Wissenschaftler suchen derzeit nach einem Impfstoff gegen Helicobacter pylori
Nach dem heutigen Stand des Wissens lassen sich die gängigen Arzneimittel, die die Säureproduktion im Magen drosseln, kaum noch verbessern. Es handelt sich dabei um so genannte
H2-Antagonisten und
Protonenpumpenhemmer - sehr wirksame, gut verträgliche und damit sichere Arzneimittel. H2-Antagonisten blockieren bestimmte „Antennen“ an den Zellen der Magenschleimhaut, an denen ein spezieller Botenstoff „andockt“, der die Produktion von Magensäure fördert. Während H2-Antagonisten die
Produktion von Magensäure einschränken, blocken die Protonenpumpenhemmer sie fast vollständig ab. Sie wirken auf die Säure bildenden Zellen des Magens und verhindern so direkt die Ausschüttung der Magensäure.
Verbesserungsfähig sind nach Meinung von Experten die
Antibiotika, die zur Bekämpfung des Helicobacter pylori eingesetzt werden. Wünschenswert wären Antibiotika, die gezielt die schädlichen Magenbakterien, aber nicht die nützlichen Bakterien der Darmflora angreifen. Damit ließen sich eine
bessere Verträglichkeit und eine verringerte Gefahr von
Resistenzentwicklungen bei den Bakterien erreichen.
Verschiedene Forscher arbeiten derzeit an einem
Impfstoff gegen Helicobacter pylori. Idealerweise soll er sowohl vorbeugend als auch therapeutisch wirksam sein, also einerseits verhindern, dass sich das Bakterium im Magen ansiedelt und andererseits einen bereits eingenisteten Keim wieder vertreiben. Zurzeit werden mehrere Impfstoffkandidaten getestet, unter anderem einer, der einen
gentechnisch hergestellten Abschnitt des bakterieneigenen Emzyms Urease enthält. In Untersuchungen konnte er Tiere vor Infektionen mit einer Helicobacterart schützen und bei Mäusen bereits bestehende Schäden der Magenschleimhaut beseitigen. Allerdings ist derzeit noch nicht abzusehen, wann ein sicherer Impfstoff zur Anwendung bei Menschen verfügbar sein wird.