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28. Juni 2007

Gürtelrose: Das Versteckspiel der Windpockenerreger

 
Varicella-Zoster-Virus verantwortlich für Windpocken und Gürtelrose (© medicalpicture)
Fast jeder kennt sie aus Kindertagen: diese roten Bläschen, die entsetzlich jucken und hässliche Narben hinterlassen können, wenn man kratzt. Windpocken gehören zu den typischen Kinderkrankheiten. Und wenn man sie einmal überstanden hat, bleibt man für den Rest seines Lebens von dieser Erkrankung verschont. Immun ist man dann allerdings nicht gegen die Windpocken-Viren. Noch Jahrzehnte später können die gleichen Erreger eine Gürtelrose hervorrufen. Wie kann das sein?

Nach einer Windpocken-Erkrankung verschwinden die Erreger nicht etwa einfach auf Nimmerwiedersehen, sondern einige Viren verstecken sich in Nervenknoten am Rande der Wirbelsäule und verfallen in einen langen Dornröschenschlaf. Bei den meisten Menschen schlummern sie auf ewig. Bei manchen Menschen aber – etwa 400 von 100.000 Menschen – erwachen sie irgendwann. Dann wandern sie munter entlang der Nervenbahnen wieder an die Körperoberfläche, was sich dann als die schmerzhaften Hautpartien einer Gürtelrose zeigt.

Was weckt die Viren wieder? Bislang weiß das niemand. Es gibt allerdings einige Faktoren, die die Entwicklung einer Gürtelrose begünstigen können: großer körperlicher oder psychischer Stress, ein geschwächtes Immunsystem, Infektionskrankheiten, Krebserkrankungen oder auch ein Sonnenbrand.

Da ältere Menschen häufiger unter gesundheitlichen Problemen leiden, bricht das Virus meist erst jenseits des 50. Lebensjahres aus. Eine Gürtelrose beginnt mit leichtem Fieber, dann schmerzt, kribbelt und juckt die Haut häufig im Bereich des Bauches und Rückens. Nach Stunden oder Tagen entstehen dort – mitunter gürtelförmig – frische kleine Bläschen. Das ist der Beweis für eine Gürtelrose. So lange die Bläschen da sind, besteht Ansteckungsgefahr für alle, die noch keinen Kontakt mit den Viren hatten; wer sich infiziert, bekommt Windpocken und keine Gürtelrose.

Gürtelrose klingt von alleine wieder ab; durch rasches Eingreifen mit antiviralen Medikamenten lässt sich die Zeit bis dahin allerdings wesentlich verkürzen. Darauf versinken die Viren wieder in ihren Dornröschenschlaf. Jeden zehnten Erkrankten plagen jedoch noch einige Zeit Nervenschmerzen, so genannte neuralgische Schmerzen. Und leider ist nicht ausgeschlossen, dass die Viren noch ein weiteres Mal zuschlagen.
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