Seit der ersten Herztransplantation im Jahre 1967 hat sich das Operationsverfahren bewährt und wurde daher in den letzten 40 Jahren kaum verändert. Ein Problem blieb jedoch der Transport des Spenderherzens. Einmal stillgelegt und entnommen, wird es in einer Eisbox auf den Weg gebracht, in der es jedoch nur wenige Stunden aufbewahrt werden kann ohne größeren Schaden zu nehmen. Je länger der Transport dauert, umso größer ist die Gefahr, dass das Herz im neuen Körper nicht mehr funktioniert oder Folgeschäden entwickelt.
Ein schlagender Erfolg
Im Februar 2006 erprobte die Klinik für Thorax- und Kardiovaskularchirurgie in Bad Oeynhausen erstmals und erfolgreich das völlig neue Transportverfahren des „schlagenden Herzens“. Bei dieser Methode wird das Herz nicht wie sonst stillgelegt, sondern im schlagenden Zustand an eine Maschine angeschlossen, die es mit warmem, sauerstoffreichen Blut versorgt. In diesem „körperähnlichen“ Zustand kann das Herz wesentlich länger ohne Schäden aufbewahrt und transportiert werden als früher, was letztlich die Überlebenschancen der Patienten vergrößert.
Neue Substanzen gegen die Abstoßung
Problematisch ist zudem, dass bei Herztransplantationen das Immunsystem lebenslang unterdrückt werden muss, um eine Abstoßungsreaktion zu verhindern. Hierfür werden hauptsächlich Kombinationen von Immunsuppressiva wie Kortison, Azathioprin und Cyclosporin A eingesetzt, die jedoch gerade in der Hochrisikophase kurz nach der Operation eine Abstoßung nicht immer unterdrücken können. Neuere Substanzen wie Tacrolismus oder Mycophenolat Mofetil haben in dieser Hinsicht Verbesserungen gebracht. So wirkt Tacrolismus zwar ähnlich wie Cyclosporin A, ist aber bei gleicher Dosis effektiver und kann eine akute Abstoßungsreaktion eher verhindern. Ähnliches gilt für Mycophenolat Mofetil im Vergleich zu Azathioprin.
Kunst- statt Spenderherz?
Ein drittes Problem der Herztransplantation besteht darin, dass für die große Zahl der Patienten nicht genug Spenderherzen zur Verfügung stehen. Die technische Weiterentwicklung künstlicher Herzen könnte hier künftig Alternativen bieten. Doch vielleicht wird das gar nicht unbedingt nötig sein, denn in den letzten Jahren hat die Zahl der transplantationspflichtigen Patienten deutlich abgenommen. Dies ist vor allem auf die deutlich verbesserte medikamentöse Therapie der Herzschwäche durch ACE-Hemmer, AT1-Antagonisten und Betablocker zurückzuführen, mit denen die Herzfunktion lange stabil gehalten werden kann.