Design-Elememt

31. Oktober 2006

Mit dem Bauch wächst das Herzinfarktrisiko

 
(© medicalpicture)
Bildschirmarbeitsplätze beanspruchen nur noch die Augen und die Finger, körperliche Schwerstarbeit verrichten heutzutage meist Maschinen – immer mehr Menschen bewegen sich zu wenig und geraten aus den Fugen. Ein dicker Bauch ist allerdings nicht nur eine Belastung für die Ästhetik. Mit dem Taillenumfang wächst auch das Risiko, innerhalb der nächsten zehn Jahre einen Herzinfarkt zu erleiden. Einer Studie zufolge haben Männer mit einem Taillenumfang ab 102 Zentimeter ein doppelt so hohes Herzinfarktrisiko wie schlanke Männer mit einem Taillenumfang von unter 88 Zentimetern. Es zeigte sich, dass ein großer Taillenumfang deutlich mit Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Zusammenhang steht: mit hohen Werte für die Blutfette (Cholesterin und Triglyceride), beim Nüchternblutzucker und beim systolischen Blutdruck (dem höheren der beidem vom Arzt gemessenen Blutdruckwerte). Bei Frauen wird’s bereits ab 88 Zentimeter Taillenumfang kritisch.

Entscheidend am Übergewicht ist im Hinblick auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen nicht der Fettanteil an der gesamten Körpermasse, sondern die Fettverteilung: Ein dicker Bauch gefährdet die Gesundheit mehr als Polster an Hüfte, Gesäß und Oberschenkel. Bauchfett ist nicht nur ein Energiespeicher, sondern selbst ein Organ, das besonders stoffwechselaktiv ist und Dutzende Signalstoffe bildet. Ist zu viel Bauchfett vorhanden, werden zum Beispiel vermehrt Hormone gebildet, die bei Entzündungen eine Rolle spielen. Bei chronischen Entzündungsreaktionen an den Blutgefäßen verdicken sich die Gefäßwände und es lagern sich Kalzium und LDL-Cholesterin, das so genannte schlechte Cholesterin, ein. Die Arterien verkalken also und werden enger. Kleine Blutgerinnsel können an solchen Engpässen schnell hängen bleiben und das Blutgefäß verstopfen. Geschieht das im Herz oder im Gehirn, bedeutet es einen Herzinfarkt bzw. Schlaganfall.

Das Fettgewebe produziert zudem Enzyme, die den Blutdruck regulieren. Und speziell die Bauchfettzellen schütten vermehrt einen Signalstoff aus, der das Hormon Insulin blockiert, das maßgeblich den Zuckerhaushalt reguliert. Die Folge: Eine Zuckerkrankheit kann entstehen. Drei von vier Menschen mit Diabetes mellitus Typ 2 bekommen irgendwann Nierenschäden, wodurch das Entstehen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigt wird – die meisten Diabetiker sterben nicht an Nierenversagen, sondern an einem Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Fettreiche Kost ist demnach nicht das, was man täglich verzehren sollte. Mit einer gesunden Ernährung – wenig Zucker, viel Obst, Gemüse und ungesättigte Fettsäuren – sowie mit ausreichend Bewegung lässt sich dickeren Fettschichten vorbeugen. Und wenn sie bereits vorhanden sind: Abspecken lohnt sich in jedem Fall und kann lebensrettend sein.
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