Forscher suchen weiter nach neuen Ansätzen wie der Antikörpertherapie
Früher wurde die
chronische myeloische Leukämie (CML) mit Medikamenten sowie durch Bestrahlung bekämpft. Diese Therapien verursachen allerdings schwere
Nebenwirkungen. Heilung konnte bisher vor allem durch eine
Knochenmarktransplantation erreicht werden. Voraussetzung für diese Behandlung ist das Vorhandensein eines passenden Spenderknochenmarks. Ein Problem bei der Knochenmarktransplantation stellt die
zwischenzeitliche Immunschwäche zwischen dem Abtöten des eigenen Knochenmarks und dem Aufbau des transplantierten Spenderknochenmarks dar. Diese kritische Phase muss der Patient in sterilen Räumen verbringen, um vor sonst harmlosen, nun aber lebensbedrohlichen Keimen geschützt zu sein.
Bessere Heilungschancen bei der CML brachte ein Wirkstoff, mit dem nach Meinung der Wissenschaftler ein neues Zeitalter in der Therapie von Leukämie eingeleitet wurde. Es handelt sich dabei um
Imatinib, das die Krebszellen gezielt angreift und die zellulären Vorgänge blockiert. Der Wirkstoff, der als Primärtherapie sowohl in der frühen als auch in der chronischen Phase der CML zugelassen ist, wird dauerhaft in Tablettenform eingenommen. Er ermöglicht es, dass sich die
kranken Blutzellen nicht mehr so schnell vermehren und schneller absterben. Da die gesunden Zellen weitestgehend verschont bleiben, treten kaum Nebenwirkungen auf.
Allerdings sprechen zirka vier Prozent der CML-Patienten auf die Imatinib-Therapie nicht an beziehungsweise kommt es in der Langzeittherapie bei diesen Patienten zu einem
Verlust an Wirksamkeit. In den meisten Fällen hemmt Imatinib ein für diese Leukämieform charakteristisches Enzym mit dem Namen BCR-ABL, das die krankhafte Zellvermehrung anregt. Doch bei manchen Patienten kommt es im Verlauf der Erkrankung zu zusätzlichen Veränderungen in diesem Enzym, die für die Bildung von Resistenzen gegen Imatinib verantwortlich sind. Zwei neue Wirkstoffe -
Nilotinib und Dasatinib - zeigten jedoch in genau diesen Fällen Wirkung und sind mittlerweile zur Therapie der CML nach dem Versagen von Imatinib zugelassen.
Neue Therapieansätze durch Antikörpertherapie
Seit wenigen Jahren ist auch die
Antikörpertherapie als neues wirksames Verfahren bei der
chronisch lymphatischen Leukämie (CLL), der häufigsten Form der Leukämie im Erwachsenenalter, hinzugekommen. Dem Patienten werden dabei im Labor entwickelte Antikörper wie die Wirkstoffe
Alemtuzumab oder
Rituximab verabreicht, die sich an die Krebszellen heften und es dem Immunsystem so ermöglichen, den Tumor zu zerstören. Die Behandlung ist nebenwirkungsarm, und gesunde Zellen bleiben dabei verschont.