Wie kann ein Arzneimittel wirken, das gar keinen Wirkstoff enthält?
Bleibt noch die Frage, wie ein Arzneimittel wirken kann, das gar keinen Wirkstoff enthält. Plazebos heißen diese Medikamente ohne Wirkstoff (von lateinisch "placebo"; wörtlich übersetzt bedeutet es "Ich werde gefallen"). Allgemein anerkannt ist, dass sich mit Plazebos bis zu 50 Prozent der Wirkung eines "echten" Arzneimittels (Verum) erzielen lassen, bei manchen Krankheiten sogar noch mehr. Und Plazebos können sogar "Nebenwirkungen" verursachen. Magen-Darm-Beschwerden, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Erregung oder Depression: Das sind die häufigsten Symptome, über die Patienten nach Plazebo-Einnahme klagen.
Letzten Endes ist damit gezeigt, dass der Mensch mehr ist als die Summe der in ihm stattfindenden bekannten biochemischen Reaktionen. Allein die Aufforderung, ein Plazebo oder ein Verum einzunehmen, löst im Bewusstsein des Patienten schon etwas aus. Dieses "Etwas" kann Auswirkungen auf Psyche, Hormonhaushalt und Immunsystem haben, denn diese Systeme sind sehr eng miteinander verbunden. So kann es z.B. bei der Schmerztherapie zur Ausschüttung von Endorphinen, das sind körpereigene, schmerzstillende Substanzen, kommen.