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10. Juli 2008

Vom Senfgas zur Chemotherapie

 
© dpa
Die Knoten und Gefäße des menschlichen Lymphsystems wurden erstmals Mitte des 17. Jahrhundert beschrieben. Wer genau der Entdecker war, ist bis heute umstritten. Die erste bekannte Veröffentlichung zu diesem Thema stammt jedoch von dem dänischen Arzt Thomas Bartholin aus dem Jahre 1652. Nur 14 Jahre später beschrieb der italienische Anatom Marcello Malphigi dann wahrscheinlich das erste Hodgkin-Lymphon. Benannt wurde es aber nach dem englischen Arzt Thomas Hodgkin, der in einer Arbeit von 1832 gleich mehrere Fälle der Erkrankung schilderte. Der Schotte William McIntyre verfasste dann 1850 den ersten Bericht über das zur Gruppe der Non-Hodgkin-Lymphome (NHL) gehörende multiple Myelom. Es dauerte jedoch noch lange, bis alle heute zu den NHL gezählten Erkrankungen bekannt waren. So wurde das Burkitt-Lymphom erst 1956 von dem britischen Chirurgen Denis Burkitt in Uganda entdeckt.

Mit Strahlen und Chemie
Die Grundlagen der heute angewendeten Strahlentherapie des Lymphdrüsenkrebs wurden bereits in den 20er- und 30er-Jahren des letzten Jahrhunderts entwickelt. 1952 folgte die erste Chemotherapie bei einem Kind mit einem Hodgkin-Lymphom. Das dazu verwendete Zytostatikum Mechlorethamin war eine Weiterentwicklung des Senfgases, einem chemischen Kampfstoff aus dem Ersten Weltkrieg, der die Bildung von Lymphozyten hemmt. 1959 führte man mit Cyclophosphamid ein weiteres Zytostatikum in die Lymphomtherapie ein, das fünf Jahre später auch Bestandteil der ersten Kombinationschemotherapie war. Mit der zunehmenden Verfügbarkeit weiterer Zytostatika wurden in den folgenden Jahren immer neue Kombinationen dieser Substanzen erprobt und optimiert. Eine grundlegende Verbesserung der Therapiemöglichkeiten brachte dann noch einmal die Einführung des monoklonalen Antikörpers Rituximab 1997.

Aufklärung tut not
Trotz des ständigen Fortschritts in der Therapie, können auch heute noch nicht alle Patienten geheilt werden. So starben der ehemalige Schah von Persien Mohammed Reza Pahlavi, der jordanische König Hussein und auch die ehemalige Präsidentengattin Jackie Kennedy-Onassis an einem Non-Hodgkin-Lymphom. Überlebt hat seine Erkrankung hingegen der bekannte Fernsehschauspieler Michael Lesch, bei dem 1999 ein Hodgkin-Lymphom festgestellt wurde. Nachdem er innerhalb eines Jahres mehrere Chemotherapien und Operationen überstehen musste, gilt er mittlerweile als geheilt. Heute setzt sich der TV-Star dafür ein, die Erkrankung Lymphdrüsenkrebs in Deutschland bekannter zu machen – denn neun von zehn Bundesbürger haben das Wort Lymphom noch nie gehört.

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