemotherapie zu intensivieren. Die hohe Dosierung machte mir sehr zu schaffen, doch es war für mich der richtige und einzige Weg, die Leukämie zu besiegen. Ohne Chemotherapie wäre ich jetzt nicht mehr am Leben.

Hatten Sie Schwierigkeiten einen passenden Knochenmarkspender zu finden?

Viele Freunde und Bekannte ließen sich damals testen. Allerdings hatte niemand von ihnen das passende Knochenmark. Doch dann kam die gute Nachricht, dass die Spenderdatei in Hamburg einen geeigneten Spender gefunden hatte. Im August, acht Monate nach der Diagnose Leukämie, konnte die Transplantation stattfinden.

Wie haben Sie diese schwere Zeit gemeistert?

Es gab keinen Augenblick, in dem ich dachte, dass mein Leben jetzt vorbei sein könnte. Ich habe das nie so nah an mich rankommen lassen. Ich machte mir klar, dass dies jetzt doch eine härtere Krankheit sei, die mit härteren Medikamenten behandelt werden muss. Aber ich war mir sicher, dass diese Zeit auch irgendwann vorbeigehen würde. Ich habe nie aufgegeben. Viel Kraft haben mir dabei meine Familie und meine Freunde gegeben. Sie waren immer für mich da.

Wie sieht Ihr Leben heute aus - drei Jahre danach?

Durch die Leukämie habe ich quasi zwei Jahre meines Lebens verloren. Nach der Transplantation war ich noch einige Monate zu Hause und konnte nur mit Mundschutz auf die Straße gehen. Mein Immunsystem war zu geschwächt. Seit Frühjahr 2003 gehe ich wieder zur Schule. Jetzt bin ich in der 13. Klasse und im Januar sind die Abiturklausuren. Das ist jetzt mein nächstes Ziel.

Wie hat sich Ihr Leben durch die Leukämie verändert?

Inzwischen habe ich Abstand zu meiner Erkrankung gewonnen. Die Vergangenheit bestimmt nicht mehr mein Leben. Ich konzentriere mich auf das Jetzt. Doch natürlich hat sich durch die Erfahrungen der letzten Jahre einiges verändert. Ich weiß heute andere Dinge zu schätzen, sehe vieles mit anderen Augen. Dies fängt zum Beispiel bei Freundschaften und der Einstellung zu materiellen Dingen an. Und ich weiß, dass man auch eine Verantwortung seiner eigenen Gesundheit gegenüber hat. Die Gesundheit ist schließlich das Wichtigste.

Warum engagieren Sie sich für die Pharmaforschung?

Die Chemotherapie hat mir das Leben gerettet. Doch ich habe auch die Nebenwirkungen einer solchen Therapie kennen gelernt. Vor dem Hintergrund meiner Erfahrungen finde ich es sehr wichtig, dass die Forschung weiter vorangetrieben wird. Ich würde mich freuen, wenn manche Nebenwirkungen, unter denen ich gelitten habe, anderen Patienten erspart blieben. Deshalb müssen im Kampf gegen Krebs sowohl Medikamente weiterentwickelt als auch neue Ansätze erforscht werden. Ich würde mir wünschen, dass in Zukunft vielen Krebspatienten noch besser geholfen werden kann.

Sie sind derzeit im Rahmen der Informationskampagne "Forschung ist die beste Medizin." im Fernsehen zu sehen. Was war dabei für Sie entscheidend, mitzumachen und an die Öffentlichkeit zu gehen?

Durch meine Leukämie habe ich selbst erlebt, wie wichtig es ist, dass die richtigen Medikamente zur Verfügung stehen und dass weiter geforscht wird. Menschen, die noch nie ernsthaft krank waren oder nicht unmittelbar betroffen sind, machen sich vielleicht weniger Gedanken über die Bedeutung der Forschung. Aber wenn man selbst betroffen ist, werden diese Fragen plötzlich sehr aktuell. Dann ist man dankbar, dass es wirkungsvolle Medikamente gibt.

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