Rauchen - ein klassischer Risikofaktor für Herzkrankheiten
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Wer hat nicht das klassische Bild vor Augen: Der gestresste Manager um die 50 erleidet plötzlich einen Herzanfall. Lange Zeit standen bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen Männer im Mittelpunkt wissenschaftlicher Untersuchungen und klinischer Studien. Doch nun verlagert sich das Hauptaugenmerk auf Frauen. Denn neue Studienergebnisse lassen aufhorchen und erfordern ein Umdenken:
Seit 1984 starben mehr Frauen als Männer an Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Und obwohl die Anzahl der Todesfälle seitdem insgesamt gesunken ist, ist bei Frauen ein geringerer Rückgang zu verzeichnen.
In Deutschland sterben jährlich rund 170.000 Menschen an einem Herzinfarkt, ein Drittel davon zu Hause oder auf dem Weg in die Klinik. Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind
bei Frauen Todesursache Nummer Eins: Mehr als jede zweite Frau stirbt daran. Doch häufig werden Herzkrankheiten bei Frauen übersehen. Seltener als bei Männern sind bei Frauen verstopfte Arterien Auslöser für eine Herzkrankheit. Eine Studie an Frauen in den USA zeigte, dass nur ein Drittel der Frauen mit Symptomen wie Brustkorbschmerzen verstopfte Arterien hatte, bei einem weiteren Drittel war die eingeschränkte Blutzufuhr zum Herzen die Folge einer
mikrovaskulären Erkrankung - eine häufige Folgeerscheinung von Diabetes, bei der sich die kleinen Blutgefäße, die auch das Herz versorgen, verengen. Bluttests, die bei Männern verlässlich Herzprobleme anzeigen, bringen bei Frauen nicht immer zuverlässige Ergebnisse.
Da die
Symptome bei Frauen nicht so charakteristisch sind wie bei Männern, ist bei ihnen die richtige Diagnose schwieriger. Während Männer bei einem Herzinfarkt häufig ein Engegefühl und Brennen in der Brust mit Ausstrahlung in Oberarm, Schulter und Hals verspüren, macht sich bei Frauen ein Herzinfarkt eher durch
Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, Kurzatmigkeit oder Schmerzen im Rücken sowie Nacken bemerkbar. Doch diese Zeichen deuten Frauen oft nicht als Gefahr, sodass ein Herzinfarkt häufig erst spät erkannt wird – Frauen treffen durchschnittlich 40 Minuten später im Krankenhaus ein als Männer. Dies trägt – neben dem höheren Lebensalter, in dem Frauen Herzinfarkte erleiden, mit dazu bei, dass nur 36 Prozent der Frauen überleben, aber 44 Prozent der Männer.
Zudem unterschätzen Frauen, dass bei ihnen die
klassischen Risikofaktoren einer koronaren Herzkrankheit, die schließlich zum Herzinfarkt führen kann, stärker zum Tragen kommen. So schadet ihnen Rauchen mehr als Männern, vor allem in Kombination mit der Antibabypille. Auch der Diabetes mellitus hat bei Frauen als Risikofaktor für Herzerkrankungen einen wesentlich höheren Stellenwert: Zum einen sind zwei Drittel aller Typ-2-Diabetiker weiblich, zum anderen ist das Risiko, an einer Herzerkrankung zu sterben, bei Diabetikerinnen um die Hälfte höher als bei Diabetikern.
Daher ist
Vorbeugung besonders auch für Frauen wichtig und kann lebensrettend sein: nicht rauchen, auf das Gewicht achten, körperlich aktiv sein, sich gesund ernähren, Stress abbauen und Blutdruck, Blutzucker und Blutfette regelmäßig kontrollieren lassen. Auch wenn das Herz bereits Schaden genommen hat, hilft jede Verbesserung bei den Risikofaktoren, das Fortschreiten der Krankheit zu bremsen.