Humanpapilloma-Viren unter dem Elektronenmikroskop
Krebs am Gebärmutterhals (Zervix), der Verbindung zwischen Gebärmutter und Scheide, bezeichnen Mediziner als Zervixkarzinom.
Weltweit ist der Gebärmutterhalskrebs die bei Frauen
zweithäufigste tödliche Krebserkrankung . Die hohe Todesrate der Krebserkrankung wäre an sich vermeidbar, denn rechtzeitig erkannt, ist die Krankheit gut zu behandeln. In Deutschland sind jährlich 16 von 100.000 Frauen betroffen. Stark zurückgegangen ist die Häufigkeit dank der Einführung von
Vorsorgeuntersuchungen: Mit Hilfe eines Abstrichs des Gebärmutterhalses - dem so genannten Pap-Test - ist es möglich, bereits Vorformen von Gebärmutterhalskrebs zu diagnostizieren oder den Krebs schon in einem frühen Stadium zu entdecken. In diesen Fällen bestehen nahezu hundertprozentige Heilungschancen.
Ausgelöst wird Gebärmutterhalskrebs in 70 Prozent der Fälle durch eine Infektion mit bestimmten Hochrisikotypen der
Humanpapilloma-Viren (HPV). Rund 70 Unterarten dieser sexual übertragbaren Viren sind bis heute bekannt. Die meisten Infektionen sind harmlos, doch gibt es auch Viren, die zu den so genannten
Hochrisikogruppen gehören: Diese nisten sich in den Zellen des Gebärmutterhalses ein und können dort bösartige Veränderungen auslösen, vor allem, wenn die Infektion über Jahre besteht. Die höchsten Risiken bringen jüngsten Erkenntnissen zufolge Infektionen mit den Stämmen 16 und 18 mit sich.
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Die Therapie hängt davon ab, wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist. Bei Vorformen oder Gebärmutterhalskrebs im frühen Stadium ist eine
lokale Entfernung des betroffenen Gewebes ausreichend, wobei die Gebärmutter erhalten werden kann und die Möglichkeit einer späteren Schwangerschaft in der Regel erhalten bleibt. Bei fortgeschrittenem Krebs kommt die
Entfernung der Gebärmutter,
Bestrahlung und
Chemotherapie in Frage. Geeignete Medikamente zur Bekämpfung stehen leider noch nicht zur Verfügung. Doch könnte es in Zukunft vorbeugende Impfstoffe geben. Studien zufolge kann einer HPV-Infektion mit den Stämmen 16 und 18 damit vorgebeugt werden. Damit dürfte das Risiko, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken, künftig deutlich sinken.