Design-Elememt

10. Juli 2008

Von Rückschlägen und Erfolgen

 
© medicalpicture
Seit Jahrhunderten wissen wir, dass man Herzen verlieren, brechen oder höherschlagen lassen kann. Auch das Verschenken des Organs, das seit jeher mit Gefühl und Liebe in Verbindung gebracht wird, war für uns nichts Neues. Dass man sein Herz auch spenden kann, wurde uns allerdings erst am 3. Dezember 1967 bewusst, als Christiaan Barnard in Kapstadt erstmals ein Herz von einem Menschen zum anderen übertrug. Die erste Herzverpflanzung war dies jedoch beileibe nicht – sie wurde bereits 1905 in Wien bei einem Experiment mit Hunden durchgeführt. Auch das erste Herz, das ein Mensch erhielt, war tierischen Ursprungs. 1964 verpflanzte Dr. James Hardy vom Mississippi Medical Center in Jackson, USA, einem sterbenden Patienten das Herz eines Schimpansen, das immerhin 90 Minuten schlug.

Hype und Ernüchterung
Auch der ersten Transplantation von Barnard war lediglich ein kurzer Erfolg beschieden, denn der Patient Louis Washkansky überlebte die Operation nur um 18 Tage, bevor er an einer Lungenentzündung starb. Beim zweiten Patienten Philip Blaiberg entwickelten sich die Dinge allerdings schon sehr viel besser. Der Zahnarzt lebte nach dem Eingriff im Januar 1968 noch 21 Monate, wobei fast täglich Meldungen über seinen Gesundheitszustand in den Nachrichten zu finden waren. Christiaan Barnard wurde zum umjubelten Medienstar und in vielen anderen Ländern begann man nun ebenfalls Herzen zu transplantieren. Bis September 1970 wurden weltweit 164 Eingriffe durchgeführt, davon zwei in Deutschland. Bald jedoch schon machte sich Ernüchterung breit, denn mit wenigen Ausnahmen starben die meisten Patienten bereits innerhalb von vier Monaten nach der Operation.

Cyclosporin bringt den Durchbruch
Schuld daran war hauptsächlich, dass die Medikamente, mit denen man versuchte, die Abstoßung des neuen Organs durch das Immunsystem zu unterdrücken, einfach noch nicht wirksam genug waren. Erst die Einführung des neuen Immunsuppressivums Cyc-losporin A in die Transplantationsmedizin Ende der 70er-Jahre brachte hier die Wende. Endlich wagte man sich wieder an Herztransplantationen und diesmal blieben die langfristigen Erfolge nicht aus – der Durchbruch war geschafft. Der Mensch, der bis heute am längsten mit einem fremden Herzen überlebt hat, ist Tony Huesman. Er wurde 1978 im Alter von 20 Jahren an der Stanford University von Dr. Norman Shumway operiert, dem eigentlichen Wegbereiter der Transplantationstechnik, von dem auch Christiaan Barnard einen großen Teil seiner Kenntnisse hatte.
Icon Seite weiterempfehlenSeite weiterempfehlen Icon Seite druckenSeite drucken Icon Seite bookmarkenSeite bookmarken
Service
Das Forum für die medizinische Biotechnologie in Deutschland
Banner rechte Spalte vfa bio

Was wir bieten und unsere Schwerpunktthemen
weiter lesen

Bilder der Forschung 2010

Hier finden Sie alle Siegerbilder und die Nominierten.
weiter lesen