Der Aderlass spielte bei der Behandlung des Schlaganfalls eine wichtige Rolle
Auch in früheren Zeiten, als der Schlaganfall noch Schlagfluss hieß, war er eine häufige Todesursache. So starb
Gotthold Ephraim Lessing 1781 in Braunschweig an einem „Schlagfluss“. 1796 raffte ein Schlaganfall Zarin Katharina die Große hinweg. Wladimir Iljitsch Uljanow, besser bekannt als
Lenin, verlor sein Leben 1924 infolge dreier Schlaganfälle.
In der Behandlung des Schlagflusses spielte der
Aderlass eine wichtige Rolle. Galt er doch schon in der
Antike als eine Art Allheilmittel. Mit seiner Hilfe sollte das Gleichgewicht der Körpersäfte wieder hergestellt werden. Doch einige der betroffenen Patienten starben an den Folgen der anschließenden Blutarmut. Nichtsdestoweniger kam die Hämodilution, wie der Aderlass auch genannt wird,
noch bis vor kurzem bei der Behandlung des Schlaganfalls zur Anwendung. Allerdings wurde das Blut mit Hilfe einer Kanüle kontrolliert abgelassen und anschließend durch eine spezielle Flüssigkeit ersetzt, also auf diese Weise verdünnt. Mittlerweile hat sich jedoch gezeigt, dass es nach einem akuten Schlaganfall für eine solche Behandlung in der Regel zu spät ist und sich Lähmungen beim Patienten sogar verstärken.
Salbei in der mitteralterlichen Klostermedizin
In der mittelalterlichen Klostermedizin galt Salbei als Arznei zur Behandlung des Schlaganfalls. So weist das
Lorscher Arzneibuch, das um das Jahr 800 entstanden ist, unter dem Stichwort „Apoplexia Minoris“ - leichter Schlaganfall - auf das Heilkraut hin. Ein
Gebräu aus Salbei Myrrhe, Weihrauchkörnern und Steckenkrautsaft sollte "gegen einseitige Lähmung, das ist das schlaffe Herabfallen des Armes oder Beines" helfen. "Man mischt es mit einem Becher Essig und zwei Bechern Wasser und gibt davon während dreier Monde zu trinken: zuerst bei zunehmendem Mond am Donnerstag, Freitag und Samstag, dann ebenso bei abnehmendem Mond und wiederum bei zunehmendem Mond. Der Patient darf 40 Tage lang keinen Wein und kein Fleisch zu sich nehmen und soll in diesem Zeitraum an jedem Tag, an dem er diesen Trank nicht einnimmt, Sonnenwerbel, das ist Wegwarte, mit Wasser und Pfeffer trinken", beschreibt das Arzneibuch des karolingischen Zeitalters. Was diese mittelalterliche Arznei im Körper tatsächlich bewirkte, liegt jedoch bislang im Dunkel der Medizingeschichte: Schlüssige
Nachweise der Wirksamkeit auf Grund pharmakologischer Prüfungen der Inhaltsstoffe
fehlen weitgehend.