Jeder 14. Mann leidet unter Migräne.
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Es hämmert und pocht im Kopf. Der Magen revoltiert. Jede Anstrengung verschlimmert den rasenden Kopfschmerz. Licht und Lärm geben einem den Rest. Migräne-Anfälle machen täglich vielen Menschen das Leben zur Tortur. Häufig wird Migräne als Frauenkrankheit abgetan. Doch weit gefehlt:
12 bis 14 Prozent der Frauen und immerhin
6 bis 8 Prozent der Männer leiden darunter. Selbst Kinder können betroffen sein: Vor der Pubertät kommt Migräne bei 4 bis 5 Prozent der Jungen und Mädchen vor. Am meisten quälen sich 35- bis 45-Jährige mit Migräne – in dieser Lebensphase trifft es Frauen allerdings tatsächlich dreimal häufiger als Männer.
Die Ursachen der Beschwerden sind noch nicht vollständig geklärt. Migräne tritt familiär gehäuft auf. Wahrscheinlich gibt es
Erbanlagen, die manche Menschen anfälliger für Migräne machen als andere. Forschungen am Gehirn haben ergeben, dass bei einem Migräne-Anfall vermehrt der Botenstoff
Serotonin freigesetzt wird. Serotonin erweitert die Blutgefäße in bestimmten Gehirnregionen. In den Wänden dieser Blutgefäße befinden sich Schmerz- und Dehnungsrezeptoren des Trigeminusnervs. Eine Überreizung dieses Nervs und bestimmter Hirnregionen wird für das Schmerzemfinden verantwortlich gemacht.
Manche Attacken beginnen ohne ersichtlichen Anlass, vielfach lassen sie sich aber auf auslösende Faktoren, so genannte
Triggerfaktoren, zurückführen: Stress, körperliche Belastung, grelles Licht, zu viel oder zu wenig Schlaf, Wetterwechsel, der Verzehr mancher Lebensmittel wie Schokolade, bestimmte Käsesorten und Rotwein sowie besonders bei Frauen hormonelle Schwankungen.
Im Falle einer akuten Migräne-Attacke helfen meist nur direkt gegen Migränekopfschmerz wirkenden Arzneimittel, wie die
Triptane. Sie ähneln in ihrer Struktur dem Serotonin und docken ganz gezielt an spezifische Serotoninbindungsstellen in den Hirngefäßen an. Schon nach 30 bis 45 Minuten geht es den Geplagten meist wesentlich besser. Bei leichten und mittelschweren Migränekopfschmerzen reichen häufig
einfache Schmerzmittel. Mit so genannten
Antiemetika lässt sich die Übelkeit bekämpfen. Sie lindern nicht nur die Symptome, sondern verbessern auch die Aufnahme und die Wirkung der Schmerzmittel. Einige Migränemittel wurden zudem als Nasenspray entwickelt, sodass Patienten sie auch bei Übelkeit und Erbrechen anwenden können.