Design-Elememt
13. September 2005

Impfstoff gegen Malaria endlich in Sicht

 
Endlich in Sicht: Ein effektiver Impfstoff gegen Malaria
Schon in der Antike fürchteten die Menschen die Malaria,das belegen unter anderem schriftliche Zeugnisse der berühmten Ärzte Hippokrates (460-377 v. Chr.) und Galenos (129-199 n. Chr.). Die „Wechselfieberseuche“, die von Mücken übertragen wird, war keineswegs nur ein exotisches Leiden, das heute als unliebsames Souvenir aus fernen Urlaubsparadiesen gilt. So klagte Albrecht Dürer (1472-1528) „über eine wunderliche Krankheit“ und erläuterte seinem Arzt die erlittenen Beschwerden per Zeichnung. Die „wunderliche Krankheit“ hatte den Künstler während einer Reise in die Niederlande „befallen“. Vermutlich handelte es sich um eine Malariainfektion, von der er sich nicht mehr erholen sollte.

Insektenvernichtungsmittel, verbesserte Hygiene und vor allem die Begradigung der Flüsse - wodurch oftmals menschliche Siedlungen und Mückenbrutstätten weiter auseinander rückten - sowie die Entwicklung geeigneter Medikamente konnten die Erkrankung in Europa zurückdrängen. Eine ganz simple Maßnahme, die inzwischen in Afrika zunehmend auch bei den Einheimischen Verbreitung findet, ist übrigens das Mosquitonetz, das Schlafende vor dem infektiösen Stich der Mücke schützt.

Seit mehr als 50 Jahren erforschen Wissenschaftler zudem die Möglichkeit, die Malaria mit Hilfe eines Impfstoffs zu bekämpfen - bislang jedoch ohne Erfolg. Dabei schien die Idee einer Impfung alles andere als abwegig. So entwickelt sich bei den Bewohnern malariagefährdeter Gebiete nach regelmäßigen Infektionen eine natürliche Widerstandkraft. Das dürfte auch der Grund dafür sein, warum Jugendliche und Erwachsene nur selten schwer erkranken und die Krankheit vor allem bei kleinen Kindern und Säuglingen oftmals einen schweren oder sogar tödlichen Verlauf nimmt. Zu den schweren Komplikationen der Malaria zählen beispielsweise Schäden im Gehirn.

Es galt für die Impfstoffforscher also, die Mechanismen zu finden, die die körpereigene Abwehr gegen die Malariaerreger in Gang setzen und einen dazu passenden Impfstoff zu entwickeln. Jahrzehntelang scheiterten jedoch alle Versuche hierzu. Keiner der erprobten Impfstoffe konnte die Geimpften vor Malariainfektionen schützen.

Nun allerdings zeichnet sich ein Durchbruch im Kampf gegen die Tropenkrankheit ab. Ein experimenteller Impfstoff hat in einer Studie bei Kindern unter vier Jahren schwere Malariaverläufe offenbar zu 58 Prozent verhindert. Allerdings schützt der Impfstoff nur bei 30 Prozent der Geimpften ganz vor einer Malariainfektion. Da er in den ersten Lebensmonaten besonders gut zu wirken scheint, soll nun seine Verträglichkeit für Säuglinge und die Dauer seiner Schutzwirkung genauer untersucht werden. Marktreife dürfte der Impfstoff jedoch nach Auskunft des Unternehmens, das ihn entwickelt, nicht vor 2010 erlangen.
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