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19. Mai 2009

Hoffnung auf bessere Heilungschancen bei chronischer Leukämie

 
Forscher suchen weiter nach neuen Ansätzen wie der Antikörpertherapie
Früher wurde die chronische myeloische Leukämie (CML) mit Medikamenten sowie durch Bestrahlung bekämpft. Diese Therapien verursachen allerdings schwere Nebenwirkungen. Heilung konnte bisher vor allem durch eine Knochenmarktransplantation erreicht werden. Voraussetzung für diese Behandlung ist das Vorhandensein eines passenden Spenderknochenmarks. Ein Problem bei der Knochenmarktransplantation stellt die zwischenzeitliche Immunschwäche zwischen dem Abtöten des eigenen Knochenmarks und dem Aufbau des transplantierten Spenderknochenmarks dar. Diese kritische Phase muss der Patient in sterilen Räumen verbringen, um vor sonst harmlosen, nun aber lebensbedrohlichen Keimen geschützt zu sein.

Bessere Heilungschancen bei der CML brachte ein Wirkstoff, mit dem nach Meinung der Wissenschaftler ein neues Zeitalter in der Therapie von Leukämie eingeleitet wurde. Es handelt sich dabei um Imatinib, das die Krebszellen gezielt angreift und die zellulären Vorgänge blockiert. Der Wirkstoff, der als Primärtherapie sowohl in der frühen als auch in der chronischen Phase der CML zugelassen ist, wird dauerhaft in Tablettenform eingenommen. Er ermöglicht es, dass sich die kranken Blutzellen nicht mehr so schnell vermehren und schneller absterben. Da die gesunden Zellen weitestgehend verschont bleiben, treten kaum Nebenwirkungen auf.

Allerdings sprechen zirka vier Prozent der CML-Patienten auf die Imatinib-Therapie nicht an beziehungsweise kommt es in der Langzeittherapie bei diesen Patienten zu einem Verlust an Wirksamkeit. In den meisten Fällen hemmt Imatinib ein für diese Leukämieform charakteristisches Enzym mit dem Namen BCR-ABL, das die krankhafte Zellvermehrung anregt. Doch bei manchen Patienten kommt es im Verlauf der Erkrankung zu zusätzlichen Veränderungen in diesem Enzym, die für die Bildung von Resistenzen gegen Imatinib verantwortlich sind. Zwei neue Wirkstoffe - Nilotinib und Dasatinib - zeigten jedoch in genau diesen Fällen Wirkung und sind mittlerweile zur Therapie der CML nach dem Versagen von Imatinib zugelassen.

Neue Therapieansätze durch Antikörpertherapie

Seit wenigen Jahren ist auch die Antikörpertherapie als neues wirksames Verfahren bei der chronisch lymphatischen Leukämie (CLL), der häufigsten Form der Leukämie im Erwachsenenalter, hinzugekommen. Dem Patienten werden dabei im Labor entwickelte Antikörper wie die Wirkstoffe Alemtuzumab oder Rituximab verabreicht, die sich an die Krebszellen heften und es dem Immunsystem so ermöglichen, den Tumor zu zerstören. Die Behandlung ist nebenwirkungsarm, und gesunde Zellen bleiben dabei verschont.
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