Design-Elememt
17. August 2006

Fettpolster machen Spritzen wirkungslos

 
Das Herz schlägt schneller, der Schweiß rinnt von der Stirn, am besten nicht hingucken und dann … – der Pieks in den Po. Zu allem Unglück lohnt sich diese Strapaze bei manchen nicht einmal. Denn nicht immer hilft, was normalerweise hilft. Größere Fettpolster am Allerwertesten können dazu führen, dass eine Spritze ins Gesäß einen schwächeren Effekt hat. Das hat nun eine Studie am Adelaide-and-Meath-Krankenhaus in Dublin (Irland) bestätigt.

Die Forscher untersuchten 50 Patienten mit mehr oder weniger viel Speck auf der Hüfte. Nachdem sie den Probanden eine Spritze in den Po verpasst hatten, beurteilten sie mit Hilfe einer Computertomografie, wohin die Flüssigkeit tatsächlich gespritzt worden ist. Dabei bedienten sie sich eines Tricks: In der Flüssigkeit befand sich eine kleine Luftblase, deren Position sich gut feststellen ließ. Zudem wurde die Dicke des Fettgewebes im Injektionsbereich ermittelt. Die ernüchternde Bilanz: Bei nur jedem dritten Probanden gelangte die Flüssigkeit schließlich dahin, wo sie bei einer Injektion in den Po hin soll – nämlich in den Gesäßmuskel. Bei den anderen Testpersonen landete die verabreichte Flüssigkeit lediglich im darüber liegenden Unterhautfettgewebe.

Vor allem Impfstoffe oder Schmerzmittel werden oft durch eine Injektion in den Gesäßmuskel verabreicht. Die bevorzugte Injektionsstelle dabei ist die obere, äußere Region des Gesäßes, denn dort liegen kaum große Blutgefäße, Nerven und Knochen, die durch die Nadel beschädigt werden könnten. Zugleich tummeln sich in diesem Bereich des Gesäßmuskels aber viele kleine Blutgefäße, die gewährleisten, dass ein Wirkstoff schnell in den Blutkreislauf aufgenommen werden kann.

Damit ein Wirkstoff auch sicher und schnell in der Blutbahn landet, muss also die Injektionsnadel durch das über dem Gesäßmuskel liegende Fettgewebe hindurch dringen. Nur: Bei dickeren Personen funktioniert das manchmal nicht so gut – die Wirkung verpufft dann teilweise in der Fettschicht, denn Fettgewebe besitzt viel weniger Blutgefäße als Muskelgewebe.
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