Ihr Arzt sagt, sie benötigen ein Sartan. Ist das Grund zur Besorgnis? Oder er verordnet Ihnen einen Protonenpumpenhemmer. Betreibt er Elementarteilchenphysik?
Die Namen von Arzneimittelgruppen mögen für den Spezialisten aufschlussreich sein, für den Patienten sind sie es in der Regel nicht. Doch die unten stehenden Erläuterungen geben Aufschluss, was sich hinter dem Fachjargon der Ärzte und Pharmakologen verbirgt.
dienen zum Abtöten von Tumorzellen. Sie wirken, indem sie das Erbgut von Zellen schädigen, die sich schnell vermehren. Weitere Informationen in Therapie Innovation 7 und Therapie Innovation 8.
Antacida
werden gegen Sodbrennen eingesetzt. Sie wirken, indem sie die Magensäure neutralisieren. Weitere Informationen in Therapie Innovation 2.
Antimetabolite
stoppen die Vermehrung von Krebszellen. Sie wirken, indem sie verhindern, dass Zellen sich Stoffe herstellen können, die sie zur Zellteilung brauchen. Weitere Informationen in Therapie Innovation 7.
Antiöstrogene
stoppen in bestimmten Fällen die Vermehrung nach einer Operation im Körper verbliebener Brustkrebszellen. Denn sie verhindern, dass das Hormon Östrogen die Zellen erreicht. Weitere Informationen in Therapie Innovation 7.
Aromatasehemmer
stoppen die Vermehrung von Brustkrebszellen, die nach einer Operation im Körper geblieben sind. Sie wirken, indem sie die Bildung des Hormons Östrogen unterdrücken, das manche Brustkrebszellen zur Vermehrung antreibt. Weitere Informationen in Therapie Innovation 7.
wirken gegen Knochenabbau. Einige Bisphosphonate sind zugelassen, um bei Knochenmetastasen von Krebsgeschwulsten Knochenabbau und Schmerzen zu bekämpfen, andere sind zugelassen, um Osteoporose (Knochenschwund) zu behandeln. Weitere Informationen in Therapie Innovation 7.
unterdrücken entzündliche Prozesse, etwa bei rheumatoider Arthritis, und Schmerzen. Sie wirken, indem sie die Bildung von körpereigenen, Entzündungs- und Schmerzreaktionen auslösenden Stoffen unterdrücken. Synonym: -> COX-2-Inhibitoren. Coxibe gehören zu den -> NSAR. Gegenüber herkömmlichen NSAR zeichnen sie sich durch geringere Nebenwirkungen im Magen aus. Weitere Informationen in Therapie Innovation 2.
COX-2-Inhibitoren
siehe Coxibe
CSE-Hemmer
senken die Konzentration des so genannten LDL-Cholesterins im Blut, das in zu hohen Mengen schädlich ist. Sie bewirken das, indem sie verhindern, dass der Körper (zusätzlich zum Nahrungscholesterin) selbst Cholesterin bildet. Synonym: -> Statine. Weitere Informationen dazu in Therapie Innovation 6.
Cumarinderivate
beugen Blutgerinnseln vor, indem sie die Gerinnungsneigung des Blutes verringern. Sie erzielen diese Wirkung, weil sie die Produktion verschiedener Komponenten des Blutgerinnungssystems im Körper vermindern. Anders als Heparine, niedermolekulare Heparine und selektive Faktor-Xa-Antagonisten können sie als Tabletten eingenommen werden, wirken aber erst nach einigen Tagen. Synonym: Vitamin-K-Antagonisten. Weitere Informationen dazu in Therapie Innovation 4.
fördern die Bildung von Blutkörperchen; z.B. roten Blutkörperchen bei Patienten mit Blutarmut oder bestimmten weißen Blutkörperchen bei Krebspatienten während der Chemotherapie. Sie wirken, indem sie die Reifungsprozesse der Blutkörperchen im Knochenmark beschleunigen. Alle hämatopoetischen Wachstumsfaktoren werden gentechnisch hergestellt. Weitere Informationen in Therapie Innovation 7 und Therapie Innovation 8.
Heparine und niedermolekulare Heparine
beugen Blutgerinnseln vor, indem sie die Gerinnungsneigung des Blutes verringern. Sie erzielen diese Wirkung, indem sie den Ablauf des Gerinnungsvorgangs behindern. Anders als Cumarin-Derivate wirken sie sofort, müssen jedoch gespritzt werden. Heparine werden aus Schweinedarm gewonnen; eine chemische Veränderung zu niedermolekularen Heparinen macht sie u.a. besser dosierbar. Weitere Informationen dazu in Therapie Innovation 4.
Hirudine
nennt man das gerinnungshemmende Eiweiß aus dem Speichel des Blutegels und gentechnisch hergestellte Varianten davon. Alle Hirudine wirken, indem sie einen wichtigen Bestandteil des Gerinnungssystems, das Thrombin, unbrauchbar machen. Die gentechnischen Varianten dienen zur Vorbeugung von Thrombosen und zur Behandlung einer seltenen Nebenwirkung der Anwendung von Heparinen und niedermolekularen Heparinen, der Heparin-induzierten Thrombose Typ-2. Sie müssen gespritzt werden. Natürliches Hirudin dient, als Salbe aufgetragen, zur Auflösung von Blutgerinnseln in oberflächlichen Krampfadern und Hämorrhoiden. Hirudine zählen zu den direkten Thrombininhibitoren. Weitere Informationen in Therapie Innovation 4.
Herzglykoside
dienen der Behandlung der Herzinsuffizienz. Sie werden meist aus dem Fingerhut (Digitalis) gewonnen und kräftigen die Herzkontraktionen. Sie werden praktisch immer mit anderen Herzmedikamenten kombiniert eingesetzt. Weitere Informationen in Therapie Innovation 6.
unterdrücken die Vermehrung von HI-Viren, den Erregern von AIDS. Sie wirken, indem sie ein Virusenzym behindern, das für die Vermehrung des Virenerbmaterials erforderlich ist. Sie werden - wenn nicht drei NRTI gegeben werden - stets mit anderen Medikamenten gegen HI-Viren kombiniert eingesetzt. Ihre chemische Struktur ähnelt der von Nukleotiden, d.h. Bausteinen der Erbsubstanz, wie sie in jeder Zelle enthalten sind. Weitere Informationen in Therapie Innovation 5.
NSAR = nicht steroidale Antirheumatika
dienen zur Unterdrückung von Entzündungen (etwa bei rheumatoider Arthritis), aber auch zur Bekämpfung von Schmerzen und Migräne und zur Fiebersenkung. Viele davon können bei häufiger Anwendung zu Nebenwirkungen im Magen führen; die bei COX-2-Inhibitoren allerdings geringer ausfallen. Weitere Informationen in Therapie Innovation 2 und Therapie Innovation 9.
hemmen die Magensäurebildung, indem sie die Säureausschüttung aus Zellen der Magenschleimhautdrüsen unterdrücken. Sie werden deshalb bei Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren sowie bei Refluxkrankheit eingesetzt. Weitere Informationen in Therapie Innovation 2.